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Landratsamt will gefährliche Aschehalde Rositz ab Februar sichern

Altlasten Landratsamt will gefährliche Aschehalde Rositz ab Februar sichern

Weil die Böschung der Aschehalde Fichtenhainichen abrutschen könnte, hatte das Landratsamt deren Sicherung angeordnet. Michaele Sojka (Linke) bereitete die gefährliche Altlast sogar schlaflose Nächte. Wegen der Brisanz ordnete die Landrätin einen sofortigen Vollzug der Sicherungsmaßnahmen an. Das war am 15. März 2015 und damit vor rund zehn Monaten. Getan hat sich seit dem bis auf die Sperrung einer Straße unweit der Böschung nichts.

Die Böschung der Aschehalde Fichtenhainichen könnte abrutschen.

Quelle: Mario Jahn

Rositz. Denn das Thüringer Umweltministerium sieht die Gefahr durch vorliegende und sich teils widersprechende Gutachten nicht ausreichend belegt.Weil die Böschung der Aschehalde Fichtenhainichen abrutschen könnte, hatte das Landratsamt deren Sicherung angeordnet. Michaele Sojka (Linke) bereitete die gefährliche Altlast sogar schlaflose Nächte. Wegen der Brisanz ordnete die Landrätin einen sofortigen Vollzug der Sicherungsmaßnahmen an. Das war am 15. März 2015 und damit vor rund zehn Monaten. Getan hat sich seit dem bis auf die Sperrung einer Straße unweit der Böschung nichts. Denn das Thüringer Umweltministerium sieht die Gefahr durch vorliegende und sich teils widersprechende Gutachten nicht ausreichend belegt.

Doch dem Landratsamt reicht es nun. Im Februar soll mit der Sicherung begonnen werden. Das teilte die zuständige Fachdienstleiterin Birgit Seiler der Osterländer Volkszeitung auf eine Anfrage mit. Der bereits vorliegende Bauantrag der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) liege vor, müsse aber noch von der Bauordnungsbehörde des Kreises genehmigt werden.

Geplant ist der Einbau von sogenannte L-Elementen aus Beton an der Nord- und der Südböschung. Die Ostböschung soll durch Anschüttungen stabilisiert werden. Die Dauer Sicherungsarbeiten wird auf rund 25 Wochen geschätzt. Die Finanzierung erfolgt durch die LEG, freilich auf deren Risiko. Denn das Umweltministerium will die Gelder dafür erst bewilligen, wenn alle Untersuchungen vorliegen und die Gefahr tatsächlich belegt ist. Die Fragen sollen bei einem Treffen ausgewertet werden, das voraussichtlich erst Anfang Mai stattfindet, wie Ministeriumssprecher Andreas Maruschke erklärte.

Die Halde besteht aus etwa einer Million Tonnen Asche aus dem einstigen, nahegelegenen Teeverarbeitungswerk Rositz, die seit den frühen 1920er-Jahren dort angehäuft und nicht verfestigt wurden. Danach wurden Öl- und Teerreste auf dem Gelände verkippt, woraus sich nach und nach drei Seen mit unterschiedlichen Größen gebildet haben. In diesen lagern etwa 20.000 Kubikmeter giftige pastöse Stoffe.

Würden die Böschungen tatsächlich ins Rutschen kommen, wäre in Richtung Nordosten die Straße zwischen Molbitz und Fichtenhainichen betroffen. In südlicher Richtung würde ein Erdrutsch die Bahnstrecke Altenburg-Zeitz betreffen. In beiden Abschnitten würden dann Inhalte der Teerseen mitgerissen, und es käme zu einer verheerenden Umweltverschmutzung. Außerdem werden auf dem gesamten Gelände Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet, wofür es 38 Verdachtspunkte gibt.

Ungeachtet der Aschehalde hält Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) an ihrem auch im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ziel fest, die gesamte Altlast Rositz in die Zuständigkeit des Landesverwaltungsamtes zu übertragen. Dass dies wegen weniger offener Fragen noch nicht gelungen ist, gefalle auch ihr nicht, sagte Siegesmund der Osterländer Volkszeitung. Das müsse nun so schnell wie möglich geschehen.

Von Jens Rosenkranz

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