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Letzte Ehre für Günther Witschurke

Trauerfeier in Altenburg Letzte Ehre für Günther Witschurke

Familie, Freunde und Weggefährten haben am Mittwochnachmittag in der großen Trauerhalle des Altenburger Krematoriums Abschied von Günther Witschurke genommen. Der Musiker und Komponist war am 4. Juli kurz vor Vollendung seines 80. Geburtstages verstorben (die OVZ berichtete). Rund 100 Trauergäste waren gekommen.

Im Anschluss an die Trauerfeier wurde die Urne mit der Asche des Verstorbenen auf dem Altenburger Friedhof beigesetzt.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Familie, Freunde und Weggefährten haben am Mittwochnachmittag in der großen Trauerhalle des Altenburger Krematoriums Abschied von Günther Witschurke genommen. Der Musiker und Komponist war am 4. Juli kurz vor Vollendung seines 80. Geburtstages verstorben (die OVZ berichtete). Unter den rund 100 Trauergästen waren auch Landrätin Michaele Sojka (Linke), Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) und der Intendant des Altenburg-Geraer Theaters, Kay Kuntze.

„Die Instrumente Orgel und Posaune hat Günther Witschurke nicht nur perfekt gespielt, sondern sie kamen seinem kompositorischen Schaffen sehr nahe“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Komponistenverbandes, Matthias Drude, in seinen Abschiedsworten. Er sei ganz und gar in seiner Musik aufgegangen.

Ein Glücksfall für den Künstler sei seine Ehefrau Beatrix Witschurke-Kilényi gewesen, mit der ihn in eine Art Seelenverwandtschaft verband. „Ihr ist es zu verdanken, dass seine Kompositionen nicht in der Schreibtischschublade verschwanden, sondern zahlreiche Werke im In- und Ausland gespielt wurden.“

Trotz ihres Alters sei der Tod zwischen den Eheleuten nie ein Thema gewesen. Man sei aber überzeugt, dass es in seinem Sinn sei, dass nicht Worte, sondern Musik die Trauerfeier prägen, erklärte Matthias Drude.

Und so war es dann auch. Die 45 Minuten ehrenden Gedenkens wurden von Musik dominiert. Es spielten der Posaunenchor Altenburg, dessen langjähriges Mitglied Wirtschurke war, und ehemalige Schüler. Zu hören war außerdem von einer CD ein Musikbeitrag von Witschurkes Werk „Glocken von Chatyn op. 23“ aus dem Jahr 1980.

Günther Witschurke an seinem Klavier

Günther Witschurke an seinem Klavier.

Quelle: Jens Paul Taubert

„Musik ist für mich etwas Besonderes“, sagte Günther Witschurke einmal. Dabei war die Familie mit sieben weiteren Kindern, in der er 1937 in Dresden geboren wurde, nur bedingt musikalisch zu nennen: der Vater, städtischer Angestellter, der gern in Konzerte ging; die Mutter, die Sopranistin werden wollte, aber nicht konnte. Sie bestärkte ihn in seinen Ambitionen, an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden Klavier und Posaune zu studieren. Hier schloss er nach Jahren der Posaunisten-Praxis in verschiedenen Orchestern ein Kompositionsstudium an.

Nach Altenburg holte Witschurke 1978 seine spätere Frau, die als Schlagzeugerin in der Landekapelle arbeitete. Er stieg dort als Posaunist ein, entschied sich aber 1990, sich freischaffend nur noch seiner Passion, dem Komponieren zu widmen. Mit Vorliebe in frühesten Morgenstunden notierte er auf Notenblätter, was in seinem Inneren zu Vollendung gereift war. „Wenn er beginnt, eine neue Komposition aufzuschreiben, dann hat er alles schon im Kopf, jede Note. Das ist alte Schule“, würdigte Kapellmeister Thomas Wicklein das Schaffen Günther Witschurkes als Laudator bei dem 2010 an ihn verliehenen Kulturpreis der Stadt Altenburg. 18 Auftragswerke hat er allein für den Altenburger Posaunenchor komponiert und ist als dessen Mitglied beispielsweise bei den legendären Prinzenraub-Festspielen aufgetreten. Vor allem aber das Ensemble „eccolo“ – ein variabler Freundeskreis aus Musikern verschiedener Herkunft, verschiedenen Alters – trug seine Musik in die Welt.

„Wir sind stolz, dass Günther Witschurke der Landeskapelle Altenburg ab 1979 über zehn Jahre als Posaunist angehörte und ihr Ansehen gesteigert hat“, so Theaterintendant Kay Kuntze in einer vor der Trauerfeier veröffentlichen Würdigung. „Nach seinem Ausscheiden wurden zahlreiche seiner Werke, von kammermusikalischen bis sinfonischen Stücken, am Theater aufgeführt, häufig als Uraufführung.“ Sein Tod hinterlasse eine große Lücke im kulturellen Leben der Region, aber er habe Spuren, er habe Bleibendes hinterlassen, so Kuntze.

Von Ellen Paul

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