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Altenburg Lehrermangel führt zu angespannter Situation im Altenburger Land
Region Altenburg Lehrermangel führt zu angespannter Situation im Altenburger Land
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19:00 11.08.2016
Landrätin Michaele Sojka (2.v.l.) besucht am ersten Schultag stellvertretend für alle Schulen des Landkreises die Grundschule Meuselwitz. Quelle: Marlies Neumann
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Meuselwitz

Ob der Start ins neue Schuljahr gut war, wie ihn Landrätin Michael Sojka (Linke) am ersten Schultag den Mädchen und Jungen der Grundschule Meuselwitz stellvertretend für alle Schüler im Landkreis wünschte, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Ist doch an der Meuselwitzer Grundschule wie an mehreren anderen Schulen im Kreis die Situation angespannt.

In der mit 185 Schülern zweitgrößten Grundschule des Landkreises steht Schulleiterin Dagmar Diewald wie viele ihrer Kolleginnen als Klassenlehrerin vor einer Klasse. Diese Doppelbelastung ist fehlenden Lehrern geschuldet. Das gleiche Schicksal trifft Steffi Müller, Leiterin der Grundschule Lucka, die in ihrem letzten Jahr vor der Rente eine Klasse übernehmen musste. Hier ist eine Kollegin in Rente gegangen, für die es bisher keinen Ersatz gegeben hat. Die Beispiele ließen sich fortsetzen.

Im Schulamt ist diese angespannte Situation an den Grundschulen im Altenburger Land durchaus bekannt. Das bestätigte Ulrike Gerlach, Referatsleiterin für Grundschulen im Schulamt Ostthüringen, die die Landrätin überraschenderweise begleitete.

In einem offenen und sachlichen Gespräch mit der Meuselwitzer Schulleiterin zeichnete sich ab, dass durch die kleinen Schulen, von denen es im Landkreis mehrere gibt, die großen Schulen leiden. „Wird dort der Lehrerbesatz gesichert, fehlen die Leute an den großen Schulen. Das scheint dem Kreistag egal zu sein“, so die Landrätin. Bei sogenannten schulscharfen Ausschreibungen für Lehrerstellen, die in Thüringen jetzt auch für Grundschulen möglich sein sollen, sicherte sie die Unterstützung des Landkreises als Schulträger zu.

Gerlach nannte gleich mehrere Gründe für den Lehrermangel in Ostthüringen. „Für junge Leute beginnt hinter Jena das Universum. Die Vertretungsreserve ist ausgeschöpft, und auch die weiterführenden Schulen haben keine Vakanzen mehr, um auszuhelfen.“ Das alles hat zur Folge, dass im Kreis nach den Berechnungen des Schulamtes elf Lehrer an Grundschulen fehlen. Durch Verschiebungen, den Einsatz von Schulleitern und Klassenzusammenlegungen hat zwar nun jede Klasse einen Klassenlehrer, doch der Lehrermangel bleibt.

In der Grundschule Wintersdorf, der Sojka ebenfalls einen Kurzbesuch abstattete, ist durch die Unterstützung der Meuselwitzer Schule die Kuh zum Teil vom Eis. Denn ein Lehrer dieser Bildungseinrichtung übernimmt zunächst zwölf Stunden und die vakante vierte Klasse in Wintersdorf (die OVZ berichtete). Doch der Unterrichtsausfall im Musik, Religion und Englisch lässt sich nicht kompensieren. „Vielleicht kann beim Musikunterricht die musikalische Grundschule Meuselwitz aushelfen“, meint Sojka, die im Herbst bei der Diskussion über die neue Schulnetzplanung im Kreistag die kleinen Schulen wie Ponitz und Großstechau erneut zur Disposition stellen will.

Sie hofft zudem darauf, dass die jetzt gefundene gemeinsame Sprache mit dem Schulamt weiterhin gesprochen wird und zum Schulhalbjahr die angespannte Situation mancherorts bereits entschärft ist.

Von Marlies Neumann

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