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Kurz vor Ultimo: Kita gerettet

Kurz vor Ultimo: Kita gerettet

Eigentlich sollte im August Schluss sein und mit Ehrenberg der letzte ländliche Kindergarten Altenburgs die Schotten dicht machen. Doch nun kommt alles ganz anders: Es geht weiter.

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Hurra, wir können hier bleiben. Mit den Erzieherinnen Andrea Plociennik (l.) und Carola Hasser freuen sich gestern Mittag auch die Kinder über die gute Nachricht.

Quelle: Mario Jahn

Das haben der Betreiber, das Magdalenenstift, und die Stadtverwaltung gestern völlig überraschend verkündet. Die Lösung: Die Stadt gibt mehr Geld und unterstützt auch bei den notwendigen Investitionen, dafür zieht das Stift seine Kündigung zurück. Der Stadtrat muss der Einigung auf seiner Sitzung Ende des Monats noch zustimmen.

 

Doch das ist für Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) reine Formsache. "Gehen Sie davon aus, dass die übergroße Mehrheit der Stadträte, wenn nicht gar alle, zustimmen werden", erklärte er gestern vor der Presse. Zu groß sei das Entsetzen gewesen, als die drohende Schließung 2012 publik wurde. Seither haben alle Seiten händeringend nach einer Lösung gesucht, allen voran die Elternvertretung und der Ortschaftsrat von Ehrenberg. Doch fündig wurde man nicht. Ein einziger Bewerber meldete sich, der seine Bereitschaft aber an die Forderung höherer städtischer Zuschüsse knüpfte.

 

Wenn die Sache schon mehr Geld kostet, dann soll es doch lieber der bisherige Betreiber erhalten, argumentierte der OB. Denn das hätte den Vorteil, dass die Betriebserlaubnis nicht erlischt und nur die dringend notwendigen Investitionen gemacht werden müssten. Am Ende stieß Michael Wolf beim Geschäftsführer des evangelisch-lutherischen Magdalenenstifts, Dirk Keiner, damit kurz vor Ultimo doch noch auf offene Ohren.

 

Beide Seiten haben sich darauf verständigt, dass die Ehrenberger Kita von der Stadt Zuschüsse für alle dort zur Verfügung stehenden Plätze erhält und nicht - wie die anderen Kindertagesstätten in Altenburg - nur für die tatsächlich belegten. Man einigte sich auf 30 Plätze. Pro Platz und Monat zahlt die Stadt 397,50 Euro. Zum Vergleich: Derzeit besuchen 17 Mädchen und Jungen die Einrichtung. Und nur für die gibt es Geld. "Man muss aber bedenken, dass wir angesichts der drohenden Schließung in letzter Zeit kaum noch Neuanmeldungen hatten", so Keiner, der zuversichtlich ist, dass die Kita Schritt für Schritt ihre Kapazität ausschöpfen wird. Plätze für Kinder unter zwei Jahren sind allerdings weiterhin nicht im Angebot. Die dafür notwendigen Investitionen im sechsstelligen Bereich wären nicht stemmbar gewesen, hieß es.

 

Jetzt soll sich auf das dringend Notwendige wie eine Brandschutzwand zwischen Schlafraum und Lagerbereich sowie kindgerechte Toiletten konzentriert werden. Das Geld dafür kommt sowohl vom Stift als auch von der Stadt, die dafür die geplanten Gelder für öffentliche Kinderspielplätze kürzen will.

 

Die freudige Nachricht von der Rettung des Kindergartens hat Dirk Keiner gestern Mittag unmittelbar nach der Pressekonferenz persönlich in Ehrenberg überbracht. Überglückliche Erzieherinnen haben die Neuigkeit dann den Eltern übermittelt. "Denn die waren es vor allem, die für den Erhalt gekämpft haben", freut sich Ortsteilbürgermeisterin Marina Baumann, die gemeinsam mit dem Ortschaftsrat auch weiterhin auf die Unterstützung der Eltern zählt. Diese haben ihre Hilfe bei notwendigen Bauarbeiten ebenso zugesichert, wie die Bereitschaft signalisiert, künftig einen höheren Beitrag für die Betreuung ihrer Kinder zu zahlen. Hauptsache, die Kita bleibt erhalten. Derzeit ist die Ehrenberger mit 105 Euro monatlich die mit Abstand preiswerteste in Altenburg.

 

Für den Oberbürgermeister ist die Rettung der Kita ein klares Bekenntnis der Stadt zum ländlichen Raum. "Wenn wir hier neue Eigenheimstandorte erschließen und junge Leute anziehen wollen, dann braucht es einen Kindergarten im Ort." © Kommentar

Ellen Paul

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