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Langenleuba-Niederhains Bürgermeister schließt Sportlerheim in Lohma

Nachbarschaftsstreit Langenleuba-Niederhains Bürgermeister schließt Sportlerheim in Lohma

Weil ein Nachbar die gemeinsame Nutzung der Abwasserleitung nun untersagt hat, musste der Bürgermeister Carsten Helbig (SPD) den weiteren Betrieb des Sportplatzes und des Sportlerheims in Lohma verbieten. Betroffen davon sind neben den Sportlern auch viele Familien, die das Sportlerheim für anstehende Feste mieten wollen.

Der Sportplatz in Lohma samt Sportlerheim wird auch gern fürs Feiern wie beim Winterfest genutzt.

Quelle: Ilka Jost

Langenleuba-Niederhain/Lohma. Er habe das Benutzen des Sportplatzes und des Sportlerheims in Lohma verboten, so Niederhains Bürgermeister Carsten Helbig (SPD) am Mittwoch. Der Schritt war nötig, weil ein Nachbar die weitere Nutzung der Abwasserleitung, an der das Sportlerheim hängt, untersagte. „Wird sich nicht daran gehalten, verschließe ich den Abfluss“, wiederholt Horst Broppe gegenüber der OVZ, was er am Abend zuvor bereits im Gemeinderat erklärt hatte. Der Eskalation am Dienstag ging ein Streit voraus, den der Lohmaer Rentner seit einem Jahr mit dem Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL) und der Gemeinde Langenleuba-Niederhain führt.

1993/1994 baute Broppe auf dem Nachbargrundstück des Sportplatzes sein ein Eigenheim. „Davor stand dort nur ein Hühnerstall ohne Wasseranschluss“, erklärt er die Ausgangslage. Im Zug des Baus installierte Broppe eine Abwasserleitung. Wie er weiter schildert, habe ihn damals die Gemeinde gefragt, ob an diese Leitung auch das Sportlerheim, wo es bis dahin kein Wasser gab, mit angeschlossen werden könne. Man einigte sich und lebte fürs Erste in friedlicher Koexistenz. Bis Broppe die Eintragung seiner Abwasserleitung ins Grundbuch durch den ZAL – was rechtlich für Leitungen aus DDR-Zeiten so vorgesehen ist – in die Nase fuhr. „Ja, das war tatsächlich unser Fehler. Wir sind von falschen Annahmen ausgegangen, dass es sich um eine DDR-Leitung handle. Das wurde aber bereinigt, der Eintrag ist aus dem Grundbuch entfernt“, sagt ZAL-Werkleiter Lars Merten der OVZ.

Darüber hinaus wirft Broppe dem ZAL Verzögerungen beim Bearbeiten seiner Anliegen vor. Momentan geht es um die Abnahme einer Kleinkläranlage. „Dem steht aus unserer Sicht nichts entgegen. Die Kleinkläranlage muss aber bestimmte Vorschriften erfüllen, da hat bis jetzt einiges gefehlt. Zwar alles nur Kleinigkeiten, aber so können wir die Anlage nicht abnehmen. Und wir müssen natürlich auch die Leute dafür bereitstellen“, so Merten.

Was das Problem mit der gemeinsamen Abwasserleitung betrifft, wäre es am besten, wenn sich Nachbar und Gemeinde vertraglich einigen. Ansonsten könne es passieren, dass für den Sportplatz eine extra Leitung gebaut werden muss. „Die Kosten dafür müsste dann die Gemeinschaft tragen“, betont der Werkleiter. Eine Übernahme der strittigen Abwasserleitung durch den ZAL, wie von Broppe nun gefordert, steht Merten skeptisch gegenüber. „Er wollte sie doch erst wieder haben“, wundert er sich.

Aber auch ein Vertrag mit der Gemeinde, in dem Zuständigkeiten und Kostenverteilung geregelt sind, wäre für Broppe okay. „Eines von beiden verlange ich. Entweder der ZAL übernimmt die Leitung, oder es gibt den Vertrag“, erklärt er auf Anfrage. Darüber hinaus werde er sich – wie im Gemeinderat angekündigt – ans Gericht wenden. Broppe am Mittwoch: „Ich schreibe gerade die Anklageschrift.“

Derweil ist der Bürgermeister ratlos. „Ich weiß wirklich nicht, wo unsere Versäumnisse oder Fehler sein sollen“, meint Helbig. Er habe alles versucht, um sich zu einigen, und vieles angeboten. Etwa, dass die Gemeinde den nötigen Kontrollschacht baut. „Das habe ich ihm gesagt und nun hat er selbst einen errichtet“, wunderte sich Helbig am Dienstag. Weil er angesichts der angespannten Situation keinen Fehler mehr machen wollte, habe er sich aber vor dem Bau beim ZAL erkundigen müssen, wo genau ein solcher Schacht platziert werden muss. „Ich bin ja kein Fachmann. Aber so etwas dauert eben seine Zeit“, sagt Helbig gegenüber der OVZ mit Verweis auf die Mühlen der Bürokratie.

Broppe reicht das nicht, er hat die Nase voll, es dauere alles zu lange und er befürchtet, hintergangen zu werden. Deshalb hat er die weitere Nutzung seiner Abwasserleitung untersagt. Leid tragend sind die Tischtennisspieler und etliche Familienfeiern, die im Sportlerheim Lohma noch in diesem Jahr stattfinden sollten – was aber ohne Abwasseranschluss nicht möglich ist.

Von Jörg Reuter

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