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Verfügung gegen Geflügelpest erlassen – noch kein Fall im Altenburger Land

Stallpflicht in elf Risikogebieten Verfügung gegen Geflügelpest erlassen – noch kein Fall im Altenburger Land

Wegen der immer näher rückenden Geflügelpest hat das Landratsamt am Montag eine Verfügung erlassen, die in elf Risikogebieten gilt. Wichtigste Auflage ist die Stallpflicht für Gefieder, ausgenommen Tauben. Bislang ist jedoch noch kein Fall der Vogelgrippe im Landkreis bekannt, erklärte der zuständige Fachdienstleiter, Matthias Thurau.

Gänse und Hühner dürfen in elf Risikogebieten ab morgen nur noch in Stallungen gehalten werden.

Quelle: dpa

Altenburg. Die deutschlandweiten Fälle der Vogelgrippe mehren sich, erst am Freitag wurde eine tote Wildente mit einem H5-Virus am Cospudener See bei Leipzig gefunden – das sind nicht einmal 20 Kilometer Luftlinie bis zur Kreisgrenze.

Aufgrund dieser Gefahrenlage hat Landrätin Michaele Sojka (Linke) am Montag eine Verfügung zur Bekämpfung der Geflügelpest erlassen. Sie tritt am Mittwoch in Kraft. Zentraler Bestandteil ist die Ausweisung von elf Gebieten (siehe Kasten), wo eine Stallpflicht für Geflügel zwingend nötig ist. Darüber informierte der zuständige Fachdienstleister, Matthias Thurau, am Montag die Presse. Dabei handelt es sich um bekannte Nistplätze, die sich am Ufer der Pleiße oder an den Talsperren befinden.

Es sei allerdings noch kein Fall eines toten Tieres im Landkreis aufgetreten, bei dem das gefährliche H5N8-Virus nachgewiesen wurde, erklärte Thurau. Erst am Montag haben Mitarbeiter vom Veterinäramt alle Risiko-Gebiete im Landkreis in Augenschein genommen, aber keine kranken oder toten Vögel entdeckt. Thurau selbst war an der Talsperre Schömbach, wo er etwa 60 Wildenten, 20 Kormorane, zehn Schwäne und zehn Wildgänse gezählt habe – alle wohlauf.

Die vom Landratsamt erlassenen Maßnahmen tragen im Moment vorbeugenden Charakter. Die Behörde reagiert damit auch auf die Aufforderung des Freistaates.

Die Stallpflicht bedeutet geschlossene Räume oder Volieren, die abgedeckt sein müssen und in die kein Wildvogel hineingelangen kann. Ausgenommen sind Tauben. Vertreter der Veterinär-Behörde werden die Umsetzung ab Mittwoch kontrollieren und nötigenfalls auch durchsetzen und Verstöße sanktionieren. Erfahrungsgemäß kommen Nutztierhalter solchen Aufforderungen vor allem im eigenen Interesse aber immer nach, weiß Thurau. Er erinnert sich dabei vor allem an das Jahr 2007, als das letzte Mal ein Fall von Vogelpest bei einem toten Schwan bei Windischleuba nachgewiesen wurde.

Neben der Stallpflicht haben Geflügelhalter in den betroffenen Gebieten weitere Maßnahmen umzusetzen. So müssen die Eingänge zu den Ställen mit geeigneten Einrichtungen zur Schuhdesinfektion versehen werden. Beim Betreten der Stallungen ist Schutzkleidung anzulegen, bei Einwegkleidung ist diese nach Gebrauch unverzüglich zu entsorgen. Der Ankauf von Geflügel von Märkten oder Börsen ist verboten. Außerdem müssen alle Geflügelhalter ihre Bestände im Landratsamt melden, die das noch nicht getan haben.

Besonders auf der Hut ist man ab sofort in den drei größten Nutztierhaltungen mit Geflügel im Kreis. Dies betrifft die Zuchtanlage für Legehennen im Meuselwitzer Ortsteile Falkenhain mit 85 000 Tieren, die Legehennen-Anlage in Taupadel bei Schmölln sowie den Putenmast-Betrieb bei Göhren mit jeweils rund 50 000 Tieren. Diese Betriebe wurden am Montag von Thurau persönlich über die Lage unterrichtet. Dort wird ab sofort peinlichst auf die strenge Einhaltung aller Hygienevorschriften geachtet. Denn befällt ein Virus einen solchen Stall, müssen alle Tiere getötet werden.

Die Gefahr, dass der Virus in einer mutierten Form auch auf Säugetiere übergreift, sieht Thurau derzeit noch nicht. Deshalb wird die anderswo im Gespräch befindliche Ausgangssperre für Hunde und Katzen im Altenburger Land nicht erlassen.

Falls im Landkreis ein Fall von Geflügelpest nachwiesen wird, gilt in einem Radius von drei Kilometern um diesen Ort auch dort die Stallpflicht. Außerdem werden alle Geflügelbestände in dem Gebiet klinisch untersucht. „Die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus im Altenburger Land ankommt, besteht“, erklärt Thurau. Dass die Vogelgrippe allerdings in einem Nutztierbestand auftrat, einen solchen Fall hat es im Landkreis noch nie gegeben.

Alle Bürger sind aufgerufen, kranke oder tote Vögel dem Landratsamt zu melden, damit diese untersucht werden können. Möglich ist dies über Tel. 03447 586708 oder per E-Mail: veterinaerwesen@altenburgerland.de.

Von Jens Rosenkranz

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