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Altenburg Lichter für Menschenrechte
Region Altenburg Lichter für Menschenrechte
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20:46 10.12.2013

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Außerdem wurden eine Ausstellung mit dem Titel "Menschenrechte - Verletzungen und Fortschritte" im Landratsamt eröffnet und ein Theaterstück aufgeführt.

Etwa 30 Menschen hatten sich am Abend an einer Lichterkette beteiligt, die vom Landratsamt aus zur Brüderkirche führte und an die Demonstrationen zur Wendezeit erinnerten, bei denen mit Kerzen Demokratie und Grundrechte eingefordert wurden. Genau an dieses Lichtermeer in vielen Städten der DDR erinnerte Pfarrer Reinhard Kwaschik während der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel am Pfarrhaus an der Brüderkirche. In diesem Gebäude gründeten sich 1987 im Rahmen der ökumenischen Friedensdekade eine Umweltgruppe und ein Friedenskreis. 1988 entstand die Altenburger Akademie, in der unbequeme Fragen hinter schützenden Mauern diskutiert werden konnten. Die Mitglieder der Kirchengemeinde waren im Mai 1989 maßgeblich an der Aufdeckung der Wahlfälschungen durch das DDR-Regime beteiligt und damit Keimzelle der friedlichen Revolution im Herbst.

An all das erinnert jetzt die Inschrift auf der Gedenktafel. Kwaschik nahm die Zustände vor 24 Jahren zum Anlass, um auf Menschen aufmerksam zu machen, die sich die DDR zurückwünschten. Leider, sagte der Pfarrer, weil sie das Leben verklärten und auf kostenlose Kita-Plätze und sichere Jobs reduzierten. Ausgeblendet werden würde, dass man Regime-Gegner verfolgte, ins Gefängnis warf und deren Kinder zwangsadoptierte. "Menschenrechte wurden mit Füßen getreten." Bezug auf aktuelle Ereignisse nahm Kwaschik, als er auf die Schicksale der afrikanischen Flüchtlingen erinnerte, die es auf die italienische Insel Lampedusa schaffen. "Der Name Lampedusa steht aber auch für Menschen, die vor unserer Haustür absaufen. Wir haben die Verpflichtung, Flüchtlingen Asyl zu gewähren," mahnte er.

Wegen der vielfältigen Aktionen hatte Landrätin Michaele Sojka (Linke) am Vormittag zur Eröffnung der Ausstellung im Landratsamt von einem besonderen Tag für den Landkreis gesprochen. Insbesondere würdigte sie das Pfarrhauses hervor, in dem zur Wendezeit im Herbst 1989 und auch in den Jahren davor die friedliche Revolution vorbereitet und mitgestaltet wurde. "Ich freue mich sehr über die Auszeichnung", sagte die Politikerin.

Europa sei fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ein Erdteil, wo es Meinungsfreiheit und Frieden gebe, im Gegensatz zu vielen anderen Regionen der Welt. Antisemitismus und Rassismus seien aber noch allgegenwärtig. Auch Toleranz und Menschlichkeit müssten immer wieder eingefordert werden. Deswegen dankte sie den Veranstaltern des Aktionstages, dem Netzwerk Integration und dem Freundeskreis Asyl für ihr jahrelanges Eintreten insbesondere für die Flüchtlinge, die im Landkreis untergebracht werden.

Die Ausstellung zum Thema Menschenrechte wurde von Schülern des Lerchenberggymnasiums Altenburg und der Landschule Treben angefertigt. Neben Krieg, Gewalt, Folter und Kinderarbeit gehen die Schautafeln auch auf die Themen Lohndumping und schlechte Arbeitsbedingungen ein, und zwar in Berufsbranchen, die es auch im Altenburger Land gibt. Ebenso geht es im Lichthof um das oft missachtete Grundrecht auf eine Wohnung. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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