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Leipziger Vierlinge werden vier Wochen alt

Leipziger Vierlinge werden vier Wochen alt

Leipzig.Morgen werden Laura, Sophie, Jasmin und Kim Mehnert vier Wochen alt. Die eineiigen Vierlinge wurden am 6. Januar in der Leipziger Universitätsklinik auf die Welt geholt.

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Prof. Ulrich Thome steht am Inkubator, in dem die fast einen Monat alte Kim Mehnert liegt. Im Hintergrund Schwester Kerstin Thiel.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Von Anita Kecke

"Heute hat Sophie aufgeholt und ist so weit wie ihre Schwestern", freute sich gestern Professor Ulrich Thome, Leiter der Frühchenstation der Leipziger Uni-Klinik. Die kleine Sophie hatte bisher mit dem Essen ein wenig Probleme, daher wurde ihr die Muttermilch am Magen vorbei über eine Sonde in den Zwölffingerdarm zugeführt. Seit gestern nun erhält sie genau wie ihre Schwestern über eine Magensonde alle drei Stunden 30 Milliliter Milch von der Mutter und von Spenderinnen. "Diese wird angereichert mit Kalorien und Nährstoffen", erklärt Thome und ist mit seinen kleinen Patientinnen sehr zufrieden. "Sie haben sich gut entwickelt." Beleg dafür ist auch die Gewichtszunahme der jungen Damen. Laura brachte gestern als Schwerste 1380 Gramm auf die Waage, bei der Geburt waren es 1050 Gramm. Jasmin wiegt nun 1360 Gramm (1050 Gramm), Kim 1350 (1100 Gramm). Am meisten zugelegt hat Sophie, von 986 Gramm Geburtsgewicht auf jetzt 1350 Gramm.

Für die Kleinen war gestern Kuscheltag angesagt. Zwei Stunden lag Sophie auf dem nackten Bauch ihrer Mutter. "Eine Stunde sollte dieser Körperkontakt mindestens dauern, damit das Kind die Wärme und Nähe richtig genießen kann", sagt Thome. Die Eltern der Vierlinge, die 31-jährigen Leipziger Janett und Marcus Mehnert, kommen jeden Tag auf die Frühchenstation, um nacheinander mit allen vier Mädchen diese "Känguru-Pflege" zu betreiben. Am Anfang waren nur Kim und Laura so weit, dass sie aus dem Brutkasten heraus durften.

Die Geburt der Mädchen, die in der 28. Schwangerschaftswoche auf die Welt geholt wurden, gilt als medizinische Sensation. Denn die Wahrscheinlichkeit von eineiigen Vierlingen liegt nach Angaben von Experten bei 1 zu 13 Millionen.

"Auch für uns sind die Vierlinge etwas Besonderes", sagt Kerstin Thiel, Schwester auf der Frühgeborenenstation. Sie kontrolliert die Monitore, die unter anderem die Herztätigkeit der Frühchen und den Sauerstoffgehalt im Blut überwachen. Es kommt immer wieder vor, dass ein Monitor Alarm schlägt, weil bei einem der Mädchen die Atmung kurz aussetzt. "Es kann bei Frühgeborenen passieren", klärt Ulrich Thome auf, "dass sie einfach vergessen zu atmen, mal kurz keine Lust dazu haben. Dann kitzeln wir sie an den Füßchen, und sie atmen allein weiter." Jedes Mädchen hat daher auch einen kleinen Beatmungsschlauch in der Nase. Damit alles rechtzeitig erkannt wird, lassen die Schwestern die Frühchen keine Minute aus den Augen. Wenn eine Pause macht oder auch nur zur Toilette muss, sagt sie der Kollegin Bescheid.

"Ich komme gern zu den Vierlingen", lacht Schwester Claudia Reiß. Sie hat auch schon Gemeinsamkeiten der Vierlinge beobachtet: "Wenn eine aufwacht, werden auch die anderen drei munter." Sie wechselt gerade die Milchfläschchen an den Schläuchen. In zwei Wochen sollen die Mädchen damit anfangen, selbst aus der Flasche zu trinken. Noch ist das Saugen für sie zu schwierig. Nur Laura, so erzählt die Schwester, hat schon einen halben Milliliter auf diese Weise geschafft.

38 Frühchen liegen derzeit auf der Station. Das jüngste und kleinste Kind ist ein Junge, der gestern mit eine Gewicht von 550 Gramm auf die Welt kam und intensiv überwacht wird.

Die Vierlinge können die Station vielleicht in etwa sechs Wochen verlassen und zu ihren Eltern und dem fünfjährigen Bruder nach Hause. Das hänge davon ab, ob sie selbst aus der Flasche trinken können und dass sie keine Atempausen mehr machen, sagt Thome. Er geht eher von mindestens sechs Wochen aus. "Die Kinder sagen uns, wenn sie nach Hause können", meint der Neonatologe. Und er fügt hinzu: "Dann werden die Eltern jede Hilfe und Unterstützung brauchen."

Schwester Claudia legt kleine Decken über die Inkubatoren, "im Bauch wäre es auch nicht so hell", sagt sie, rückt die hellbraunen Teddys zurecht, die neben jedem der Vierlinge liegen, und streichelt die Mädchen.

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