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Landestheater Altenburg bringt Inszenierung einer Mozart-Oper auf die Bühne

„So machen’s alle“ Landestheater Altenburg bringt Inszenierung einer Mozart-Oper auf die Bühne

Innovation ist für die heutigen Theater fast lebensnotwendig geworden. Wer diese nicht betreibt, bleibt zurück bei seiner Profilierung und damit beim Gewinn neuen Publikums. Unser Theater in Altenburg und Gera schreitet da voran. Es sei nur erinnert, was allein durch das Schauspiel unter Leitung von Bernhard Stengele an Projekten auf den Weg gebracht worden ist. Und durch den Musikbereich auch.

So machen’s alle“: Eine wunderbare Sommertheater-Komödie nach Mozarts „Cosi fan tutte“ im Hof des Seckendorffschen Palais des Landestheaters Altenburg.

Quelle: Sabina Sabovic

Altenburg. Innovation ist für die heutigen Theater fast lebensnotwendig geworden. Wer diese nicht betreibt, bleibt zurück bei seiner Profilierung und damit beim Gewinn neuen Publikums. Unser Theater in Altenburg und Gera schreitet da voran. Es sei nur erinnert, was allein durch das Schauspiel unter Leitung von Bernhard Stengele an Projekten auf den Weg gebracht worden ist. Und durch den Musikbereich auch.

Mit den Sommerevents auf dem Altenburger Markt mit „Carmina Burana“ und der diesjährigen konzertanten Aufführung der Oper „Cvalleria rusticana“ erhalten die Spielzeiten nicht nur einen glanzvollen Abschluss, sondern es werden neue Erlebnisbereiche mit neuem Publikum erschlossen. Und nun zieht das Schauspiel mit seinem Sommertheater im Seckendorffschen Hof des Theaters nach. Und das Besondere dabei: Die Innovation mit der Erarbeitung neuer Werke wird fortgesetzt.

Das hauseigene Autorenduo Manuel Kressin und Olav Kröger legen nach der Barbarossa-Rockerette ein neues Stück auf. „So machen`s alle“ heißt es und begann am vergangenen Sonnabend seinen Aufführungsmarathon mit neun Veranstaltungen. Bei dem Titel horchen die Opernfreunde auf: „So machen`s alle“? Natürlich! „Cosi fan tutte“, Mozarts Oper. Kressin hat das Libretto neu bearbeitet und für seinen Text gereimt. Es war noch nicht bekannt, dass er Lyrik verfasst und die Sprache in fünffüßige Jamben formen kann. Olav Kröger hat diese zu Teilen in sangbare und teilweise bewusst schnulzige Musik nach Mustern der 50er-Jahre gekleidet. Nein, das ist keine neue Oper, es ist ein Schauspiel mit Musik. Und das ist gut gelungen.

Die Untreue zweier befreundeter Liebespaare ist in Opern- und Literaturgeschichte vielfältig behandelt worden – und dies nicht erst durch Lorenzo da Ponte und Mozart mit ihrer Oper „Cosi fan tutte“ („So machen`s alle“).

Das Personal dieser aktuellen Aufführung ist das der Mozartschen Oper: zwei Liebespaare (Anne Diener und Manuel Struffolino, Vanessa Rose und Thorsten Dara) unterschiedlich gepolt, dazu der Frauenfeind Don Alfonso (Ulrich Milde) und seine Helferin (Mechthild Scrobanita), der mit den beiden Männern über die Untreue ihrer Partnerinnen wettet.

Die Inszenierung ist konzipiert für den Hof im Seckendorffschen Palais. Dort wird gespielt, wenn es nicht regnet. Am vergangenen Sonntagabend nach der Oskargala tröpfelte es. Man wechselte in die Spielstätte Heizhaus. Es gibt also zwei inszenatorische Fassungen. Wir sprechen über die Indoorvariante, bei der sich zwei Spielebenen ergeben: eine unten und eine oben auf den Laufwegen der Unter-dem- Dach-Technik. Diese hat den Nachteil, dass das Stück dort zum reinen Sprechtheater mutiert, denn man sieht nur die Köpfe der Akteure und hört ihre Stimmen, wenn man nach oben schaut. Das ist nicht besonders schlimm, denn nach ersten Anzeichen von Genickstarre werden die Betreffenden meistens wieder nach unten gerufen. Dann hetzen sie oben die Laufstege entlang – und wieder festen Boden unter den Füßen entfachen sie einen spielerischen Zauber ganz in der Art der alten italienischen Commedia dell`Arte. Dazu gehören Masken, was sich hier gut macht bei der Verkleidung der beiden Liebhaber und knallbunte Kostüme. Die Ausstatterin Marianne Hallenstein muss im Farbenrausch gewesen sein bei deren Entwürfen und Besprühen mit den Dosen. Welchen Laden hat sie da ausgekauft? Auch die zwei Musiker Olav Kröger (Piano) und Philipp Reinheimer (Schlagzeug) sowie Katharina Brien (Saxofon und Klarinette, manchmal auch E-Bass) sind gut betucht worden, wobei Olav Kröger zum Schreien schrill wirkt.

Nicht so seine Musik, manche Stücke sind kitschig süß und werden auch so gesungen. Das darf man nur zum Sommertheater, bei dem fast alles erlaubt ist. So auch die Veränderung des ursprünglichen Inhaltes. Von der Urfassung dieser Konstellation, der Untreue zweier befreundeter Liebespaare, zuerst erschienen in dem 1510 veröffentlichtem Werk „Der rasende Roland“ des Italieners Ludovico Ariosto, über Mozarts Oper und alle Abwandlungen dieses Themas vergeben sich alle Paare und bleiben, moralisch rehabilitiert, „für immer“ beisammen. Nicht so bei Manuel Kressin. Nachdem sich die vier mit dem anderen Partner „abgeküsst“ haben, verlieben sie sich mit ihm und paaren sich nun über Kreuz. Das ist zwar moralisch anfälliger, aber menschlich natürlicher.

Von Manfred Hainich

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