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Altenburg Liebesgrüße aus Altenburg: Beziehungen brauchen Gestaltung
Region Altenburg Liebesgrüße aus Altenburg: Beziehungen brauchen Gestaltung
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11:53 19.02.2018
Blandina Scholz (59) ist seit 2002 Eheberaterin und leitet seit zehn Jahren Paarberatungen in Altenburg. Sie selbst war 25 Jahre verheiratet. Seit 15 Jahren lebt sie in einer neuen Beziehung. Quelle: Mathias Schönknecht
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Altenburg

Immer dann, wenn es etwas mehr bedarf als Blumen und Pralinen, um die Liebe wieder in Schwung zu bringen, kommt Blandina Scholz ins Spiel. Die Eheberaterin hilft Alterburger Paaren seit zehn Jahren dabei, wieder in die Turtel-Spur zu finden – oder sich endgültig zu trennen.

Beziehungen würde eine „Paar-Erlaubnis“ guttun

„Vorbeugen ist besser als heilen“, sagt Blandina Scholz zu Beginn des Gesprächs. Wenn es nach ihr ginge, müsste jedes Paar einen Beziehungsführerschein ablegen und jährlich mit einem Check-up auffrischen. „Wir gehen regelmäßig zum Zahnarzt und legen eine Prüfung ab, um Auto fahren zu dürfen, aber im bedeutenden Lebensbereich der Beziehungen sind wir auf uns allein gestellt.“ Die diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin wäre froh, wenn sie solche „Erste-Hilfe-Angebote“ für frisch Verliebte etablieren könnte.

Bis es soweit ist, müssen Pärchen selbst erkennen, wann ihre Beziehung auseinanderdriftet. Spätestens wenn Streitereien über das „normale Maß“ hinausgehen, sei es höchste Zeit, sich Hilfe zu holen, rät Scholz. Aber auch wer sich nichts mehr zu sagen hat, nur noch Fehler beim anderen sucht, sich voreinander verkriecht oder keine Lust mehr auf den Partner verspürt, sollte beginnen, die Beziehung zu hinterfragen.

Zu hohe Erwartungen

In Altenburg kommen jährlich im Schnitt 20 Paare zu der Leipziger Eheberaterin. Alle 14 Tage, immer mittwochs, bezieht die 59-Jährige für fünf bis sechs Stunden einen Raum in der Frauengasse 24. Die Beratung ist kostenfrei und wird durch die katholische Kirche getragen.

Die Sitzungen seien aber vom Glauben losgelöst, sagt Scholz. „Es findet keine Missionierung statt.“ Die Kirche wolle schlicht ein Angebot für solche Notsituationen bereithalten. Denn neben den Ehe- bietet das Bistum Dresden-Meißen auch Familien- und Lebensberatungen an.

Eine der häufigsten Ursachen für kriselnde Beziehungen sind Lebenseinschnitte im Zusammenhang mit Kindern, erklärt Blandina Scholz: Wenn Nachwuchs ins Haus kommt, rücken die Bedürfnisse des Partners in den Hintergrund. Und wenn dann das Kind das elterliche Haus verlässt, werde für viele klar, dass sie nur noch wegen der gemeinsamem Kinder zusammen geblieben sind. Dabei spiele auch die Dauer einer Beziehung keine Rolle.

Nächster Knackpunkt: Zu hohe Erwartungen. „Viele wünschen sich den perfekten Partner“, sagt Scholz, der einen vollständig versteht, möglichst von allein. Andere versuchen sich mit dem Partner zu schmücken, um die eigene Person aufzuwerten. Aber auch wer denkt, die Liebe zueinander erledigt die übrigen Probleme oder wer ein dauerhaftes Liebesglück voraussetzt, gehe mit „völlig unrealistische Erwartungen“ in die Beziehung, sagt Scholz. Und auch wenn es etwas unromantisch klingt, sollten die Partner schon zu Beziehungsbeginn abstecken, wohin es miteinander gehen soll.

Brücken zwischen den Inseln schlagen

Denn der bedeutendste aller Punkte in einer Beziehung sei die Kommunikation. „Immer wenn Paare zu mir kommen, schaue ich mir zuerst an, ob und wie sie miteinander reden.“ Vielen fehle es an einem Bewusstsein für Beziehungspflege. „Wir cremen unsere Haut ein, gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und schaffen das Auto zur Durchsicht, aber wir überprüfen nicht, wie es um die Beziehung bestellt ist“, vergleicht Scholz.

