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Land unter in Paditz

Land unter in Paditz

Während sich in vielen Orten des Altenburger Landes dramatische Szenen abspielen, scheint die Skatstadt einmal mehr vom Hochwasser verschont zu bleiben.

Altenburg.

Doch dieser Schein trügt. Erneut sind es ihre Ortsteile, die teilweise geflutet werden. Und auch dem Inselzoo stand das Wasser bis zum Hals.

 

 

 

Wer gestern von Altenburg nach Paditz oder Ehrenberg will, kommt nicht weit. Die Zufahrtsstraßen sind geflutet. Doch während in Ehrenberg die Wassermassen der Pleiße den Berg nicht hochkommen, haben die Häuser entlang der Hauptstraße in Paditz keine Chance. Das Wasser dringt in Wohngebäude und Garagen ein, flutet ganze Kleingärten. Bei einem steht gerade mal noch einsam ein Pavillon in der braunen Brühe. Die Firma Rowak ist komplett vom Wasser eingeschlossen.

 

Auch Ortsteilbürgermeisterin Marina Baumann kann mit den Betroffenen vorerst nur telefonieren. In der Nacht zu gestern gegen 3 Uhr, so haben ihr ihre Feuerwehrleute signalisiert, hat der Pegel den Höchststand erreicht. So hoch, dass ein Feuerwehrmann in seinem Auto übernachten muss, weil er nicht mehr zurückkommt. Erst gestern Abend, als das Wasser langsam zurückgeht, kann Marina Baumann die Gummistiefel anziehen und sich selbst ein Bild vom Ausmaß der Flut machen. "Das ist alles viel schlimmer als 2002", resümiert sie.

 

In Kosma ist es zwar nicht ganz so dramatisch, doch auch hier haben Einwohner und Feuerwehr schwer mit dem Wasser zu kämpfen. "Gott sei Dank haben wir die großen Wiesen, sodass einiges dorthin ablaufen kann", sagt Ortsteilbürgermeisterin Carmen Schnoor. Trotzdem sind einige Wohngebäude betroffen, Keller vollgelaufen. Die Feuerwehr hat alle Hände voll zu tun, zumal sie bis gestern Mittag auf Notstromaggregate zurückgreifen muss. Denn es hat einen Verteilerkasten erwischt, der sich mit Wasser füllt und explodiert. Ab 17 Uhr am Sonntag hat Kosma keinen Strom mehr. "Ich kann den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz nicht genug danken", sagt Carmen Schnoor.

 

Am anderen Ende der Stadt in Knau ist am Denkmalring ein Damm gebrochen und hat etliche Häuser und die Kleingartenanlage "Leimrute" geflutet. Und zwischen Zschernitzsch und Unterzetzscha ist zwischen Bahn und Ortseingang der Bach sogar über die Straße geflossen. Die Straße war auf einer Länge von 100 Metern unpassierbar, berichtet Oberbürgermeister Michael Wolf, der sich gestern in allen Ortsteilen selbst ein Bild macht. Über 250 Fotos hat er geschossen. "Es ist notwendig, die gesamte Dramatik und das Ausmaß der Schäden zu dokumentieren, damit wir ein neues Hochwasserschutz-Programm kriegen", sagt der SPD-Politiker. Seiner Meinung nach hat es Zschechwitz, Ehrenberg und Paditz am schlimmsten erwischt. Er fordert auch die Bürger auf, alle Schäden zu dokumentieren.

 

Das haben die Mitarbeiter im Inselzoo schon gemacht. Denn mit dem Kleinod ist die Skatstadt selbst doch noch vom Hochwasser betroffen. In der Nacht zu gestern müssen einige Tiere wie zum Beispiel Kamerunschafe, Zwergziegen, Esel und Silberfüchse vorübergehend in andere Quartiere umziehen, da das hintere Drittel der Insel schon unter Wasser steht. Beim Umquartieren der Tiere helfen mehrere Bewohner aus der Torgasse. Für diese Unterstützung möchte sich das Team des Inselzoos herzlich bedanken.

 

Die beliebte Freizeiteinrichtung bleibt aus den geschilderten Gründen bis auf Weiteres erst einmal geschlossen. Mittlerweile sinken die Pegel zwar, es ist aber unklar, wann der Zoo wieder öffnen kann, so der städtische Pressesprecher Christian Bettels.

Paul, Ellen

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