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Altenburg Läufer aus Leidenschaft: Altenburger Arzt absolviert 100 Marathons in 10 Jahren
Region Altenburg Läufer aus Leidenschaft: Altenburger Arzt absolviert 100 Marathons in 10 Jahren
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21:43 27.01.2012
Altenburg

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Von Monique Pucher

Zu diesem Zeitpunkt war es sein neunter Lauf über eine Strecke von 42,195 Kilometer oder mehr. Mittlerweile sind es einhundert, die der selbst ernannte "Laufsüchtige" innerhalb von zehn Jahren absolviert hat. "Ich habe angefangen mit dem Laufen, weil ich übergewichtig war, ich wollte etwas dagegen tun", erzählt Blacher, der durch eisernen Willen, weniger Essen und Sport mehr als 30 Kilo abspeckte.

Doch das reichte dem leitenden Oberarzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Altenburger Klinikum nicht aus. Nach seinem ersten Marathon in Dresden im Jahr 2001 wollte Blacher mehr. Er lief von Marathon zu Marathon, bestritt zwischendurch mal einen Super-Marathon oder einen Ultra-Marathon von über 100 Kilometern Länge. "Das habe ich bisher dreimal gemacht und ich denke, darauf kann ich stolz sein."

2005 erlitt der Lauf-Enthusiast allerdings einen herben Rückschlag. Eine Sehne entzündete sich in Blachers Ferse. Die Konsequenz: eine einjährige Pause. "Das war wirklich eine schlimme Zeit für mich, aber zum Glück ging es danach weiter." Auch an eine weitere Verletzung erinnert er sich schmerzlich zurück. "Ich lief 2011 den Rennsteig-Marathon, bin bei Kilometer 20 gestürzt und bekam plötzlich starke Schmerzen in den Oberschenkeln. Ich hatte einen Muskelfaserriss und musste mich entscheiden, ob ich wieder zurücklaufe oder eben noch die verbleibenden 22 Kilometer bis zum Ziel. Ich habe mich für zweiteres entschieden."

Seit zehn Jahren reist Michael Blacher - meist gemeinsam mit seinem Sohn Mark - durch Europa und sammelt eine Medaille nach der anderen. Paris, Amsterdam, Lissabon, Rom und Florenz, wo er im vergangenen November seinen 100. Marathon lief. 2009 absolvierte er sage und schreibe 24-mal die Distanz von 42,195 Kilometer. "Mein schönster Marathon war der in Jerusalem vergangenes Jahr. Es war der erste überhaupt mit wahnsinnig hohen Sicherheitsvorkehrungen. Der Lauf durch diese historische Stadt, in der sich alle Religionen vereinen, das war beeindruckend."

Doch das Laufen hat nicht nur schöne Seiten. Es gibt auch Momente, in denen der Marathon-Mann an seine Grenzen stößt, wenn er ans Aufgeben denkt und sich wünschte, gar nicht erst gestartet zu sein. "Letztendlich siegt der Wille, bisher bin ich immer angekommen."

Einen dieser Momente erlebte er 2009 in Nürnberg. Dort meldete er sich für einen Indoor-Marathon an, bei dem überhaupt nur 60 Athleten starten durften. "Ich dachte: Ach, ein paar Runden durch ein Gebäude laufen, das kann doch nicht so schwierig sein, aber ich habe die Treppen nicht bedacht", erzählt Blacher und erinnert sich. Insgesamt 2200 Stufen musste er bewältigen. "Ich kam zwar ins Ziel, aber ich dachte danach, ich brauche eine Knieprothese."

Eine weitere Grenzerfahrung machte der Mediziner in Sondershausen. Beim dortigen Bergmarathon wird nicht etwa auf der Straße oder im Wald gelaufen, sondern 700 Meter unter der Erde. "Das war sehr schwierig, wir hatten 1200 Höhenmeter zu überwinden. Von den 400 Startern sind nur 164 im Ziel angekommen. Ich war Vorletzter, aber sehr, sehr glücklich."

Für dieses Jahr hat sich Michael Blacher auch schon Ziele gesetzt. "Im April fliege ich nach London, in Luxemburg bin ich auch schon angemeldet, und der Rennsteig-Lauf ist für mich Pflicht. Die Atmosphäre dort ist so herzlich, ich liebe diesen Lauf."

Am Skatstadt-Marathon hingegen wird Blacher nicht teilnehmen. Denn er gehört zum Organisationsteam und ist für die medizinische Versorgung im Start- und Zielbereich verantwortlich. Dass dieser Marathon in diesem Jahr bereits zum vierten Mal stattfinden wird, ist übrigens auch seine Schuld. "Während des Rennsteig-Laufes 2008 kam mir die Idee, dass man in Altenburg auch einen Marathon veranstalten könnte. Ich habe mit meinem Lauf-Freund Frank Karsupke einen Brief an den Oberbürgermeister geschrieben, und er sowie einige Sponsoren haben ihre Unterstützung zugesagt." Aus der Idee ist ein Erfolg geworden. Schließlich wurde der Lauf bereits im ersten Jahr von den Nutzern des Internet-Fachportals www.marathon4you.de zum besten Newcomer-Marathon im deutschsprachigen Raum gewählt.

Rückblickend hat es sich für Michael Blacher gelohnt, dass er vor zehn Jahren mit dem Sporttreiben begann. Er hat nicht nur seine eigene Lebensqualität verbessert, sondern auch anderen die Freude am Laufen vermittelt. Deshalb denkt der 56-Jährige auch noch lange nicht ans Aufhören. "Jetzt bin ich zwar 100-mal einen Marathon gelaufen, aber ich habe mir schon das nächste Ziel gesetzt. Ich möchte in jedem europäischen Land einmal die 42,195 Kilometer absolviert haben."

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