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Altenburg „Let’s Dance“ – und Joachim Llambi wartet schon
Region Altenburg „Let’s Dance“ – und Joachim Llambi wartet schon
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08:00 14.01.2018
Fleißiges Üben ist angesagt, wenn man bei „Let’s Dance“ bestehen will. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

In einer Woche, am 20. Januar, ist es soweit: Zum zweiten Mal nach 2013 steigt im Kulturhof Kosma ein Schaller-Ball der besonderen Art. Die gleichnamige Altenburger Tanzschule stellt ihren Ball des Jahres unter das Motto „Let’s Dance“. Und genau wie beim RTL-Original wagen sich mehr oder weniger Prominente mit „Profis“ an der Seite – in dem Fall Tänzerinnen und Tänzer vom TSC Tanzkreis Schwarz-Gold Altenburg und bis auf eine Ausnahme allesamt vom A-Team der Lateinformation – auf das Parkett, um sich dem Urteil der Jury und des Publikums zu stellen. Mehr noch: Es ist Schallers gelungen, erneut RTL-Juror Joachim Llambi für die Veranstaltung zu verpflichten. Für ihn wurde sogar der Traditionstermin des Weihnachtsballs, der seit Jahrzehnten am eigentlich am 27. Dezember stattfindet, verschoben. Es hat sich gelohnt. Der Ball ist seit Monaten restlos ausverkauft.

Während die erste „Let’s Dance“-Veranstaltung im Vorfeld noch ein großes Geheimnis war und die Besucher des Weihnachtsballs damals von ihren Gastgebern überrascht wurden – selbst die Teilnehmer waren zum Schweigen verpflichtet –, wurde diesmal von Anfang an offen damit umgegangen. Ja, man konnte sich sogar bewerben. Zu denen, die dies gewagt und schon jetzt durch ihre Teilnahme gewonnen haben, gehören Melanie Benndorf und Carina König.

Melanie Benndorf ist 34 Jahre alt und Rechtsfachwirtin aus Frohburg. Sie hat den Flyer mit dem Bewerbungsaufruf gesehen, als sie ihre Tochter, die bei Schallers im Kinderballett tanzt, in der Tanzschule abholte. Die Windischleubaerin Carina König hat schon als Zehnjährige bei Schallers angefangen und ist lange Zeit im Paartanz aktiv gewesen. „Bis mein Tanzpartner zum Studium gegangen ist. Jetzt wollte ich es einfach noch einmal wissen“, sagt die 39-Jährige. Beiden zur Seite stehen beim Jive beziehungsweise Wiener Walzer Felix Zimmermann (19) und Paul Maskow (18).

Aber natürlich wollten die drei Tanzlehrerinnen und Ideengeberinnen Birgit, Henriette und Therese Schaller nicht alles dem Zufall überlassen. Bei Oliver Brehmer, dem Chef der gleichnamigen Altenburger Gärtnerei, standen sie gleich zu dritt vor der Tür, um den 47-Jährigen als Promi zu gewinnen. „Bei so viel Charme traute ich mich einfach nicht, nein zu sagen, zumal ich schon immer mal wenigstens einen Tanz richtig kennen und können wollte“, bekennt er. Gemeinsam mit Mari Berthold (19) legt er nun am 20. Januar in Kosma eine Rumba aufs Parkett.

Thomas Lahr, Direktor des Altenburger Friedrichgymnasiums, wurde beim Tanzstunden-Abschlussball seiner Tochter an der Bar angesprochen und hat – erwartungsgemäß – gleich zugesagt. Denn der in Illsitz bei Altkirchen wohnende und vielseitig interessierte Pädagoge ist bekanntlich für jeden Spaß zu haben. „Ich bin mir sicher, dass es auch hier einer wird.“ Anstrengend ist es aber dennoch. Mit seiner Tanzpartnerin Helen Hartung studiert er nun schon seit Monaten einen Quickstepp ein.

