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Letzte Spielzeit für Kammersänger Teruhiko Komori am Altenburg-Geraer Theater

Letzte Spielzeit für Kammersänger Teruhiko Komori am Altenburg-Geraer Theater

Seine 12. Spielzeit in Altenburg und Gera wird für Teruhiko Komori die letzte. Der Sänger hat sich entschlossen, im Sommer mit seiner Familie nach Japan zurückzukehren.

Altenburg/Gera.

 

Auf Dauer bleiben wollte er ohnehin nie - den Aufenthalt in Deutschland hat er von vornherein als eine Art Gesellenzeit angesehen. Im April 2011 von Generalintendant Matthias Oldag zum Kammersänger ernannt, hat er nun mehr sogar gleich seinen "Meisterbrief" in der Hand. Jetzt sieht er die Zeit für die Rückkehr herangereift. Die Verbindung in die Heimat hat er ohnehin nie abreißen lassen. Er gastierte regelmäßig mit großem Erfolg in Tokio und anderen japanischen Musikzentren.

Gut gefüllt mit Gastverpflichtungen war der Terminkalender des Heldenbaritons stets, wobei sicher einer der Höhepunkte die konzertante Uraufführung der Henze-Oper "Gogo no Eiko, Der Seemann, der die See verriet" in japanischer Sprache bei den Salzburger Festspielen 2006 war. Diesen Sommer konnte man Komori im japanischen Kobe in der Johann-Strauß-Operette "Die Fledermaus" als Eisenstein an der Seite von Kammersänger Jochen Kowalski als Orlofsky erleben.

Inzwischen ist der Punkt erreicht, wo er wegen seiner Bindung an das Altenburg-Geraer Theater attraktive Angebote in Japan wie den Pizarro im Fidelio, Figaro, Holländer oder den Amfortas im Parsifal - eine Traumpartie für ihn - nicht annehmen konnte. Die Bühnen planen langfristig. 2013/14 darf er sich inzwischen auf die Titelpartie in Aribert Reimanns Oper "König Lear" in Tokio freuen. Außerdem wirkt Teruhiko Komori als Gastprofessor an einer privaten japanischen Musikhochschule und ist als Dozent von verschiedenen anderen Hochschulen angefragt. Dabei hat er über 40 private Schüler. "Ich werde sehr viel zu tun haben", ist er sich sicher. Er möchte alles, was er gelernt, weitergeben.

Zudem werde es für seinen elfjährigen Sohn Kento Zeit, in eine japanische Schule zu wechseln. Er ist schon in einer Waldorfschule in Tokio angemeldet. In der Geraer Waldorfschule wird man die Familie Komori sehr vermissen. Doch der Sänger kündigt noch einige Konzerte bis zum Abschied an. Auch von den Theatervereinen verabschiedet er sich mit Konzerten: Am 21. Oktober gibt er im Heizhaus Altenburg einen Liederabend zugunsten der Erdbebenopfer in seiner Heimat, und in Gera stehen zwei Termine, der 28. April und der 8. Mai. Seit dem verheerenden Erdbeben ist für den sympathischen Sänger zu den rationalen Gründen für die Rückkehr noch das Gefühl hinzugekommen, unbedingt nach Hause zu müssen, weil er Japaner ist und gerade in dieser Situation in die Heimat gehört. Er fühlt die moralische Verpflichtung, seinem Land zurückzugeben, was er durch die Möglichkeit zu studieren und besonders das Auslandsstipendium empfangen hat.

"Thüringen ist meine zweite Heimat geworden, und wenn ich darf, komme ich natürlich gern immer wieder", bekennt er schon heute. Doch bis zum Abschied kommen zu den vielen Partien, die er hier gesungen hat - man denke nur an Titelpartien wie Rigoletto, Der fliegende Holländer, Nabucco, Don Giovanni, Wozzeck und Wallenstein -- noch ein paar hinzu. Viel Spaß machen ihm die Proben zu Paul Linckes Berliner Operette "Frau Luna". Er mag Dialekte und übt mit Vergnügen das "Berlinern".

Nochmals wird er in Beethovens 9. Sinfonie zum Jahreswechsel singen. Er wird Escamillo sein und Herr Fluth - "Carmen" und "Die lustigen Weiber von Windsor" waren auch seine letzten Vorstellungen in Japan im Jahr 2000, bevor er sein Engagement in Gera und Altenburg antrat. So schließt sich der Kreis. Evelyn Böhme-Pock

Karten für den Liederabend am 21. Oktober um 19.30 Uhr in Altenburg an der Theaterkasse (☎ 03447 585160).

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