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Kunst - nun auch zum Hören: Lindenau-Museum bietet Audioguide an

Kunst - nun auch zum Hören: Lindenau-Museum bietet Audioguide an

Michelangelo soll ja einst nach der Vollendung seines "Moses" diesen mit den Worten "Warum sprichst du nicht?" angeschrien und dann den Meißel nach ihm geworfen haben.

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Auch zur Laokoon-Gruppe informiert der neue Audioguide im Lindenau-Museum.

Quelle: Jens Paul Taubert

Und Bernhard von Lindenau erwarb seine Korkmodelle antiker Bauten erst, als die Blütezeit dieser Architekturminiaturen bereits vorbei war. Solche Anekdoten und Fakten werden Besuchern des Lindenau-Museums jetzt sozusagen ins Ohr geflüstert. Denn, wie Direktorin Julia M. Nauhaus gestern vorstellte, hat die Einrichtung seit Kurzem einen Audioguide - einen elektronischen Museumsführer mit Sprachaufnahmen, die sich Besucher anhören können. "Damit wird ein langgehegter Wunschtraum wahr. Für mich ist ein Audioguide Standard in einem Museum", sagte sie.

 

Rund ein Jahr haben die Mitarbeiter des Museums gemeinsam mit einer Audioproduktionsfirma aus Markkleeberg an dem Hörerlebnis gearbeitet. Die Museumsleute stellten die Informationen zu den Kunstwerken zusammen, schrieben die Texte und überarbeiteten sie in Absprache mit dem Produktionsunternehmen. Man habe einen persönlichen Führer schaffen wollen, sagte gestern Mitarbeiterin Angelika Wodzicki. "Es sollte lebendig sein."

 

Deshalb gibt es eben nicht nur Fakten, sondern auch kleine Geschichten um die Kunst herum. Inhaltlich konzentriert sich der Führer auf die Lindenausche Sammlung. Neben Einführungen zu der Person Bernhard von Lindenaus und dem Museum werden die Abguss-Sammlung, die Architekturmodelle, die Kunstbibliothek und natürlich die italienischen Tafelbilder einbezogen.

 

Rund 90 Minuten lang können sich Besucher in deutscher Sprache Lehrreiches und Interessantes anhören - oder auch nur einigen der insgesamt 36 Tracks lauschen. Denn es ist kein Rundgang entstanden, der den Besucher sozusagen an die Hand nimmt und dann die Route durchs Museum vorgibt, sondern die einzelnen Abschnitte stehen auch einzeln für sich und können somit nach Belieben angehört werden.

 

Der Museumsleiterin war vor allem wichtig, dass sich die Audiogeräte leicht bedienen lassen. "Wir haben keinen Multimediaguide, weil wir die Besucher nicht von der Kunst ablenken wollten", sagte sie. "Sobald ein Display da ist, schaut man auch darauf." Zudem sei die Mehrzahl der Besucher 60 Jahre oder älter und deshalb nicht unbedingt technikaffin. Von daher sind die Geräte leicht zu bedienen - einfach an dem Rad drehen und schon kann man die Titel auswählen. Nauhaus kann sich aber auch vorstellen, die einzelnen Tracks in die Homepage einzubinden oder einen Audioguide für Kinder zu produzieren.

 

"Aber man kann nie alles auf einmal machen", erklärte sie auch im Hinblick auf die Finanzierung der Projekte. Die Produktion der Hörinformationen und die Anschaffung von zehn Geräten hat rund 7000 Euro gekostet. Die Finanzierung war nur mittels eines Sponsors möglich. Der Gönner aus der Region möchte allerdings anonym bleiben.

 

Über die geringe Zahl an Geräten macht sich Nauhaus keine Gedanken. "Wenn Gruppen zu uns kommen, gibt es in der Regel sowieso eine persönliche Führung. Und man kann jederzeit Geräte nachkaufen." Jetzt sei sie erst einmal gespannt, wie der Audioguide angenommen wird. "Natürlich eignet er sich auch dazu, dass Menschen aus Altenburg und der Region die Kunst im Lindenau-Museum neu entdecken."

 

Übrigens: 2013 hat das Lindenau-Museum eine Besucherbefragung realisiert. "Sie ist zwar nicht repräsentativ, gibt uns aber Anhaltspunkte", sagte Nauhaus. Und dabei kam heraus, dass die Mehrzahl der Gäste bis zu fünf Euro für einen Audioguide ausgeben würde. Nun kostet er drei Euro.

 

© Kommentar Seite 13

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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