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Landesverwaltungsamt lehnt Antrag für Hähnchenmast-Anlage bei Gleina ab

Trinkwassergefährdung Landesverwaltungsamt lehnt Antrag für Hähnchenmast-Anlage bei Gleina ab

Eine Hähnchenmastanlage für 207 000 Tier bei Gleina darf nicht gebaut werden. Das Landesverwaltungsamt hat den Antrag des Investors abgelehnt. Grund ist eine Beeinträchtigung eines Trinkwasserhochbehälters durch Keime, die der Investor nicht ausschließen könne. Der Investor Richard Wermuth will wegen der Ablehnung nun vor Gericht ziehen.

Dieser Trinkwasserhochbehälter der Ewa könnte durch die Hähnchenmast-Anlage beeinträchtigt werden.

Quelle: Jens Rosenkranz

Nobitz/Weimar. Der Antrag für den Bau einer Hähnchenmastanlage für 207 000 Tiere bei Gleina ist vom Landesverwaltungsamt Weimar abgelehnt worden. Dies teilte die Behörde am Montag in einer Pressemeldung mit. Nach umfassender Prüfung des Vorhabens konnten nachteilige Auswirkungen auf die öffentliche Trinkwasserversorgung „nicht hinreichend sicher ausgeschlossen werden“, hieß es.

Der vorgesehene Standort der Mastanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Trinkwasserhochbehälter der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa). „Nach Überzeugung des Landesverwaltungsamts konnte die Wermuth GmbH & Co. als Antragsteller nicht ausschließen, dass es in Folge des Betriebs der Anlage zu Verunreinigungen des Trinkwassers durch den Eintrag von Mikroorganismen kommen kann.“ Auch ein vom Landesverwaltungsamt eingeschalteter Behördengutachter sei zum gleichen Ergebnis gelangt.

Die Ewa hatte vor einer solchen Verunreinigung bereits im Mai 2016 gewarnt. Der Investor Richard Wermuth hatte eine Gefahr jedoch bestritten. Wegen dieser Unklarheit zog sich das Genehmigungsverfahren in die Länge. Und weil ihm das Ganze zu lange dauert, verklagte Wermuth das Landesverwaltungsamt sogar wegen Untätigkeit (OVZ berichtete).

Allerdings wollte die Behörde ein weiteres Gutachten abwarten, um endgültige Klarheit darüber zu bekommen, ob der Trinkwasserhochbehälter und die Übergabestelle der Fernwasserversorgung für Altenburg durch die Hähnchenmast gefährdet werden. Dabei ging es unter anderem um Bioaerosole wie Bakterien, Viren, Pilze und Allergene.

Auch das Klinikum Altenburger Land hatte vor einer Gesundheitsgefahr durch die Anlage gewarnt und sich dabei auf zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen gestützt. In der Stallluft von Hähnchenmastanlagen würde eine massive Konzentration von Bioaerosolen, Biotoxinen und Keimen vorliegen, hieß es.

Bedenken wegen Umwelt- oder Lärmbelastungen erklärten die von Wermuth beauftragten Fachleute im Mai 2016 jedoch als unbegründet. Die Gefahr durch Bioaerosole, Ammoniak oder Pilze wurden als so gut wie nicht vorhanden bezeichnet. Ebenso eine Gefährdung seltener Tiere in der Umgebung oder die Beeinträchtigung des Naturschutzgebietes Klaffholz und der Sprottenaue.

Kritik an den Plänen kam auch von einer örtlichen Bürgerinitiative, die vor einer Gesundheitsgefährdung der Anwohner, Umweltverschmutzung und einer sinkenden Lebensqualität warnten. Diese Bedenken bezeichnete Wermuth als Horrorszenario. Kay-Uwe Koch, der Sprecher der Initiative begrüßte die Entscheidung des Landesverwaltungsamtes. „Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagte Koch am Montag der OVZ.

Sogar die Bundeswehr hatte sich wegen des nicht eingehaltenen Mindestabstandes und der erheblichen Beeinträchtigungen der Beschäftigten gegen die Anlage ausgesprochen. Auch der Dienstbetrieb sei durch die Behinderung der Zufahrt infolge von Bauarbeiten oder beim Auftreten von Alarmfällen beeinträchtigt. Diese Einwände spielten bei der Ablehnung des Bauantrag allerdings keine Rolle.

Investor Richard Wermuth kündigte gegenüber der OVZ an, gegen die Ablehnung vor dem Verwaltungsgericht Gera zu klagen. Dazu hat er nun einen Monat Zeit.

Von Jens Rosenkranz

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