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Altenburg Landrätin Michaele Sojka überrascht bei der Bilanz ihrer ersten 100 Tage
Region Altenburg Landrätin Michaele Sojka überrascht bei der Bilanz ihrer ersten 100 Tage
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19:30 08.10.2012
Michaele Sojka

Von jens Rosenkranz

"Wir sind mit dem Personal an der unteren Grenze angelangt", sagte Sojka. Das Arbeiten auf dem Rücken der Mitarbeiter gehe nur eine Zeit lang gut. "Ich will das ändern", kündigte die Landrätin an. Für mehr Personal brauche man jedoch mehr Geld, zum Beispiel über eine höhere Kreisumlage. Die andere Alternative sei eine Reduzierung der Aufgaben. Sie gebe sich für die Personal-Probleme ein Jahr Zeit. Danach müsse der Kreistag entscheiden, ob Aufgaben gekürzt oder mehr Leute bezahlt werden sollen. Als Beispiel nannte sie die seit Jahren personell völlig überforderte Kreisstraßenmeisterei. Erhalte diese nicht mehr Leute, werde man sich von Kreisstraßen trennen müssen.

Ebenso unzufrieden zeigte sich Sojka über die zu schleppende Bearbeitung von Widersprüchen der Bürger. Die meisten der 1000 unerledigten Fälle beträfen Straßenausbau- oder Abwasserbeiträge. Um diese Zahl zu reduzieren, sei gleichfalls mehr Personal nötig.

Die Landrätin kündigte gestern ebenso eine Änderung der Bonus-Zahlungen für die Chefs kreiseigener Firmen, wie Klinikum, Thüsac oder Heimbetriebsgesellschaft, an. Bislang war die zusätzliche Überweisung von 15 Prozent des Jahresgehalts an keinerlei Leistungen geknüpft und galt bei ihrem Vorgänger als fester Bestandteil des Gehalts. In Zukunft werde dies nur bei der Erfüllung von zuvor ausgehandelten Ziel- oder Leistungsvereinbarungen geschehen. "Wenn sich Gesellschaften nicht weiterentwickeln, muss es Möglichkeiten geben, nachzujustieren", sagte Sojka. Ebenso strebe sie mehr Ergebnisse im Bereich der Wirtschaftsförderung an. Ihr Ziel sei, dass das Landratsamt das Gütesiegel einer mittelstandsfreundlichen Verwaltung erhalte.

Als Ergebnisse ihrer Arbeit nach 100 Tagen nannte die Landrätin die Abschaffung der Gutscheine für Asylbewerber zugunsten von Bargeldzahlungen sowie die begonnene Umgestaltung des Innenhofs der Flüchtlingsunterkunft in Schmölln, womit auf die Beschwerden der Anwohner reagiert wird. Außerdem sei eine Arbeitsgruppe Demografie gegründet worden, die Konzepte entwickeln soll, wie der Landkreis die zunehmende Überalterung meistert.

Überrascht zeigte sich die Linken-Politikerin, wie offen und freundschaftlich sie von den Mitarbeitern der Behörde aufgenommen wurde. Sie hatte Sorgen, dass dies länger dauert. "Schließlich waren die Mitarbeiter zwölf Jahre lang auf einen anderen Chef geeicht." Unerwarteten Gegenwind habe sie bei Teilen des Kreistages gespürt. Einerseits habe das Gremium eine Entscheidung zum Viaduktradweg abgelehnt und auf ihren Tisch zurückdelegiert. Auf der anderen Seite sei ihr bei der Einstellung von Frank Schmitt als Wirtschaftsberater die Überschreitung ihrer Kompetenzen vorgeworfen worden.

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