Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Land und Bund übernehmen Kosten von 13 Millionen Euro
Region Altenburg Land und Bund übernehmen Kosten von 13 Millionen Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:16 11.03.2018
Umweltministerin Anja Siegesmund (3.v.r.) besiegelt mit den Vertretern der Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft vor den Medien die Sanierung. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Rositz

Eine ordentliche Brise Teer und Phenol sorgte am Freitagvormittag in Schelditz für das passende Ambiente, als sich Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sowie etliche Behörden- und Medienvertreter aufs Neue in der Talstraße umsahen. Das wievielte Mal weiß keiner mehr so genau, seitdem feststeht, dass das Gelände und mindestens 21 Gebäude von giftigen Rückständen aus dem ehemaligen Teerverarbeitungswerk verseucht sind. Spätestens seit 2002 ist bekannt, dass durch das steigende Grundwasser eine mit Benzol, Naphthalin und anderen gesundheitsschädlichen Stoffen kontaminierte Brühe Menschen und Immobilien bedroht.

Ministerin und LMBV-Vertreter unterzeichnen Vertrag

Jetzt, nach fast 16 Jahren, kündigt sich eine Sanierung an. Denn das Land und die bundeseigene Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) haben sich auf eine Finanzierung geeinigt. Thüringen zahlt 7,8, die LMBV 5,2 Millionen Euro. Ministerin Siegesmund sowie die beiden LMBV-Geschäftsführer Klaus Zschiedrich und Hans-Dieter Meyer unterzeichneten am Freitag die Verträge. Mit im Boot sitzt ebenso die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die die verseuchten Häuser und Grundstücke aufkauft und als Eigentümer auf dem Gelände schließlich tätig werden kann.

Hausabrisse beginnen 2019

Fünf der zehn nicht mehr zu rettenden Immobilien sind bereits verkauft, der Rest soll bald folgen. Acht private Wohnhäuser, das HO-Gebäude und ein großer Block der Wohnbaugesellschaft können damit abgerissen werden. Wahrscheinlich wird das 2019 geschehen.

In diesem Jahr soll die Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung erstellt werden. Danach folgen schrittweise der Gebäudeabriss, die Errichtung einer großflächigen Grundwasserreinigungsanlage mittels Bodenfiltern und Drainagen, die Anhebung der Talstraße und die Verlegung des Gerstenbachs.

Elf Gebäude in der Talstraße bleiben weiterhin nutzbar, in denen entweder die Keller verfüllt oder die mit einer Betonwanne vor eindringendem Wasser geschützt werden. Alle Arbeiten sollen 2022 abgeschlossen sein.

Die Bauarbeiten erfolgen in Regie der LMBV, die LEG bleibt Eigentümerin des Geländes und übernimmt die gesamten Fassungsanlagen zur Reinigung des Grundwassers, das in den nächsten Jahren um bis zu 1,50 Meter ansteigen könnte.

Sanierungsstart ist Siegesmund zu verdanken

Siegesmund bezeichnet die Vertragsunterzeichung als einen Meilenstein bei der Schelditz-Sanierung. Sie selbst kam 2014 das erste Mal dorthin, zu jener Zeit noch als einfache Landtagsabgeordnete, und war bestürzt wegen des Gestanks in etlichen Wohnzimmern und Bädern der Einwohner. Tat sich bis dahin so gut wie nichts, weil der politische Wille in Erfurt fehlte, war es danach der grünen Umweltministerin zu verdanken, dass seit Freitag endlich die Finanzierung in trockenen Tüchern ist und die Planungen beginnen.

Ihre Leistung hob deswegen auch Lothar Schumann von der Rositzer Bürgerinitiative hervor. Für ihn ist die Vertragsunterzeichnung das Signal, dass nun nichts mehr zurückgehen kann, sagte er der OVZ. Damit könne die Bürgerinitiative zufrieden sein.

Auch Steffen Stange (parteilos) lobte Siegesmund, da sie ihr Wort gehalten habe. „Das ist in der Politik nicht immer der Fall“, sagte der Rositzer Bürgermeister, der trotz des Erfolges weiter sorgenvoll in die Zukunft schaute. „Wir werden in Rositz noch Jahrzehnte mit den Altlasten zu kämpfen haben und vieles davon unseren Kindern aufbürden müssen.“

Von Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Nilgansmännchen hat in der Altenburger Innenstadt zwei in der Nähe eines Teichs abgestellte Autos attackiert. Das Gänseweibchen habe den Angriff auf die Fahrzeuge am Donnerstag laut schnatternd vom Straßenrand aus begleitet, teilte die Polizei am Freitag mit.

11.03.2018

Zu einer äußerst ungewöhnlichen Einsatz musste die Altenburger Polizei am Donnerstagnachmittag ausrücken. Grund dafür waren zwei Nilgänse...

11.03.2018

Rund 3300 Haushalte mussten am Donnerstagmorgen in Meuselwitz ohne Strom auskommen, teilte die Mitteldeutsche Netzgesellschaft mit. Bis zum Mittag waren alle Kunden wieder am Netz.

11.03.2018
Anzeige