Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Kupferdiebe suchen Loks der Meuselwitzer Kohlebahn heim
Region Altenburg Kupferdiebe suchen Loks der Meuselwitzer Kohlebahn heim
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:31 01.07.2016
Komplett alle Kupferkontakte wurden aus dem Fahrschalter der elektrischen Grubenlok EL-3 in Meuselwitz bei der Kohlebahn geplündert. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Meuselwitz

Ungebetenen Besuch hatte der Verein Kohlebahnen in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch. Im Schutze der Dunkelheit suchten Buntmetalldiebe das weitläufige Areal vom Kulturbahnhof Meuselwitz heim. Im Visier auf ihrer Suche nach Kupfer hatten sie offensichtlich die im Freien als Schauobjekte abgestellten Lokomotiven.

Wenn Vereinsvize Joachim Döhler an die böse Überraschung am Mittwochmorgen denkt, steigt ihm noch immer die Zornesröte ins Gesicht. „Hier ist binnen kürzester Zeit wieder eine jahrelange Arbeit von irgendwelchen Idioten kaputt gemacht worden“, schimpft er.

Besonders schlimm sind die Schäden an der EL-3, einer 75 Tonnen schweren E-Lok. Die steht normalerweise sicher im Lokschuppen des Bahnhofes und musste nur ausnahmsweise ins Freie gezogen werden, weil für eine Veranstaltung im Lokschuppen der Platz gebraucht wurde. Denn diese Lok war bis zu dem Vorfall eigentlich fahrbereit und diente im Kohlebahn-Fuhrpark als Notreserve für eventuelle Ausfälle. Jetzt kann sie nicht mehr loszuckeln.

„Die Diebe haben Dach und Unterboden gewaltsam geöffnet, um ins Innere zu gelangen. Dort bauten sie unter anderem den Fahrschalter auseinander, um an die kupfernen Schleifkontakte zu kommen. Zudem kappten sie alle erreichbaren Kupferkabel“, schildert Döhler. Auch zwei weitere Loks wurden aufgebrochen und heimgesucht. Allerdings hält sich dort im Vergleich zur EL-3 der Schaden eher in Grenzen, beide waren ohnehin nicht fahrbereit.

„Wir schätzen, dass das gestohlene Kupfer beim Verkauf einen Erlös von circa 500 Euro bringt“, so der Vereinsvize. Umso beträchtlicher ist der Schaden, der 40 Mal so hoch bei rund 20 000 Euro liegt. „Wir werden jetzt versuchen, die EL-3 wieder fit zu bekommen und hoffen dabei auf Unterstützung durch Sponsoren. Ohne die wird es wohl kaum gehen“, ahnt Döhler. Vielleicht wird man auch der Täter habhaft: In einer Lok wurde ein zurückgelassener Beutel mit diversen Kupferkabeln und auch Werkzeug gefunden. „Die Polizei hat dort Fingerabdrücke genommen“, weiß der 63-Jährige.

Über sachdienliche Hinweise an die Polizei oder den Kohlebahnverein selber, die zur Ergreifung der Täter führen, würden sich Döhler und seine Mitstreiter freuen. „Wer einen entscheidenden Tipp geben kann, dem spendieren wir eine goldene Jahreskarte, die zum Eintritt bei allen Veranstaltungen berechtigt.“

Denn beileibe war der Kupferdiebstahl nicht der erst Zwischenfall. Erst im Frühjahr wüteten Vandalen auf dem weitläufigen Areal und beschädigten abgestellte Wagen. „Und Zerstörungen sowie Graffitischmierereien hatten wir leider wiederholt.“

Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Altenburger Land (Tel. 03447 4710) oder den Verein (Tel. 03448 752550)

Von Jörg Wolf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit 111 Jahren ist die Brüderkirche ein vergleichsweise junges Gotteshaus. Aber der Backsteinbau mit seinem 76 Meter hohen Turm bereitet der hiesigen Kirchgemeinde einige Sorgen. Als kürzlich die ersten Risse im Turm saniert wurden, gab es die nächste Hiobsbotschaft: Im Gemäuer steckt eine immense Nässe. Mit einer Drohne wurde das Gebäude jetzt aus der Luft inspiziert.

01.07.2016

Ferienzeit ist Reisezeit, auch für Landesminister. Traditionell bereisen die Amtsträger im Sommer den Freistaat, um sich ohne Hektik vor Ort nach den aktuellen Erfolgen, Problemen und Sorgen zu erkundigen. Den Wirtschafts- und Tourismusminister Wolfgang Tiefensee (SPD) führte seine Route am Donnerstag nach Altenburg.

01.07.2016

Die Kriebitzscher Agrargenossenschaft sorgt für den diesjährigen Auftakt der Getreideernte. Vermutlich rollen die Mähdrescher ab Freitag. Wie immer wird zuerst die Wintergerste vom Halm geholt, die neben Winterweizen zu den am meisten angebauten Getreidekulturen im Altenburger Land gehört. Allerdings hadern die Bauern mit den Preisen.

30.06.2016
Anzeige