„Jeder hat seine eigene Wahrnehmung und seine eigene Insel. Und: Beide sind richtig.“ Das Ziel der Paarberatung ist, Brücken zwischen diesen Inseln zu schlagen, die beide so gut es geht miteinander zu verbinden. Oder voneinander lösen.

Auch eine Lösung: Die Trennung

Denn neben der Beratung für den Wiederaufbau einer Beziehung, gibt es eine Trennungsberatung. Bei der dritten Variante sei zu Therapiebeginn noch nicht klar, „in welche Richtung es geht“, erklärt Scholz. Es seien schon Paare zu ihr gekommen, die der Beziehung noch einmal auf die Sprünge helfen wollten. Doch bereits in der ersten Sitzung sei klar geworden, „dass es eine Trennungsberatung wird“, erzählt Scholz.

Etwa zwei Drittel aller Beziehungen bekommt sie in Altenburg aber wieder eingerenkt. In der Regel benötigt sie fünf bis sechs Sitzungen dafür. Aber: „Wenn einer der Partner nicht will, können wir es gleich sein lassen. Es ist noch nicht im allgemeinen Bewusstsein, dass Beziehungen Gestaltung brauchen“, sagt Scholz. Das fange gerade erst an zu wachsen. Die Eheberaterin ist aber guter Hoffnung – schließlich mussten die Menschen auch erst ein Hygiene-Bewusstsein entwickeln, das heute selbstverständlich ist.

Auch zum Valentinstag ist Blandina Scholz in Altenburg. Beratungszeiten sind heute allerdings keine mehr frei. Heißt: Eventuell doch fürs Erste mit Blumen und Pralinen beginnen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.efl-bistum-dresden-meissen.de , via Mail an efl-beratung.leipzig@bistum-dresden-meissen.de oder per Telefon unter 0341 9830071. Über alle Varianten können Sie auch Termine für die Sprechzeiten in Altenburg vereinbaren.

Valentinstag: Tipps für die Partnersuche

Die Verbraucherzentrale hat elf Tipps zusammengestellt, damit Partnersuchende nicht in die Falle tappen:

1. Wünsche festlegen

Partnervermittlung, Singlebörse, Erotikportal: Das Angebot ist riesig. Überlegen Sie sich also zunächst, was Sie suchen. Möchten Sie einen Partner fürs Leben, Singles zur gemeinsamen Freizeitgestaltung oder eher ein schnelles Abenteuer.

2. Vertragspartner kennen

Wenn Sie online auf Partnersuche gehen, werfen Sie vorher einen Blick ins Impressum. Bedenken Sie: Sitzt der Anbieter im Ausland, ist es häufig mühsamer, Rückzahlungsansprüche durchzusetzen. Dies gilt insbesondere, wenn ein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU, etwa in der Schweiz oder in der Türkei hat.

3. Leistungen checken

Achten Sie genau darauf, welche Leistungen Ihnen der Anbieter verspricht.

Wird bei der klassischen Partnervermittlung vor Ort wirklich der Kontakt zu der in der Anzeige beworbenen Person versprochen oder erhalten Sie für Ihr Geld nur Kontaktvorschläge oder sollen Ihnen sogar nur Kontakte für die gemeinsame Freizeitgestaltung vermittelt werden?

Unterbreitet Ihnen die Online-Partnervermittlung passende Partnervorschläge oder erhalten Sie nur Zugang zu einem Portal, auf dem Sie selbst nach einem Partner suchen? Schauen Sie auf jeden Fall die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Online-Partnervermittlers. Dort erfahren Sie beispielsweise auch, ob der Anbieter mit sogenannten Moderatoren oder Controllern arbeitet. Das bedeutet, dass Sie nicht mit echten Partnersuchenden kommunizieren, sondern nur mit Mitarbeitern des Anbieters, die für ein Treffen selbstverständlich nicht zur Verfügung stehen.

4. Vorsicht bei kostenloser Mitgliedschaft und Testangeboten

Es gibt Partnervermittlungsportale, die ihre Leistung gänzlich kostenfrei oder für bestimmte Personengruppen (z.B. Frauen bis 45 Jahre) kostenfrei anbieten.