Auch Christine Büring, Geschäftsführerin der Altenburger Tourismus GmbH, ließ sich nicht lange bitten. „Ich habe gedacht, das wird mir guttun.“ Denn durch ihr berufliches und gesellschaftliches Engagement vor allem im Rotary Club bleibt der 53-Jährigen einfach viel zu wenig Zeit für Sport. Den hat sie nun schon seit dem Sommer mindestens einmal wöchentlich, wenn sie gemeinsam mit Sebastian Busch (33) einen Cha-Cha-Cha einübt. „Allerdings war ich nach dem ersten Training ziemlich skeptisch, ob ich mir das tatsächlich antun soll“, gibt Christine Büring schmunzelnd zu.

Last but not least gehört zu den Prominenten, die das Wagnis einer solchen Show eingegangen sind, auch Tobias Kroeßner. Der 47-jährige Radiologe aus Schmölln hat schon einige Vorkenntnisse aufzuweisen, denn er tanzt in seiner Freizeit seit vielen Jahren im Sonnabend-Tanzkreis von Henriette Schaller, auch Tochter und Sohn waren in der Altenburger Tanzschule aktiv. „Ich habe das Tanzen schon immer gemocht, nicht umsonst ist Eislaufen eines meiner Hobbys“, bekennt der promovierte Mediziner. Mit seiner Partnerin Selina Geißler hatte er sich für einen Tango entschieden. Doch die 17-Jährige musste kurzfristig wieder aussteigen, so dass er jetzt Joelina Ermold bei diesem Tanz an seiner Seite weiß.

Bekennende, vor allem aber exzessive TV-Zuschauer bei „Let’s Dance“ sind sie aber allesamt nicht. Manch ein hat er sich erst richtig damit befasst und im Internet einiges angeschaut, seit die Teilnahme klar war. Mehr noch: „Joachim Llambi, wer ist das?“, fragte Thomas Lahr zu Beginn unverblümt. Und Christine Büring antwortete prompt: „Da sind wir schon zwei, die ihn nicht kennen.“ Angst vor seinem Urteil haben die sechs Paare eigenen Aussagen zufolge – zumindest bis jetzt – dennoch nicht. „Es sind bei uns doch ganz andere Voraussetzungen als im Fernsehen. Wir haben mit 14 die Tanzschule gemacht und das war’s“, sagt Büring und hofft auf entsprechende „Gnade“ bei der Jury.

Nun, Llambi hat allerdings schon 2013 seinem Ruf als knallharter Juror alle Ehre gemacht. Aber es sitzen ja mit Birgit Schaller und ihrem Geraer Kollegen Ingo Ronneberger wieder zwei Tanzlehrer neben Llambi, die eher verständnisvoll urteilen. Und mit dem Chef des 1. Altenburger Aus- und Weiterbildungsverbunds (AWA) Hans-Reiner Kasel, Sieger der 2013er „Let’s Dance“-Show, hat sich die Jury zudem um einen Teilnehmer erweitert, der sehr wohl um das Lampenfieber und die Aufregung der Tänzer aus eigener Erfahrung nur zu gut weiß.

Henriette und Therese Schaller jedenfalls sind sehr zuversichtlich. „Wir sind überrascht davon, wie gut es vor allem die Nichttänzer hinbekommen haben. Alle sind zudem neugierig, offen und sehr, sehr fleißig“, urteilen die Tanzlehrerinnen übereinstimmend. Carina König sei dies sogar so ernsthaft auch mit der Ernährung angegangen, dass sie schon sieben Kilo abgenommen hat. „Trotzdem haben wir alle aber sehr viel Spaß beim Training.“

Am nächsten Sonnabend kann sich das Publikum im Kulturhof Kosma selbst ein Bild davon machen und am Ende mit seinem Voting entscheiden, wer diesmal die Nase vorn hat.

Von Ellen Paul

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