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Letizia Romiti aus Italien gibt auf Altenburger Trost-Orgel ein begeisterndes Konzert

Schlosskirche Letizia Romiti aus Italien gibt auf Altenburger Trost-Orgel ein begeisterndes Konzert

Es ist schon fast spannend zu nennen, wie die unterschiedlichsten Künstlerpersönlichkeiten im Konzert die Altenburger Trost-Orgel zum Klingen bringen und wie sie mit dem klassischen Orgelmusikrepertoire umgehen. Am vergangenen Sonnabend saß erneut eine international anerkannte Organistin aus Italien auf der Orgelbank in der Schlosskirche: Letizia Romiti.

Meisterte selbst kniffligste Passagen: Letizia Romiti aus Italien an der Altenburger Trost-Orgel.

Quelle: Felix Friedrich

Altenburg. Es ist schon fast spannend zu nennen, wie die unterschiedlichsten Künstlerpersönlichkeiten im Konzert die Altenburger Trost-Orgel zum Klingen bringen und wie sie mit dem klassischen Orgelmusikrepertoire umgehen. Am vergangenen Sonnabend saß erneut eine international anerkannte Organistin aus Italien auf der Orgelbank in der Schlosskirche: Letizia Romiti aus Alessandria in der Provinz Piemont. Und dieses Mal war es eine zierliche, grazil und nahezu ein wenig unscheinbar wirkende Dame, die das zahlreiche Publikum in diesem Konzert begeisterte.

Der Rezensent hatte die unerwartete Möglichkeit, da er ihr ad hoc im Konzert als Registrant assistieren musste, aus direkter Nähe über ihre Schultern und auf die Finger zu sehen. Diese außergewöhnliche Gelegenheit bietet sich nicht allzu oft und lässt das Konzertgeschehen aus einer ungewohnten Perspektive erscheinen, die sich natürlich ein wenig von der Sicht der Konzertbesucher unterscheidet. Es macht schon einen Unterschied, ob man eine Interpretation so hautnah erlebt oder ob man auf der Empore der Schlosskirche sitzt und die eindrucksvolle Fassade und die Klangewalt der Trost-Orgel auf sich wirken lässt.

Letizia Romiti hatte viel interessante und zum Teil unbekannte Orgelmusik aus ihrer Heimat mitgebracht, seien es Kompositionen aus dem 16., 17. und 19. Jahrhundert von Andrea Gabrieli oder Girolamo Frescobaldi oder vom populären Opernkomponisten Pietro Mascagni. Mit dieser Werkauswahl gab die Solistin den stillen und subtilen Klängen der Trost-Orgel den absoluten Vorrang. Das war zugleich die prägende und charakteristische Impression des gesamten Konzertes, dass der volle Klang der Trost-Orgel außen vorblieb. Damit verbreitete Letizia Romiti anderseits eine sehr meditative und verinnerlichte Stimmung. Kaum zu glauben, wie sie mit ihren kleinen Händen und Fingern behende und virtuos über die nicht einfach zu spielenden Tasten der Trost-Orgel eilte. Da ging bei kniffligen Passagen nicht ein einziger Ton daneben. Selbst ihre Füße reichten nur mit Mühe auf die Orgelpedale. Trotzdem legte sie virtuose Pedalsoli bei dem Präludium und der Fuge C-Dur BWV 531 von Johann Sebastian Bach hin. Die Flötenstimme der Trost-Orgel hatten es ihr besonders angetan. Das hängt natürlich damit zusammen, dass diese Klanggruppen in der italienischen Orgelmusik eine besondere Rolle spielen.

Bachs weihnachtliche Pastorella in F-Dur stellte sie ebenfalls in ausgefallenen, nicht alltäglichen Klangfarben dar. Schade, dass ihr im technisch anspruchsvollen letzten Satz dieser Komposition zwei unüberhörbare Aussetzer passierten. Doch das tat ihrem ansonsten makellosen und musikalisch sehr lebendig gestaltetem Spiel keinen wesentlichen Abbruch.

Genauso empfand es auch das Konzertpublikum, denn es gab am Ende sehr, sehr viel Beifall. Sicherlich lag das auch ein wenig am finalen Stück, dem berühmten Intermezzo aus Cavalleria rusticana, das erst im Juli zum Open Air auf dem Marktplatz zur Aufführung gelangt war. Natürlich war eine Zugabe fällig, die Letizia Romiti für ein kleines Choralvorspiel von Johann Sebastian Bach nutzte. Auch dabei blieb sie im stillen Duktus des gesamten Konzertes. Kein voller Orgelklang. Somit blieb sie ihrer Konzeption treu.

Von Felix Friedrich

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