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Altenburg Letzte Etappe am Lutherhaus in Meuselwitz eingeläutet
Region Altenburg Letzte Etappe am Lutherhaus in Meuselwitz eingeläutet
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00:38 19.10.2015
Das Meuselwitzer Lutherhaus trägt Korsett: In diesen Tagen ist die letzte Etappe zur Sanierung des denkmalgeschützten Hauses eingeläutet worden. Die Fassade wird erneuert. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Die Sanierung der deutlich sichtbaren Risse im Mauerwerk sei sehr aufwendig, berichtet Ulrich Vanheiden von der evangelischen Kirchgemeinde. Erst wenn diese Arbeiten erledigt sind, wird der neue Putz auf die Fassade aufgebracht.

Möglich sind diese Arbeiten durch die Bereitstellung von 150.000 Euro aus der Städtebauförderung. Damit können nun die gravierenden Schäden am Dach und an der Außenfassade behoben werden. Laut Vanheiden befanden sich auch die Giebel in einem bedrohlichen Zustand. Mittlerweile konnten diese gesichert und der weitere Verfall gestoppt werden.

Mit den umfangreichen Sanierungsarbeiten am Lutherhaus war bereits im Jahr 2010 begonnen worden. Als erstes Projekt habe sich die Kirchgemeinde, der das historische Haus gehört, dem Bühnenraum gewidmet, erinnert sich Vanheiden, der seitdem als verantwortlicher Projektleiter die Fäden in der Hand hält. Die Bühne des Saals im Meuselwitzer Lutherhaus war bis dahin mehr als vier Jahrzehnte ungenutzt - es stand also viel Arbeit an. Rund 20.000 Euro und knapp 700 Stunden ehrenamtlicher Eigenleistung waren erforderlich, um Bühne und Saal wieder nutzbar zu machen.

In den Folgejahren sind nach und nach alle anderen Räumlichkeiten des Gebäudes, wie kleiner Saal, Küche, Toiletten und Eingangsbereich, auf Vordermann gebracht worden.

Mit dem Einbau neuer Fenster und einer neuen Außentür war dann ein weiterer wichtiger Schritt bei der Sanierung und für die Energieeinsparung getan worden. Dieser Bauabschnitt kostete weitere 58.000 Euro. Außerdem sei es gelungen, Barrierefreiheit herzustellen, so dass inzwischen auch ältere und behinderte Menschen mit Gehhilfen oder Rollstuhl bei Veranstaltungen Zugang zum Gebäude haben, freut sich Ulrich Vanheiden.

Die jetzigen Sanierungs- und Sicherungsarbeiten an der äußeren Hülle sind das letzte Kapitel, um die Bauarbeiten am Lutherhaus in absehbarer Zeit zu vollenden.

Inzwischen ist es bei Veranstaltungen möglich, die Akteure auf der Bühne des großen Saals ins rechte Licht zu rücken. Erstmals zum Einsatz kam die neue Beleuchtung beim Talkabend mit Pfarrer Uwe Holmer, der erzählte, wie er Erich und Margot Honecker nach dem Mauerfall bei sich aufnahm. "Die Arenberg-Stiftung Meppen, die bereits mehrfach bauliche Projekte im Lutherhaus finanziell unterstützt hat, stellte auch in diesem Jahr wieder 7000 Euro zur Verfügung. Für 3000 Euro konnte die neue Bühnenbeleuchtung angeschafft werden", informiert Vanheiden. Die restlichen Gelder fließen in Sanierungsarbeiten, die im Innenbereich noch anstehen.

Verbessert hat sich in den vergangenen Jahren aber nicht nur der bauliche Zustand des markanten Gebäudes, auch bei der Ausstattung hat sich einiges getan. Der Kirchgemeinde und den Besucher des Hauses stehen seit Anfang 2013 unter anderem mehr als 120 neue Stühle, die sich perfekt in das denkmalgeschützte Ambiente des Gebäudes einfügen, zur Verfügung. Deren Anschaffung schlug mit rund 8700 Euro zu Buche. Dafür kamen 5000 Euro Förderung aus Lottomitteln des Freistaates.

"Bis vor wenigen Jahren wussten viele Meuselwitzer noch nicht einmal, wo das Lutherhaus zu finden ist. Inzwischen finden hier monatlich unterschiedliche Events statt, die meist sehr gut besucht sind", berichtet Vanheiden, der sich über so viel Zuspruch sehr freut. Zudem organisiert die Kirche jede Woche mehrere Veranstaltungen für Kinder, Frauen und Senioren. Regelmäßig proben der Kirchenchor und die Posaunisten. Es finden Beratungen für Suchtkranke und deren Angehörige statt. Zweimal im Jahr ist das Gebäude inzwischen zum Domizil für die Kinderkleiderbörse geworden. Außerdem stehen die Räumlichkeiten für Familienfeiern zur Verfügung.

Marlies Neumann

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