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Land ersetzt kaputte Feuerwehr-Technik

Land ersetzt kaputte Feuerwehr-Technik

Die Welt hat Reinboth seit den zurückliegenden hochdramatischen Junitagen nicht mehr verstanden. Denn zwar wurden für viele Schäden Hilfs- und Entschädigungsprogramme von Bund und Land aufgelegt und auch die Spendenbereitschaft hoch war.

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Auf Luftbildern zeigt Windischleubas Bürgermeister Gerd Reinboth Innenminister Jörg Geibert (2., 3. v.l.), wie hoch das Wasser in der Gemeinde im Juni stand. Christoph Zippel, Christian Gumprecht und Uwe Melzer (v.l.) sind beim Treffen dabei.

Quelle: Mario Jahn

Aber für die Ausrüstungsschäden, die bei der tagelang gegen die Fluten auf eigenem Gemeindeterritorium kämpfenden Windischleubaer Wehr entstanden, musste die Gemeinde aus eigener Kraft aufkommen.

 

"Alles in allem rund 40 000 Euro, auf denen wir bis heute sitzengeblieben sind. Dafür mussten wir sogar an unsere Rücklage gehen, um vom Wasser zerstörte Ausrüstung rasch ersetzen zu können", schilderte Reinboth. Die Crux: Die Wehr war im eigenen Gemeindegebiet im Einsatz. Wäre sie außerhalb der Gemeindegrenzen zu einem anderen Brennpunkt gerufen worden und hätte Materialschäden zu beklagen gehabt, wären die über einen Katastrophenschutzfonds beim Landkreis abgerechnet worden.

 

"Wo soll ich denn da noch eine Logik erkennen. Nur weil wir bei uns so schlimmes Hochwasser hatten, werden wir sozusagen nochmal bestraft. Ähnlich geht es ja auch anderen Gemeinden, die schwer getroffen wurden", monierte Reinboth.

 

Minister Geibert konnte den Zorn seines Parteifreundes zwar durchaus teilen. "Aber so sind nun mal die Gesetze, nach denen der Brand- und Katastrophenschutz auf dem eigenen Terrain originäre Aufgabe einer jeden Gemeinde ist und sie auch die daraus entstehenden Kosten zu tragen hat", stellte der Mann aus Erfurt klar.

 

Um dann die Stimmung bei Reinboth und den anwesenden Feuerwehrleuten mit einem Schlag wieder sichtbar aufzuhellen. Offensichtlich hat man in Erfurt doch noch einmal ganz genau nachgeschaut, aus welchem national oder international gefüllten Fördertopf derart doppelt durch Hochwasser und Neukauf gestrafte Kommunen einen Ersatz bekommen. Und der Katastrophenschutzfonds der Europäischen Union scheint bei derlei Szenarien zu greifen.

 

"Eine Zustimmung fehlt nur noch, die aber eher eine Formalie ist. Geben Sie uns noch runde vier Wochen Zeit, dann könnte diese EU-Erstattungsregelung greifen und die betroffenen Gemeinden bekommen ihre Schäden erstattet", sagte Geibert, der bei seinem kurzen Stopp zuvor den ebenso schwer vom Hochwasser heimgesuchten und wieder schmuck sanierten Kindergarten in Augenschein nahm und danach sofort zu einem Vortrag zum Thema "Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität" der CDU-Mittelstandsvereinigung nach Altenburg weitereilte.

 

Gerd Reinboths Stimmung hatte der Kurzbesuch nebst Zusage sichtbar aufgehellt. Und auch andernorts im Altenburger Land sind dies richtig gute Nachrichten. Denn auch in Gößnitz und Nobitz wütete das Hochwasser im Juni schlimm und hinterließ sogar noch höhere Schäden bei den örtlichen Feuerwehren, auf denen die Gemeinden bislang sitzenblieben.

 

In Gößnitz summieren sich die zerstörten Ausrüstungen der Feuerwehr sogar auf über 160 000 Euro. Und in Nobitz kommen beispielsweise für ein kaputtes Notstromaggregat, Pumpen, Schläuche und Kleidung runde 70 000 Euro zusammen. Kein Wunder also, dass auch Reinboths SPD-Amtskollege Hendrik Läbe zufrieden auf die Botschaft des Innenministers reagierte. "Ich freue mich riesig. Denn wir haben zwar die dringlichsten Sachen umgehend ersetzt, die keinen Aufschub dulden. Aber alles auf einmal ging auch nicht."

Jörg Wolf

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