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Altenburg Leere Kleingärten in Altenburg: Schwerer Weg zu Bauland
Region Altenburg Leere Kleingärten in Altenburg: Schwerer Weg zu Bauland
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00:21 10.02.2018
Leere Gärten wie dieser in der Anlage Grüne Laube können nicht so einfach zu Baugrundstücken werden. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Aus leerstehenden Kleingärten sollen in Altenburg Grundstücke für Eigenheime werden. Und das möglichst schnell. Denn die Verwaltung kann den Bedarf nicht decken. Daher drücken Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) und der Stadtrat aufs Tempo. Doch das Vorhaben umzusetzen, wird wohl länger dauern als gedacht. Das machte der Chef des Regionalverbandes der Kleingärtner, Wolfgang Preuß, im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss deutlich.

„Die Bedarfe für Bauland sind sehr groß und wir müssen auch liefern“, sagte Preuß, der zur SPD-Fraktion im Stadtrat gehört. „Aber ich kann Kleingärtner nicht einfach von A nach B versetzen.“ Schließlich habe man es mit Menschen zu tun, die im Schnitt 64 Jahre alt seien und die sich an ein Umfeld gewöhnt hätten. „Wir müssen also langfristiger denken.“

Hindernisse mit vielen Gesichtern

Was der Kleingärtner-Chef meint, illustrierte er anhand des fiktiven Laubenpiepers Paul (82). Der könne seine Parzelle nicht mehr bewirtschaften und suche einen Nachfolger, so Preuß. „Aber er hat keinen.“ Laut Gesetz müsse er nun seine Laube und übrige Bauten abreißen. „Das kann er aber nicht, weil er einen Herzschrittmacher hat. Kann er das nicht, muss er es bezahlen.“

Deshalb habe man von jeder der 68 Anlagen in Altenburg ein Konzept gefordert, so Preuß weiter. „Wohin soll es in den nächsten zehn Jahren gehen?“ Zwar gebe es an der Poschwitzer Höhe die Chance auf „sehr repräsentativ Eigenheime, aber das ist nicht so einfach“. Denn das sei „nicht bebaubarer Außenbereich, für den man erst Baurecht schaffen und Medien verlegen muss“.

Kleingärtner zahlen oft Abriss nicht

Hinzu kommt laut Preuß, dass viele Kleingärtner Abrisse nicht zahlen, weil sie Hartz-IV-Empfänger oder nicht mehr auffindbar sind. Ohne alle Register gezogen zu haben, gibt es die 90-prozentige Abriss-Förderung nicht. Daher hofft der Kleingärtner-Chef, dass sich das Land beteiligt. So habe ihm Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im Januar zugesagt zu prüfen, ob es für den Kleingarten-Rückbau einen Posten im Landeshaushalt geben kann. Das unterstrich auch OB Wolf: „Wir sind damit als Kommune völlig überfordert, brauchen sehr viel mehr Gelder.“ Denn die aktuell mögliche Förderung beschränke auf große Anlagen und eingemeindete Ortsteile.

Auch beim Leerparzellenmanagement, zu dem es Ende Februar im Bauamt einen Termin gibt, dämpft Preuß euphorische Erwartungen: „Vielen Anlagen sind auf kontaminierten Böden errichtet, die sind nicht bebaubar.“ Anderswo seien Flächen in privater Hand. Zudem gebe es in Anlagen in der Zeitzer Straße zwar die Möglichkeit, an der Straße Flächen auszuweisen, aber hier seien Parzellen wieder vergeben worden.

Streitende nähern sich an

Auch wenn Preuß – im Gegensatz zu OB Wolf – ausschließt, dass es noch einmal zu einem massiv vom Verband gestützten Rückbau einer ganzen Anlage wie in Ehrenberg kommt, sagte er: „Es wird keine Intensivstation geben für Anlagen, die es nicht schaffen.“ Er wolle einen kontrollierten Schrumpfkurs.

Gedanken, die Stadtrat Alexander Reichenbach als Schritt in die richtige Richtung bezeichnete. Zwischen gesundem Schrumpfen und Bauland schaffen, „sehe ich keine Widersprüche“, so das CDU-Mitglied. Zugleich schlug er vor, sich darüber zu verständigen, wo es besonderes Interesse an Bauland gebe und wo der Leerstand besonders schlimm sei. „Da gibt es sicher Schnittmengen.“

Dass Preuß ausgerechnet Reichenbach persönlich ansprach, liegt nach OVZ-Informationen an einem Streit in einer nicht öffentlichen Sitzung. Kern war hier, dass Reichenbach kritisierte, dass die Fortschritte bei der Bauland-Beschaffung durch Kleingärtner offenbar nicht schnell genug gingen. Preuß wiederum befürchtete rigoroses Vorgehen.

Von Thomas Haegeler

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