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Land unter in Ziegelheim: Feuerwehr kämpft gegen Wasser und Schlamm

Starkregen Land unter in Ziegelheim: Feuerwehr kämpft gegen Wasser und Schlamm

Land unter hieß es am Sonnabend in der Gemeinde Ziegelheim, so dass die Freiwillige Feuerwehr in den frühen Morgenstunden an mehreren Einsatzstellen mit den Folgen der Flut zu kämpfen hatte.

Auch im Ziegelheimer Ortsteil Uhlmannsdorf hieß es am Sonnabend „Land unter“. Unrat hatte den kleinen Durchlass an der Glotz-Brücke verstopft und so die Situation verschärft.

Quelle: Michael Etzold

Ziegelheim. Land unter hieß es am Sonnabend in der Gemeinde Ziegelheim, so dass die Freiwillige Feuerwehr in den frühen Morgenstunden an mehreren Einsatzstellen mit den Folgen der Flut zu kämpfen hatte. Sie musste vielerorts Wasser abpumpen und Schlamm beseitigen. Offenbar waren am Wochenende die vom Dauerregen verursachten Probleme im Altenburger Land lokal auf Ziegelheim begrenzt. Bei der Rettungsleitstelle in Gera trafen nur Hilferufe aus dieser im Wieratal liegenden Gemeinde ein. Die Altenburger Polizei war wegen Überschwemmungen nicht alarmiert worden.

Die Kameraden der Ziegelheimer Feuerwehr wurden am Sonnabend um 3.32 Uhr aus ihren Betten gerissen, so der Ziegelheimer Heimatforscher Michael Etzold, der eine Wetterstation betreibt und selbst in einem bei Hochwasser gefährdeten Grundstück lebt. So schwante ihm offenbar schon, was kommen könnte, als es sich am Freitag ab 19 Uhr einregnete und der Niederschlag am Sonnabend „gegen 2 Uhr in Starkregen überging“. Gegen 5 Uhr habe er an seiner Wetterstation bereits 58 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Bei der Agrar GmbH Ziegelheim seien es zu diesem Zeitpunkt sogar 64 Liter gewesen. „Die lange Trockenzeit führte innerhalb kürzester Zeit zu Hochwasser, die Bäche wurden zu reißenden Strömen und traten schnell über die Ufer“, informierte Etzold, der selbst Mitglied der Feuerwehr ist, die OVZ.

Einsatz entlang von Wiera und Ziegelheimer Bach

Laut Ortsbrandmeister Torsten Wirth mussten die Kameraden entlang der Wiera und des Ziegelheimer Baches, die sich kilometerweit durchs Gemeindegebiet ziehen, gegen die Auswirkungen der Fluten kämpfen. Ziegelheim liege im Tal, da laufe bei großen Regenmengen – wie zuletzt 2013 und nun wieder – das Regenwasser zusammen und bedrohe auch bebaute Gebiete. Da viele Felder schon abgeerntet seien, habe das Wasser am Sonnabend losen Lehmboden mit sich geführt. Solcher Schlamm lasse sich nur mühsam beseitigen, so Wirth. Insgesamt mussten die Kameraden mit ihren zwei Fahrzeugen nach Notrufen zu neun Einsatzstellen.

„Nachdem die schlimmsten Niederschläge 2016 bisher einen Bogen um Ziegelheim geschlagen hatten und die Ziegelheimer Wehr ihre Wasser- und Schlamm-Einsätze in Boderitz und Zschernichen leistete, traf es diesmal mit Ausnahme von Niederarnsdorf alle Ziegelheimer Ortsteile“, so Etzold. Besonders schwer habe es den Brückenbereich in Heiersdorf in Richtung Göpfersdorf erwischt. „Nur mit schwerer Technik war dem Schlamm beizukommen.“ Die Agrar GmbH Ziegelheim habe mit einem Radlader geholfen, ergänzte Feuerwehrchef Wirth.

Kameraden müssen bis an die sächsische Grenze

Bis an die sächsische Grenze, ins Schwabener Holz, reichte laut Etzold die Heiersdorfer Einsatzstelle. „In Gähsnitz hatte man es mit Schlamm und viel Geröll zu tun. Ziegelheim und Uhlmannsdorf hatten mit überfluteten Wiesen und Grundstücken zu kämpfen.“ Die Ziegelheimer Feuerwehrleute stapelten Sandsäcke, pumpten aus Grundstücken Wasser ab und beseitigten Schlamm – auch von Straßen und Wegen. Wie viele Grundstücke konkret betroffen waren, vermochte Einsatzleiter Wirth nicht zu sagen. Seine Leute waren bis 9 Uhr auf den Beinen. Auch Bürgermeister Mario Rohr (CDU) machte sich ein Bild von der Situation.

„Der Wasser-Scheitel hatte gegen 5 Uhr seinen Höhepunkt überschritten“, beobachtete Etzold. „Nachdem der Sonnabend weitere 40,5 Liter pro Quadratmeter über Ziegelheim abregnen ließ und Sonntag um 8 Uhr noch einmal drei Liter gemessen wurden, ist in Ziegelheim an diesem Wochenende die Hundert-Liter-Marke geknackt worden.“

Probleme seien hausgemacht

Vor allem hausgemachte Probleme hätten zu den aktuellen Überflutungsschäden geführt, sind Etzold und Wirth einer Meinung. Zahlloser Müll, Bretter und Balken, Dachziegel, Kisten und anderes hätten am Sonnabend zu Verstopfungen an den Brücken geführt, berichtete Augenzeuge Etzold und nannte vor allem die Brücke am Gasthof als auch die Brücke bei Glotz in Uhlmannsdorf. „Wie ist es sonst zu erklären, das im unteren Uhlmannsdorfer Bereich der Lungwitz-Brücke kein Hochwasser war“, fragt er.

Seit 2013 werde den Bürgern versprochen, das unter anderem diese Brücken, die beim damaligen Hochwasser stark beschädigt wurden, mit 100-prozentiger Förderung erneuert werden sollen. „Bis heute ist kein Spatenstich erfolgt“, ärgert sich Etzold. Zudem sei die Grundsanierung der Bäche mit Ausnahme einiger weniger Einzelstellen seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr durchgeführt worden. Auch Wirth kritisiert den Zustand der zwei Brücken in Uhlmannsdorf, die bei Hochwasser zur Staufalle werden. „Wenn allerdings die Bürger weiter den Bachrand als Lagerplatz benutzen, wird auch eine neue Brücke den Abfluss großer Wassermassen nicht garantieren können“, ist sich Etzold sicher.

Dass das Wieratal bei großen Regenmengen gefährdet ist, hatte sich zuletzt Anfang Juni gezeigt. Da hatten sich vor allem in Zschernichen und Klausa Wasser- und Schlammmassen auf Straßen und in Grundstücke ergossen. Ebenfalls lokal begrenzt.

Von Frank Prenzel

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