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Altenburg Lehrermangel im Altenburger Land entspannt sich leicht – aber nicht überall
Region Altenburg Lehrermangel im Altenburger Land entspannt sich leicht – aber nicht überall
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13:20 23.09.2016
Martin, Lukas, Siar, Josephine und Marie (v.l.) aus der Martin-Luther-Schule sprinten aus dem Gebäude und hoffen, dass künftig weniger Unterricht ausfällt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Nachdem zum Schuljahresstart ein flächendeckender Lehrermangel insbesondere an Grundschulen im Altenburger Land offenbar wurde (die OVZ berichtete), tut sich etwas. Während das Schulamt Ostthüringen und das Bildungsministerium zumindest an einigen Stellen Löcher stopfen können, bleiben andernorts Probleme bestehen, verschärfen sich – oder kommen gar neu hinzu.

So gab es etwa jüngst aus der Wilhelm-Busch-Grundschule, eigentlich eine der Vorzeige-Einrichtungen, den Hilferuf verzweifelter Eltern. Grund: Der Schwimmunterricht in der dritten Klasse fand zunächst nicht wie geplant statt, obwohl dieser vorgeschrieben ist. Offenbar geschah dies, weil die Begleitung der Kinder nicht abgesichert werden konnte. Inzwischen ist das Problem aber gelöst, und die Drittklässler gehen schwimmen.

Kurz vor einer Lösung steht man laut Bildungsministerium auch an einem anderen Prestige-Objekt, der Gemeinschaftsschule Erich Mäder. Dort ist im Grundschulbereich zwar aktuell noch eine Klassenleiter-Stelle unbesetzt, was sich aber zum 1. Oktober ändern soll. Denn dann soll eine Gymnasiallehrerin aus Sachsen mit Erfahrungen in der Elementarstufe kommen. Bei ihr musste jedoch noch die Kündigungsfrist bis zum Ende des Monats abgewartet werden. Darüber hinaus besteht noch ungedeckter Lehrbedarf, weswegen derzeit in der dritten und vierten Klasse Kunst- und Musikstunden ausfallen.

Möglicherweise entspannt sich demnächst an zwei bisherigen Brennpunkten die Situation zumindest etwas: an den Grundschulen Langenleuba-Niederhain und Martin Luther in Altenburg. Zumindest laufen im Schulamt am Freitag Einstellungsgespräche für eine befristete Stelle im Wieratal und zwei unbefristete an der nach dem Reformator benannten Einrichtung.

An der Luther-Schule fehlt derzeit ein Klassenleiter, und es gibt einen zusätzlichen Stundenbedarf insbesondere in Werken, Religion und Schulgarten. Diesbezüglich hatte das Ministerium zum Schuljahresstart systemisch bedingten Ausfall eingeräumt. Stand Mittwoch mussten in den ersten sechs Schulwochen ganze 42 Stunden gestrichen werden. Neben je acht Stunden Religion, Werken und Schulgarten betraf das acht Stunden im Ergänzungsfach und in Ethik sowie zweimal die dritte Sportstunde in der vierten Klasse. Der Klassenlehrer fehlte aber bereits im abgelaufenen Schuljahr, weswegen eine zweite Klasse im zweiten Halbjahr auf andere Klassen aufgeteilt werden musste.

Noch gravierender sind die Probleme in Niederhain, wo man nun zumindest befristet die Klassenleiter-Lücke schließen will. Der Schulleiterposten ist seit September 2015 vakant und wird aktuell kommisarisch von der Regelschulchefin Petra Kretschmar mit erledigt. Laut Bildungsministerium fand man auf die erste Ausschreibung der Stelle keinen geeigneten Bewerber. In der Konsequenz bewarb sich auf die beiden folgenden Annoncen dieses Jahr niemand mehr. Im Oktober soll die Stelle nun erneut ausgeschrieben werden.

Nach der Abordnungslotterie eines Lehrers (die OVZ berichtete) an eine Landschule hat sich hingegen im Altenburger Karolinum die Situation etwas entspannt. „Es fällt kein Fachunterricht aus“, teilt das Ministerium mit. Wohl werden aber sechs Stunden Sport von einem eigentlich fachfremden Lehrer gehalten. Zum Glück verfügt er über eine Unterrichtserlaubnis.

Von Thomas Haegeler

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