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Altenburg „Liebe“ bringt in Altenburg echte Emotionen auf die Bühne
Region Altenburg „Liebe“ bringt in Altenburg echte Emotionen auf die Bühne
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18:02 15.05.2018
Katerina Vlasova steht im Tanztheater "Liebe" in Altenburg auf der Bühne. Quelle: Sarah Mistura
Altenburg

Liebe: Wie kann man dieses, unser menschliches Leben bestimmende Gefühl, getanzt und dazu plastisch und ergreifend darstellen?

So wird sich der eine oder andere Besucher am Beginn des Tanztheaters von Katerina Vlasova und Amadeus Pawlica gefragt haben. Aber gerade dieses emotionsgeladene Thema ist der Gegenstand unzähliger Ballettabende, denn die Ausdrucksskala von Bewegung, Tanz und Rhythmik vermag dem intensiven Gefühlstreiben in unserer menschlichen Seele am ehesten gerecht zu werden.

Kreide auf Knien

Der Ballettabend der beiden Tänzer begann zunächst mit der völlig abgedunkelten Bühne und dem dröhnenden Pulsschlag eines aufbegehrenden Herzens, bevor beide Akteure sich auf die Tanzfläche knieten und mit Kreide und großen Buchstaben quasi ein Tagebuch ihrer ersten Begegnung, ihres Kennenlernens, ihrer aufkeimenden Liebe, ihres stetigen Sehnens nach einer baldigen und erneuten Wiederbegegnung auf den Fußboden der Bühne malten.

Erst allmählich kristallisierten sich aus zunächst fast pantomimisch wirkenden Gesten schüchterne Tanzfiguren heraus, nachdem der überlaute Herzschlag in rasante Streicherklänge von Antonio Vivaldis „Jahreszeiten“ einmündete.

Zelebrierter Kuss

Dabei nahm der getanzte Liebesausbruch teilweise akrobatische Züge an. In fabelhafter Plastizität ließ das Paar das Aufblühen, ihre Zuneigung, ihre sprossende Liebe und die in höchster Aufregung im Bauch flatternden Schmetterlinge erleben. Die eleganten, aber auch voller Erotik und absolut synchron verlaufenden Bewegungen, immer wieder unterbrochen vom schriftlichen Fixieren ihrer Gefühlswelt per Kreideschrift, und die Motorik der Musik Vivaldis hatten dabei eine ganz eigene Faszination.

Ausgiebig und mit übertriebenem Schmatzen wurde der erste Kuss in minutenlanger Dauer zelebriert. Danach gab es durchaus auch schmerzliche Szenen und die verwirrende Vielfalt der Liebesgefühle. Man wälzte sich verbissen am Boden, trennte sich abrupt, um dann wieder voller Hingabe und Harmonie zueinander zu finden.

Von Vivaldi zur Moderne

Es gab über den ganzen Abend hinweg keinen Stillstand der Bewegungen, sondern die Liebe wurde in voller Motorik ausgelebt und vorgeführt. Der dröhnende Herzschlag unterbrach die Musik Vivaldis, um danach in das sentimentale, oder besser gesagt, melancholische f-Moll-Klavier-Prélude von Frederic Chopin einzumünden, wobei die weiteren eingespielten klassischen Musiktitel fast durchweg in Moll standen, obwohl doch Liebe eigentlich vor allem Dur vertragen sollte.

Lediglich der moderne Titel „I Love You“ in Dur unterbrach den Pulsschlag und den Reigen der Klassik. Dazu legten beide Tänzer auf der plötzlich aufgehellten Bühne so richtig los. Das war dann genau der passende Stil voller Lust und Freude am Liebesleben.

Großer Beifall vor halb vollem Haus

Die bange Frage, die sich allmählich einstellte, war: Wie würde das Ganze enden? Etwa voller tragischer Melancholie? Für dieses Finale des genau einstündigen Tanzabends erklang passend der bekannte Titel „Mein hungriges Herz“ von Mia, also jenes Lied über die Distanz zwischen Liebenden, unerfüllten Sehnsüchten und mit der permanent sich wiederholenden Frage: Wie weit willst du gehen, wie weit willst du gehen? Offenes Ende dieser Liebesbeziehung auf heller erleuchteter Bühne.

Großes Lob für Katerina Vlasova und Amadeus Pawlica und ihrem überzeugend getanzten, mimisch großartig versinnbildlichten und stellenweise mit kraftvoller Akrobatik untersetzten Liebesabend. Er wurde völlig zurecht mit sehr, sehr viel Beifall belohnt. Nur schade, dass das Heizhaus gerade mal zur Hälfte gefüllt war.

Von Felix Friedrich

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