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Altenburg LMBV lässt zwischen Rositz und Kriebitzsch altes Stollensystem verfüllen
Region Altenburg LMBV lässt zwischen Rositz und Kriebitzsch altes Stollensystem verfüllen
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19:00 16.02.2016
Die mobilen Erdbohrmaschinen treiben insgesamt etwa drei Kilometer Bohrkanal in den Boden. Quelle: Jörg Reuter
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Rositz

Bis in das Frühjahr hinein müssen die Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße 180 zwischen Rositz und Kriebitzsch mit Behinderungen rechnen. Grund für die halbseitige Sperrung der Fahrbahn sind Versatzarbeiten an der ehemaligen Grube 113 der Rositzer Kohlewerke. An insgesamt drei Sicherungsbereichen lässt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) seit kurzem Hohlräume verfüllen. In die alten Stollen wird ein Braunkohlefilterasche-Wasser-Gemisch gepumpt.

Seit 2003 beziehungsweise 2011 zeugen unter anderem zwei Tagesbrüche auf der Rositzer Höhe vom Bergbauerbe der Region und den damit verbundenen potenziellen Gefahren. Über 340 Jahren ist es her, dass im Altenburger Land mit dem Braunkohleabbau begonnen wurde. Damals war es üblich, den Brennstoff unter Tage zu fördern. Als eines der letzten Stollensysteme wurde 1956 die Grube 113 der Rositzer Kohlenwerke geschlossen. Von 1873 bis 1952 wurde in ihr Braunkohle gefördert. Bis sie endgültig verschlossen wurde, diente die Grube anschließend noch vier Jahre als Lehrbergwerg . „Nach dem Risswerk sollten eigentlich die Strecken alle verfüllt sein“, sagt Susanne Fechner, Projektleiterin bei der LMBV.

2008 wurde bei ersten Kontrollbohrungen aber festgestellt, dass es in einer Tiefe von 40 bis 60 Metern noch Hohlräume gibt. Diesen Befund bestätigten zahlreiche weitere Bohrungen in den vergangenen Jahren rechts und links der B 180. „Trotz der etappenweisen Verwahrung gibt es da unten noch mehr oder weniger offene Strecken“, erläutert Fechner. Was mehr oder weniger bedeutet, dass in den alten Stollen Wasser und Schlamm steht. Zumindest legen dies die Ergebnisse der Bohrungen nahe. „Natürlich wissen wir nicht genau, wie es da unten aussieht, die Strecken können schon lange nicht mehr befahren werden“, erklärt die LMBV-Frau.

Deshalb kann auch nur geschätzt werden, wie viel von dem Asche-Wasser-Gemisch benötig wird. „Wir haben mit 3000 Tonnen gerechnet. Das wird aber nicht reichen, denn wir haben schon jetzt 2500 Tonnen verbraucht“, so Fechner. Dabei haben die Arbeiten, die bis Mai dauern sollen, erst vor kurzem begonnen. Dies bedeutet auch, dass die Kosten der Maßnahme noch unklar sind. Mit mehreren 100 000 Euro rechnet die LMBV aber in jedem Fall.

Das Teuerste dabei sei die Asche. Denn was auf den Feldern hinter Rositz in den Boden fließt, ist spezielle zertifizierte Asche aus Kohlekraftwerken, im konkreten Fall aus Schkopau. „Gesetzlich ist festgelegt, dass die Braunkohlenfilterasche keine Schadstoffbelastung aufweisen darf. Dies muss regelmäßig alle 500 Tonnen kontrolliert werden“, betont LMBV-Sprecherin Claudia Gründig. In den unterirdischen Hohlräumen härtet die Asche dann aus und verhindert so, dass die Stollen einbrechen und es zu Setzungen oder sogar zu noch gefährlicheren Tagesbrüchen kommt.

In allen drei Sicherungsbereichen – das Projekt wurde unterteilt, um eine Vollsperrung der Bundesstraße zu vermeiden – werden insgesamt 60 Bohrungen in die alten Stollen getrieben, summa summarum kommen so rund 3000 Bohrmeter zusammen. Bis zu 100 Tonnen Verfüllmasse können pro Tag in den Untergrund gepumpt werden. „Wichtigstes Ziel ist, die Bundesstraße zu sichern“, erklärt Gründig. Doch im Rahmen der Sicherungsmaßnahmen würden auch die beiden unmittelbar nebeneinander liegenden Tagesbrüche auf dem Feld nördlich der Bohrungen untersucht, um zum einen die Ursache der bis zu drei Meter tiefen Löcher zu finden und zum anderen ein Konzept zum Verfüllen zu entwickeln, merkt die Pressesprecherin an.

Von Jörg Reuter

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