Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Langenleuba-Niederhain: Schandfleck neben saniertem Rittergut wird abgerissen
Region Altenburg Langenleuba-Niederhain: Schandfleck neben saniertem Rittergut wird abgerissen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 06.02.2016
Seit Jahren verfallen die Anbauten neben dem Rittergut. Die Gemeinde hat diese Ende 2015 gekauft und sich die Abrissgenehmigung eingeholt. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
LAngenleuba-Niederhain

Das baufällige Gebäude neben dem sanierten Rittergut könnte bald Nahrung für Abrissbagger sein. Denn kurz vor dem Jahresende hat Jürgen Schneider (parteilos), Bürgermeister von Langenleuba-Niederhain, noch den Kaufvertrag für die im Ort als ehemalige Maxhütte bekannte Immobilie unterzeichnet.

Früher sind die Gebäude als Gaststätte und eine Art Landwarenhaus genutzt worden, erinnern sich die älteren Niederhainer noch genau. Nach 1990 waren die Gebäude ins Bundesvermögen übergegangen. Der Bund veräußerte die Bauten allerdings schon vor vielen Jahren an einen neuen Eigentümer. Diesem schwebte vor, hier eine Musikschule zu installieren. Daraus ist allerdings nichts geworden, und die Bausubstanz verfiel immer mehr. Deshalb hatte der Gemeinderat entschieden, die Bauten zu kaufen und abzureißen. Als Kaufsumme waren 6000 Euro festgelegt.

Für genau diese Summe, die weit entfernt von den Vorstellungen des Eigentümers war, haben die Anbauten am Rittergut den Besitzer gewechselt. Für den geplanten Abriss habe die Kommune bereits Fördermittel beantragt, so Schneider gegenüber der Osterländer Volkszeitung. Nun hoffe er auf deren rasche Genehmigung. Eingereicht werden müsse zudem noch eine bautechnische Abrissgenehmigung. Vom Denkmalschutz sei nach zähem Ringen bereits vor dem Kauf die Abrissgenehmigung erwirkt worden. „Wenn alles wie geplant läuft, könnten die Abrissbagger im Sommer anrollen“, sagt der Gemeindechef.

Auf der entstehenden Freifläche will die Gemeinde Parkflächen schaffen. Denn rund um den Sitz der Verwaltungsgemeinschaft gibt es derzeit nur begrenzte Parkmöglichkeiten. „Wenn der unschöne Anblick dann verschwunden ist, kommt das sanierte Rittergut noch besser zur Geltung“, ist Schneider überzeugt.

„Von dem ortsbildprägenden, zentralen Ensemble bleibt dann aber immer noch das ruinöse Halbe Schloss. Doch auch da hat sich einiges getan, denn bei der Winterauktion der Sächsischen Grundstücksauktionen AG hat ein Geschäftsmann aus der Schweiz den barocken Bau ersteigert. Nun hoffe ich, dass er dem Haus neues Leben einhaucht“, ist Schneider optimistisch.

In der größten Gemeinde des Wieratals gibt es jedoch nicht nur positive Aussichten. „Rückläufige Zuweisungen vom Land, sinkenden Einnahmen aus Gewerbesteuern und steigende Kosten in vielen Bereichen bleiben nicht ohne Auswirkung auf die Bürger. Als Gemeinde werden wir gezwungen sein, in diesem Jahr Straßenausbaubeiträge zu erheben und womöglich auch den Hebesatz für Grund- und Gewerbesteuern anzuheben“, kündigt Schneider an. Er verabscheue es zwar, den Bürgern in die Tasche zu greifen. Doch als Kommunalpolitiker seien ihm und seinen Amtskollegen die Hände gebunden. „Es kann nicht sein, dass fehlende Gelder dazu führen, dass gerade die kleinen Gemeinden kaum noch in die Daseinsvorsorge und die Infrastruktur investieren können. Das führt dazu, dass das Leben auf dem Land immer unattraktiver wird“, schimpft dar Gemeindechef.

Von Marlies Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Haushaltsberatungen gelten gemeinhin als wichtigste Beratungen in den Parlamenten – und die heißesten. Nicht so jetzt im Altenburger Stadtrat. Denn noch nie in der Nachwende-Geschichte ist ein solcher Beschluss so friedlich und so einmütig – ohne Gegenstimme bei lediglich einer Stimmhaltung – gefasst worden wie der erste Nachtragshaushalt 2016.

02.02.2016

Wegen ihres Bekenntnisses zur Asylpolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist Landrätin Michaele Sojka (Linke) in einem anonymen Flugblatt als „Henkerin unseres Landkreises“ beschimpft worden. Sojka will gegen diese Beleidigung nicht juristisch vorgesehen. Eine funktionierende Demokratie müsse dies aushalten, sagte sie der Osterländer Volkszeitung.

03.02.2016

Eine Altenburgerin muss sich wegen Ruhestörung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Sie war gegenüber Polizisten handgreiflich geworden.

02.02.2016
Anzeige