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Altenburg Landratsamt macht Ausnahme – Investitionen in Altenburg-Südost können starten
Region Altenburg Landratsamt macht Ausnahme – Investitionen in Altenburg-Südost können starten
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05:00 06.12.2016
Zwischen Kollwitz- und Zwickauer Straße entsteht das neue Regenrückhaltebauwerk. Es muss bis Januar 2018 fertig sein. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Wenn es viel und lange regnet, wird es im Bereich zwischen Käthe-Kollwitz- und Zwickauer Straße eng. Denn seit Jahren schon reichen die Kapazitäten der Kanalisation nicht mehr aus. Der alte Regenüberlauf in der Teichvorstadt zwischen dem Großen und dem Kleinen Teich entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Vor allem Investitionen in Südost werden deshalb nicht erlaubt oder bedürfen einer Ausnahmegenehmigung. Ein untragbarer Zustand.

Mit jahrelanger Verzögerung begann der Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) Anfang November mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens (OVZ berichtete). Das 2,2 Millionen Euro teure Bauwerk soll bei Bedarf große Regenmengen aufnehmen und den Weiterfluss in den Entwässerungskanal drosseln. Doch es geht womöglich erst Januar 2018 in Betrieb, vielleicht auch schon etwas eher.

Damit weitere Bauanträge bis dahin genehmigt werden können, beantragte die Waba eine Ausnahmeerlaubnis. Denn die Zustimmung des Wasserversorgers ist Voraussetzung bei einer Baugenehmigung durch das Bauordnungsamt. Zustimmen kann der Waba aber nur, wenn dafür die Voraussetzungen erfüllt sind – wie eben ein funktionierens Regenrückhaltesystem.

Anlass für die Beantragung der Ausnahmeerlaubnis waren mehrere, der Stadtverwaltung Altenburg vorliegende Bauanträge im Bereich der Teichvorstadt. Dabei handelt es sich unter anderem um eine neue Seniorenwohnanlage in der Käthe-Kollwitz-Straße. Ebenso betroffen ist eine Anlage für betreutes Wohnen in der Zwickauer Straße. Seit Jahren wird das dortige ehemalige MHW-Karree saniert und umgebaut. Doch auch eine Vermietung sei von einer Ausnahmegenehmigung abhängig, sagte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) der OVZ. Denn mit den neuen Mietern erhöhen sich auch die Schmutzwassermengen.

Investor und Betreiber Michael Hose sieht dies völlig anders. Denn das Gebäude besteht seit Jahrzehnten, versiegelt demzufolge seitdem Flächen und leitet ebenso lange Regenwasser in den Kanal ein. Zusätzliche Abwassermengen seien also nicht zu erwarten, zumal ein Teil des Gebäudekomplexes seit über einem Jahr bereits vermietet ist.

Der Streit um diese Betrachtung kann nun beigelegt werden. Denn die untere Wasserbehörde des Landratsamtes hat dem Waba vor einigen Tagen eine Ausnahmegenehmigung für Investitionen erteilt, die vor Fertigstellung des Regenrückhalte-Bauwerks stattfinden sollen. Das teilte die Kreisbehörde der OVZ auf eine Anfrage mit. Wichtigstes Argument für die Ausnahme sei der gerade begonnene Neubau des Rückhaltebeckens, wodurch die Mischwasserbehandlung in diesem abwassertechnischen Einzugsgebiet dem Stand der Technik angepasst wird.

Deshalb kann ein anderes nicht unbedeutendes Vorhaben nun ebenso bald starten, zumindest die Planungen dafür. Aus der ehemalige Kleingartenanlage „Schweizer Höhe“, wo 2015 die letzten Lauben abgerissen wurden, soll seitdem ein Eigenheimstandort werden. Altenburg braucht solche Gebiete dringend.

Die Bewohner der Areals für Betreutes Wohnen in der Zwickauer Straße werden womöglich schon eher von der Ausnahmegenehmigung etwas merken. Es geht um einen kleinen Swimmingpool innerhalb des Gebäudes, 9 mal 4,40 Meter groß, mit rund 60 Kubikmetern Inhalt. Es wäre der erste seiner Art in einem Seniorenwohnheim des Altenburger Landes.

Von Jens Rosenkranz

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