Davon zu unterscheiden sind die Partnervermittlungen, die eine kostenfreie und eine kostenpflichtige (Premium)-Mitgliedschaft im Angebot haben. Die Registrierung zur kostenfreien Mitgliedschaft ermöglicht in diesem Fall noch keinen Austausch mit anderen Partnersuchenden und ist für Verbraucher daher letztlich unnütz.

Seien Sie vorsichtig bei Testangeboten wie „1 Euro für 14 Tage“ – diese Verträge verlängern sich in der Regel nach Ablauf der Testphase in richtig teure und langfristige Mitgliedschaften. Und da Sie bereits mit Ihren persönlichen Daten registriert sind, wird der Folgebetrag einfach von Ihrem Konto abgebucht.

5. Laufzeit richtig wählen

Achten Sie auf die Laufzeit der Verträge. Gerade bei Online-Partnervermittlungen können Sie oft zwischen verschiedenen Erstlaufzeiten wählen. Wählen Sie lieber eine kurze Laufzeit, um zu sehen, ob die Art der Partnersuche und das Portal Ihren Vorstellungen entspricht. Das spart letztlich Geld und Nerven.

6. Vertrag rechtzeitig kündigen

Prüfen Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), ob eine automatische Vertragsverlängerung vorgesehen ist. Sollte dies der Fall sein, vergessen Sie nicht, rechtzeitig per Einwurf-Einschreiben zu kündigen. Die Kündigung muss übrigens bis zum Kündigungstermin beim Anbieter eingegangen (nicht abgeschickt) sein. Kündigen Sie daher am besten zeitnah nach Vertragsschluss, dann versäumen Sie die Frist nicht.

7. Nicht sofort für den gesamten Zeitraum bezahlen

Einige Partnervermittlungen, Singlebörsen oder auch Erotikportale verlangen, dass Sie vorab für die gesamte Laufzeit bezahlen oder fordern zumindest eine hohe Anzahlung. Wenn Sie per Überweisung oder Kreditkarte zahlen, ist eine Rückbuchung nicht möglich. Lediglich im Fall der Lastschriftzahlung können Sie Ihr Geld noch acht Wochen nach der Buchung zurückholen. Zahlen Sie daher besser monatlich. Auch wenn diese Zahlart oftmals etwas teurer ist, haben Sie nur so die Garantie, dass Sie Ihrem Geld im Streitfall nicht hinterherlaufen müssen. Zahlen Sie auch klassischen Partnervermittlungen bei Vertragsschluss nicht die gesamte Summe.

8. Frist für Widerruf beachten

Merken Sie bereits nach ein paar Tagen, dass das Angebot nicht Ihren Erwartungen entspricht, können Sie den Vertrag – wenn er online oder in Ihrer Wohnung geschlossen wurde – innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss widerrufen. Erklären Sie den Widerruf per Einwurf-Einschreiben.

Fordert die Partnervermittlung im Falle des Widerrufs einen (hohen) Wertersatz, zahlen Sie diesen nicht, sondern lassen Sie sich rechtlich beraten.

9. Kündigungsfristen kennen

Singlebörsen und Erotikportale können Sie zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit kündigen. Partnervermittlungen, also Angebote, bei denen Ihnen der Anbieter, Partnervorschläge unterbereitet, sind jederzeit fristlos kündbar. Bei letzteren müssen Sie dann nur die bis zum Zeitpunkt der Kündigung erbrachten Leistungen bezahlen. Stellt Ihnen der Anbieter für die erbrachten Leistungen horrende, unangemessene Beträge in Rechnung, zahlen Sie diese nicht vorschnell, sondern lassen Sie sich zuerst beraten.

10. Daten löschen lassen

Achten Sie darauf, dass Ihre Daten nach Vertragsende ordnungsgemäß vom Anbieter gelöscht werden. Dazu sollten Sie den Anbieter explizit auffordern und sich die Löschung Ihrer Daten schriftlich bestätigen lassen. Andernfalls besteht das Risiko, dass Ihr Profil weiter auf den Seiten des Anbieters zu finden ist.

11. Kleingedrucktes zum Datenschutz genau lesen

Manche Anbieter behalten sich vor, Profile mit Ihren Daten auch auf weiteren eigenen oder fremden Portalen zu verwenden. So wäre es möglich, dass das von Ihnen auf einer Singlebörse angelegte Profil auch auf einer Erotikplattform zu finden ist, bei der Sie sich nie angemeldet haben. Will sich ein Anbieter dieses Recht einräumen lassen, raten wir: Finger weg!

Von Mathias Schönknecht

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