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Altenburg Landrätin überzeugt: Kreis kannsteigende Flüchtlingszahlen meistern
Region Altenburg Landrätin überzeugt: Kreis kannsteigende Flüchtlingszahlen meistern
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00:30 23.08.2015
Das ehemalige Hotel in der Barlachstraße ist vom Landratsamt derzeit nur als Notvariante für eine Flüchtlingsunterkunft vorgesehen. Für Altenburgs OB Michael Wolf ist dieses Gebäude, das die LEG angeboten hatte, gänzlich vom Tisch. Quelle: Mario Jahn
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Im Moment sind es etwa 50. Offiziellen Zahlen der Kreisbehörde zufolge beherbergt das Altenburger Land derzeit rund 400 Flüchtlinge in Wohnungen und gut 100 in der zentralen Gemeinschaftsunterkunft in Schmölln.

Viel mehr Konkretes förderte das vorgestrige Treffen allerdings nicht zutage. Dafür eine Menge Frust unter den teilnehmenden Bürgermeistern und VG-Chefs. Von viel "Blah-Blah" seitens der Landrätin, die ohnehin alles besser wisse, sprachen mehrere Teilnehmer, die allerdings nicht namentlich genannt werden wollen. "Der Kreis arbeitet super, aber die Kommunen machen nicht mit", lautete der Tenor nach Aussagen von Anwesenden. Andere klagten über zu wenig Informationen und zu wenig Vorschläge seitens der Kreisverwaltung.

Dem Vernehmen nach wurde unter anderem das Thema dezentrale versus zentrale Unterbringung diskutiert. Ergebnis: Fehlanzeige. In diesem Zusammenhang kam auch eine weitere zentrale Flüchtlingsunterkunft aufs Tableau. Offenbar stößt diese aber bei Bürgermeistern und VG-Chefs mehrheitlich auf Ablehnung. Auch konkrete Objekte, wie etwa das von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) angebotene einstige Hotel in der Altenburger Barlachstraße (die OVZ berichtete), wurden besprochen.

Allerdings sieht das Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf mehr als kritisch. "Das Thema Barlachstraße ist vom Tisch", sagte der SPD-Politiker gestern auf Nachfrage. Das habe er bereits Anfang der Woche mit dem LEG-Geschäftsführer geklärt. "In Altenburg-Nord wird es keine weiteren Asylbewerber geben, weil dort die Anzahl, die sozial verträglich und sicherheitstechnisch machbar ist, erreicht ist. Mehr geht nicht." Er selbst favorisiere weiterhin die Strategie der dezentralen Unterbringung. "Wenn sie ordnungsgemäß und vernünftig geplant ist, gerecht auf den Kreis verteilt wird, eine Betreuung durch Sozialarbeiter gewährleistet ist und eine enge Zusammenarbeit besteht." Ihm sei aber auch klar, dass die kommenden Herausforderungen kaum ohne zentrale Unterkunft zu bewältigen seien. "Die Stadt Altenburg hat derzeit die Hauptlast, das bitte ich zu honorieren", appellierte Wolf an die kommunale Solidarität im Kreis.

Die Landrätin wies die anonym vorgetragene Kritik im OVZ-Gespräch zurück. Der Landkreis sei in der Lage, die Flüchtlinge weiterhin unterzubringen, selbst wenn deren Zahl bis zum Jahresende drastisch zunimmt. "Wir haben genügend Angebote", sagte Sojka, die sich dabei insbesondere auf private Vermieter bezog, die zum allergrößten Teil aus Altenburg und Schmölln kommen. Dass dabei das Altenburger Wohngebiet Nord keine Flüchtlinge mehr aufnehmen könne, bezeichnete Sojka als die Meinung des Oberbürgermeisters Wolf. Nord werde auch weiterhin Asylbewerber aufnehmen, kündigte die Landrätin an. Das Angebot der LEG, das ehemalige Hotel in der Barlachstraße zur Verfügung zu stellen, nehme der Landkreis im Moment nicht an "Wir halten uns diese Offerte aber für einen Notfall offen."

Ebenso wies Sojka die bereits in den Vorwochen geäußerte Kritik des Gößnitzer Bürgermeisters Wolfgang Scholz zurück, der die Unterbringung einiger Asylbewerber in seiner Stadt an ungeeigneter Stelle und eine schlechte Kommunikation bemängelt hatte. Wenn ihr die Bürgermeister selbst keine eigenen Angebote machen, greife sie auf die von privaten Vermieter zurück, entgegnete Sojka. Sie habe keine andere Wahl, wenn sie ihre Aufgabe erfüllen wolle.

Sojka kündigte an, dass sie mit dem neuen Schmöllner Bürgermeister Sven Schrade (SPD) erst nach dessen Amtsantritt am 3. September über eine zweite Gemeinschaftsunterkunft reden werde, die nicht in Altenburg, sondern in Schmölln gesucht werde. Ebenso sei geplant, das jetzige Flüchtlingsheim der Hausmühlenstraße zu entlasten. Dafür werde eventuell sogar eine dritte Unterkunft gesucht. Da Schrade vorgestern nicht anwesend war, wollte sie in dessen Abwesenheit auch nicht über Schmöllner Belange reden. © Kommentar

Jens Rosenkranz, Thomas Haegele

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