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Leerstand in Altenburger Kleingärten - "Niemand muss Angst haben Parzelle zu verlieren"

Leerstand in Altenburger Kleingärten - "Niemand muss Angst haben Parzelle zu verlieren"

In den Kleingartensparten greift der Leerstand von Parzellen immer rasanter um sich. Dieser schon jahrelang anhaltende Prozess wurde auch am Sonnabend bei der turnusmäßigen Sitzung des Regionalverbandes der Kleingärtner wieder angesprochen.

Altenburg. Bei früheren Sitzungen herrschte im Rund drückendes Schweigen, wenn Regionalverbandschef Wolfgang Preuß auf das brisante Thema Leerstand zu sprechen kam. "Ja, ich fühlte mich wirklich wie der berühmte einsame Rufer in der Wüste", bekannte Preuß. Doch offensichtlich hat der Leidensdruck des wachsenden Parzellenleerstandes in einigen Mitglieds-sparten eine Art Schmerzgrenze überschritten, der Sonnabend zumindest einige Anlagenchefs Stellung nehmen ließ. Immerhin müssen die noch aktiven Kleingärtner in jeder Anlage über die Pacht die leer stehenden Parzellen mitbezahlen.

Da war beispielsweise Matthias Busch, Chef der Anlage Weißer Berg aus Altenburg: "Wir brauchen endlich eine detaillierte Bestandsaufnahme von jeder einzelnen Anlage, wie hoch dieser Leerstand tatsächlich ist. Denn mit allgemeinen Angaben ist hier keinem geholfen", sagte er. Am Weißen Berg, eigentlich eine der gerne vorgezeigten Anlagen, habe der Leerstand inzwischen besorgniserregende Ausmaße angenommen. "Wir reden hier nicht mehr von zwei oder drei Gärten, sondern um rund zehn Prozent", so Busch deutlich. Andernorts sei die Situation sogar noch prekärere

Wie sehr sich die Situation binnen kürzester Zeit offensichtlich zugespitzt habe, zeige das seit drei Jahren laufende Projekt Tafelgärten, in dem Ein-Euro-Jobber in ungenutzten Kleingärten für Bedürftige Obst und Gemüse anbauen. Für die neue Saison im kommenden Jahr wurde dafür schon über 150 Gärten zur Nutzung angeboten. "Da kann man getrost davon ausgehen, dass insgesamt im Zuständigkeitsbereich dieses Regionalverbandes um die 250 Gärten schon leer stehen", rechnete Busch vor.

Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) dankte Busch für diesen schonungslosen und in dieser Offenheit seit Jahren nicht gehörten Zustandsbericht. "Vielleicht haben wir uns in den zurückliegenden Jahren ein wenig hinter dem Konzept zur Entwicklung des Kleingartenwesens in der Stadt versteckt, mit dem diesem Trend in geordnete Bahnen gelenkt werden sollte", sagte er. Zugleich bat er alle Anlagenchefs Anfang des kommenden Jahres "per Stichtagsregelung" konkrete Angaben zur Belegung der jeweiligen Sparte zu machen. "Und zwar so genau, dass man in jeder einzelnen Sparte erkennen kann, in welchen Bereichen sich dort Leerstände häufen", so Wolf.

Und dort müsse man schnell darüber nachdenken, ob wenig genutzte Teilbereiche aufgegeben und einer anderen Nutzung, beispielsweise als attraktives Bauland, erfahren könnte. Sozusagen ein geordneter Schrumpfungsprozess von Anlagen. Mit neuem reizvollen Bauland auf der anderen Seite könne man neue Bewohner nach Altenburg locken, die für einen Kleingarten zu begeistern sind. Dass der eine oder andere Kleingärtner zu einem Umzug innerhalb der Anlage gebeten wird, liegt auf Hand. "Aber keiner muss jetzt Angst haben, dass er seinen Garten durch Zwang verliert", betonte Wolf mit Nachdruck.

- Standpunkt Seite 11

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