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Altenburg Land übernimmt Altlast Rositz – Ministerin pocht auf Bundeshilfen
Region Altenburg Land übernimmt Altlast Rositz – Ministerin pocht auf Bundeshilfen
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11:46 27.05.2016
Das Land hat die Umweltaltlast rund um das ehemalige Teerwerk in Rositz wieder komplett in Eigenregie genommen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Rositz

Das Land hat die Sanierung der Umweltaltlast in Rositz seit Freitag wieder in eigene Regie übernommen. Es sei ein Fehler der Vorgängerregierung gewesen, die Altlast 2013 dem Landratsamt aufzuhalsen, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Dem Amt fehlten dafür die personellen und finanziellen Ressourcen. Nun werde sich ein „Team Rositz“ beim Landesverwaltungsamt mit fünf festen Stellen um das weitere Vorgehen kümmern. Finanz- und Bodenbehörde könnten sich nun besser koordinieren, das ganze Verfahren werde sich beschleunigen, sagte die Ministerin.

Mit der Rückübertragung löste Siegesmund ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein. Mit einem anderen Anliegen konnte sie sich aber nicht durchsetzen: den Bund an den weiteren Kosten zu beteiligen (die OVZ berichtete). Hintergrund ist, dass der von Bund und Land 1999 aufgelegte Sonderfonds „Ökologische Altlasten“ ausgeschöpft ist und das Land die weiteren Kosten allein schultern muss. „Ich sehe den Bund in der Verantwortung“, betonte die Grünen-Politikerin. „Deswegen werden wird den Verantwortlichen weiter regelmäßig auf die Füße treten.“

Die Planungen beispielsweise für die Grundwassersanierung in Schelditz würden aber auch ohne finanzielle Beteiligung des Bundes vorangetrieben, versicherte die Umweltministerin. „Es gibt da kein Zurück.“ Notfalls komme das Land allein für die Kosten auf.

Bisher wurden nach Ministeriumsangaben rund 106 Millionen Euro für die Sanierung der Altlasten aus dem einstigen Teerwerk ausgegeben – ein großer Teil davon für die Beseitigung eines riesigen Teersees, von denen es allerdings weitere in Rositz gibt, die ebenso beseitigt werden müssten. Nach Ansicht von Siegesmund würde von ihnen keine Gefahr ausgehen. Als weiteres Problem kommt der Anstieg des verseuchten Grundwassers auf das Landesverwaltungsamt zu, wodurch Gift in Häuser drückt und für Gestank sorgt. Hier soll nun eine Sanierungsplanung in Auftrag gegeben werden. Ziel ist, 2018 mit den Arbeiten zu beginnen.

Drittes und größtes Problem ist die gefährliche Aschehalde Fichtenhainichen, mit vier kleineren Teerseen und etlichen Bombenblindgängern aus dem 2. Weltkrieg. Zwei Hänge drohen abzurutschen. Doch ob hier eine akute Gefahrenlage vorherrscht, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Das Umweltministerium sieht nicht nachvollziehbar belegt, dass die Hänge abrutschen könnten, das Landratsamt aber schon. Landrätin Michaele Sojka (Linke) sieht sogar Gefahr im Verzug. Außerdem verweist das Land auf fachliche Widersprüche in verschiedenen Gutachten zur Aschehalde. Wird diese deshalb nicht saniert, könnte es schon bald zu erheblichen Versimmungen darüber zwischen dem Landkreis und dem Ministerium kommen. (mit dpa)

Von Jens Rosenkranz

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