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Lindenau-Museum: Kulturminister Hoff macht in Altenburg Hoffnung

Zukunftspläne Lindenau-Museum: Kulturminister Hoff macht in Altenburg Hoffnung

Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff hat dem Lindenau-Museum Hilfe bei Zukunftsplänen zugesagt. Bei einem nicht öffentlichen Treffen in Altenburg bezeichnete er die Pläne, das Haus künftig von einer Stiftung betreiben zu lassen, als „richtige Herangehensweise“ und stellte dafür unter anderem einen mehrjährigen Finanzierungsvertrag in Aussicht.

Minister Benjamin Hoff (2.v.r.) im Lindenau-Museum mit Landrätin Michaele Sojka, Landtagsmitglied Christoph Zippel und Direktorin Sabine Hofmann (v.r.).

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Er kam, sah, hörte zu – und sprach. Viel mehr war vom Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) bei seinem Besuch im Altenburger Lindenau-Museum am Dienstagabend nicht zu erwarten. Er wollte sich bei dem nicht öffentlichen Treffen mit Mitgliedern der zuständigen Ausschüsse des Kreistags und des Stadtrats sowie des Förderkreises des Museums ein Bild machen – von den Sanierungsarbeiten, von der begonnenen Suche nach einer Nachfolgerin für Ex-Chefin Julia Nauhaus und von Ideen für die Zukunft des renommierten Hauses.

„Ich habe keine Geldsäcke mitgebracht“, sagte der Chef der Thüringer Staatskanzlei im Anschluss auf OVZ-Nachfrage. „Das ist auch nicht mein Stil.“ Dafür fand Hoff das von Interimsdirektorin Sabine Hofmann vorgestellte Betreibermodell, in dem das Lindenau-Museum in die Lindenau-Zachsche Stiftung überführt und damit selbstständiger werden soll (die OVZ berichtete), gut und will es unterstützen. „Das ist die richtige Herangehensweise.“ Den von Stadt und Region dafür geforderten mehrjährigen Finanzierungsvertrag könne er auf dem aktuellen Level zusagen.

Ähnlich beurteilte Hoff die damit in Zusammenhang stehenden Pläne, den Marstall für die Zeit der Baumaßnahmen und darüber hinaus als Depot oder auch als Ausstellungsräume für das Lindenau-Museum zu nutzen (die OVZ berichtete). Er habe empfohlen, sich dafür das Modell einer Kulturmiete, bei der sich der Kreis günstig in das städtische Gebäude einmietet, genau anzuschauen, sagte der Kulturminister. „Das sind sinnvolle Überlegungen. Aber man darf nicht nur reden, sondern muss es auch machen.“

Um das zu tun, versprach Hoff ein gemeinsames Treffen mit ihm, der für Bauförderung zuständigen Infrastrukturministerin Birgit Keller (Linke) sowie der Stadt Altenburg und dem Landkreis zu arrangieren. Zudem nahm Hoff einen Hinweis von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), dass vor allem das Schloss- und Spielkartenmuseum aufgrund strahlkräftiger Angebote und weit mehr als doppelt so vielen Besuchern wie das Lindenau-Museum mehr Beachtung verdient hätte, dankend an. So werde er demnächst „einen Blick auf die städtische Kulturpolitik werfen“.

Angesichts dessen wundert es wenig, dass Wolf das Treffen als „sehr gut und konstruktiv“ bewertete. Zudem begrüßte er Hoffs Absicht, eine mehrjährige Finanzierung für das Lindenau-Museum mitzutragen. Jetzt müsse man im Kreis die nötigen Investitionen in Brandschutz, Toiletten und behindertengerechte Umbau stemmen und eine gemeinsame Kulturkonzeption entwickeln.

Diese hatte Hoff gefordert und auch vor dem Hintergrund der vom Freistaat finanzierten Geraer Museen, des Greizer Schlosses und des Lindenau-Museums für einen Ostthüringer Kulturraum geworben. Er dementierte aber, dass dies ein Vorgriff auf die Gebietsreform sei. Zugleich erteilte er der von Landrätin Michaele Sojka (Linke) ins Spiel gebrachten Kulturregion mit dem Saale-Holzland-Kreis eine Absage, weil es hier „weniger Anknüpfungspunkte“ gibt.

Sojka nahm es sportlich, entschuldigte sich dafür, dass das Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, und stellte klar, dass das Studio Bildende Kunst im Museum bleibt – auch wenn der Marstall-Plan Wirklichkeit werde. Ansonsten freute sie sich, dass Hoff die Stiftungsidee mittragen will: „Das eröffnet die Möglichkeit selbstständigeren Handelns und zusätzlicher Gelder, um den Leuchtturm Lindenau-Museum zukunftsfest zu machen. Das ist der Beginn einer intensiven weiteren Zusammenarbeit.“

Von Thomas Haegeler

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