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Altenburg Landratsamt kauft zurückgegebenen Leasing-Kommandowagen
Region Altenburg Landratsamt kauft zurückgegebenen Leasing-Kommandowagen
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10:43 05.01.2019
Das Landratsamt hat wieder einen eigenen Kommandowagen. Er ist allerdings das jetzt gekaufte alte, dass monatelang ungenutzt herumstand. Quelle: privat
Altenburg

Der Kreisbrandinspektor und die Kreisbrandmeister des Altenburger Landes verfügen wieder über einen eigenen Kommandowagen. Wenngleich der auffällige rotweiße Feuerwehr-VW beileibe keine Neuanschaffung ist, sondern quasi nur zurückkehrte. Denn der VW rollte von 2012 bis 2017 schon für das Landratsamt als geleastes Fahrzeug. Allerdings wurde es nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Nutzungsdauer im August 2017 an den Händler zurück gegeben und stand dort die folgenden 15 Monate ungenutzt auf dem Parkplatz herum (die OVZ berichtete).

Parallel erfolgte für die Behörde jedoch keine Neuanschaffung eines adäquaten Dienstfahrzeugs mit der entsprechenden Sonderausstattung wie Blaulicht und Sirene. Intern gab es damals die Anweisung, dass man angesichts der im Sommer 2017 noch fest geplanten Gebietsreform keinerlei kostspielige Neuanschaffungen mehr tätigen werde.

Fahrzeuglosigkeit war ein Novum

Eine Lesart, die bislang nur hinter vorgehaltener Hand kursierte, die aber jetzt Kreisbrandinspektor Uwe Engert weitgehend bestätigt: „Das war damals wohl eine Begründung für die Entscheidung“, sagte er gegenüber dieser Zeitung. Nun ist so ein Kommandowagen, mit dem leitende Feuerwehrleute wie Kreisbrandinspektor oder in Vertretung die Kreisbrandmeister zu Großeinsätzen sowie im Katastrophenfall zur Unterstützung der eingesetzten Feuerwehren anrücken, zwar nicht zwingend im Brand- und Katastrophenschutzgesetz Thüringens vorgeschrieben. Aber im gesamten Freistaat gab es keine andere Feuerwehrführung, die ohne so ein speziell aufgestattetes Fahrzeug auskommen musste.

Intervention der Kreisbrandmeister

Auch die durchweg ehrenamtlichen Kreisbrandmeister stellten sich auf die Hinterbeine. Sie weigerten sich zeitweise, derartige Bereitschaftsdienste an Wochenenden sowie Feiertagen zu übernehmen und dabei ihr privates Fahrzeug zu nutzen. Was Engert auch nachvollziehen kann: „Im Falle eines Großeinsatzes mit weiträumigen Absperrungen ist es doch fraglich, ob man mit einem Privatfahrzeug von der Polizei überhaupt vorgelassen wird.“

Muntere Autotausche

Die heftige Intervention der Betroffenen gegen das Fehlen eines solchen Fahrzeugs hatte zwischenzeitlich zwar Erfolg, führte aber amtsintern zu einigen Verrenkungen, über die Außenstehende nur mit dem Kopf schütteln können. Das Landratsamt hat im Fahrzeugbestand noch einen entsprechend ausgestatteten Feuerwehr-Kleinbus, der aber vereinbarungsgemäß 2017 bei der Feuerwehr in Gößnitz stationiert wurde. Wenn nun für einen Bereitschaftsdienst ein Feuerwehrfahrzeug benötigt wurde, fuhren zwei Bedienstete des Landratsamtes vor dessen Beginn nach Gößnitz, um den Kleinbus zu holen. Und umgekehrt verlief die Prozedur dann nach Bereitschaftende, wenn es galt, das Auto wieder in die Pleißestadt zu bringen. Engert widerspricht diesem Szenario zumindest nicht.

Jetzt ist der alte Wagen wieder zurück

Im November 2018 kam allerdings die überraschende Kehrtwende. Wohl unter anderem, weil der neu gewählte Landrat Uwe Melzer (CDU) diesen Missstand so schnell wie möglich heilen wollte. Zum anderen aber vor allem, weil sich im Haushalt des Kreises noch Ausgabereste fanden, mit denen die Wiederanschaffung des auf dem Autohausparkplatz weiter vor sich hindümpelnden Kommandowagens möglich wurde. Jetzt gehört der VW fest zum Fahrzeugpark. Intern spottet man, es handele sich um ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, dieser frisch mit den Schriftzug des Landratsamtes beklebte Kombi, der nun schon gut sechs Jahre auf dem Buckel hat und einen niedrigen fünfstelligen Betrag gekostet haben soll. Auf jeden Fall deutlich weniger, als jene 20 000 Euro, die der Händler erst aufrief.

Von Jörg Wolf

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