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Altenburg Lebensmittelkontrolleure ahnden im vergangenen Jahr 44 Verstöße
Region Altenburg Lebensmittelkontrolleure ahnden im vergangenen Jahr 44 Verstöße
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18:34 22.10.2012

Von Jens Rosenkranz

Seit wenigen Wochen muss das Landratsamt schwere Verstöße gegen Hygienevorschriften öffentlich machen. Dies schreibt die Änderung des Thüringer Verbraucherinformationsgesetzes zwingend vor.

Im Altenburger Land würden solche Verstöße mit Namen und Hausnummer des Verursachers drei Monate lang ins Internet gestellt. Dies erklärte der zuständige Fachdienstleiter Lebensmittelüberwachung, Matthias Thurau, auf eine Nachfrage der OVZ. Parallel dazu erfolgt die Veröffentlichung auch im Amtsblatt des Kreises. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der entsprechene Mangel zuvor mit einem Bußgeld von mindestens 350 Euro geahndet wurde. In den letzten zehn Jahren sei so etwas nie vorgekommen, sagt Thurau.

Seine Mitarbeiter sind das ganze Jahr über in den Betrieben unterwegs. 2011 wurden 2172 Kontrollen durchgeführt und in insgesamt 1034 Unternehmen nachgesehen. Dabei wird nach unterschiedlichen Risiko-Gruppen vorgegangen. So müssen ein Fleischer oder ein großer fleischverarbeitender Betrieb, wie die Wolf GmbH in Schmölln, viermal im Jahr mit einer Überprüfung rechnen, ein Bäcker zwei- bis dreimal, Gaststätten und Supermärkte zweimal, ein Getränkehändler einmal. Am häufigsten sind die Kontrolleure im Zerlegezentrum der Südostfleisch GmbH in Altenburg anzutreffen, wo eine Vielzahl von Tierärzten und amtlichen Fachassistenten im Schichtbetrieb bei den Schlachtungen dabei ist.

"Lebensmittelhersteller müssen immer damit rechnen, kontrolliert zu werden. Deswegen ist Vorbeugen besser, als erwischt zu werden", erklärt Thurau.

Hygiene-Verstöße können vielfältig sein. Schlechte Reinigung, Schimmelbefall, abblätternde Farbe, lockere Fliesen, undichte Fenster oder Dächer, mangelhafte Belüftung. Hinzu kommen technische Mängel wie ein defekter Kühlschrank sowie Fehler bei der Kennzeichnung abgepackter Lebensmittel. Da genügt schon die falsche Reihenfolge.

Für ein Bußgeld über 350 Euro würde dies jedoch nicht reichen. Hierbei müssen gravierende Verstöße mit gesundheitsschädlichen Einflüssen vorliegen, gegen die der Verursacher nichts unternimmt, erklärt Thurau. Bei einer mangelhaften Reinigung kommt der Geschäftsführer meist mit einem Verwarngeld in Höhe von 35 Euro davon, muss jedoch mit einer Nachkontrolle rechnen, die nochmals mit 30 bis 60 Euro zu Buche schlägt.

Auslöser der nun eingeführten Veröffentlichungspflicht bei schweren Mängeln waren unter anderem mit Dioxin verseuchte Eier in Niedersachsen, die Ehec-Krise und gepanschter Wodka der Firma Bärenkrone. "Solche Skandale", meint Matthias Thurau, "gab es hier nicht."

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