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Altenburg Lindenau-Museum bekommt Kinder-Audioguide
Region Altenburg Lindenau-Museum bekommt Kinder-Audioguide
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16:23 14.03.2019
Die Klasse 7b des Lerchenberggymnasiums präsentierte am Mittwoch im Lindenau-Museum den von ihnen entworfenen Audioguide. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Wie Michelangelo seinen Moses wohl hinbekommen hat?“ – „Hm, da braucht man echt viel Talent für – sein Blick sieht eher traurig aus ...“ – „Und er hat wirklich große Füße!“

In naher Zukunft können die historischen Kunstwerke des Lindenau-Museums aus einer erfrischenden Perspektive erlebt werden: Die 7b des Lerchenberggymnasiums werkelt seit Anfang des Jahres an einem Audioguide speziell für Kinder. In neun Tonstücken werden Objekte wie der Moses Gipsabguss von Michelangelo, das Korkmodell der römischen Cestius-Pyramide oder eine antike Trinkschale kindgerecht vorgestellt.

Das Museum als „besonderer Lernort“

Die 25 Schüler nehmen an dem Audioguide-Projekt „Hör mal im Museum“ teil, eine Zusammenarbeit zwischen sechs Thüringer Museen und Bürgerradiosendern, betreut und finanziert von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Thüringer Landesmedienanstalt. Ziel des Projekts ist es, einen Museumsführer „von Schülern für Schüler“ zu entwickeln, wie Michael Grisko von der Sparkassen-Stiftung bei der Vorstellung am Mittwoch erklärte.

Lindenau-Direktor Roland Krischke hob sein Museum als besonderen „Lernort“ hervor. Was darunter zu verstehen ist, erläuterte Museumspädagogin Angelika Forster: Zusammen mit den Schülern war sie durch die Sammlungen gestreift, die Kinder sollten dabei nach Exponaten Ausschau halten, die sie interessieren. Unter ihrer Anleitung recherchierten die Schüler zu den Objekten und schrieben Audio-Manuskripte. Einmal wöchentlich kam die Arbeitsgruppe dafür zusammen.

Schüler arbeiteten bereits mit Museum zusammen

„Ich hätte nicht gedacht, dass es so eine harte Arbeit werden würde – wir hatten keine Erfahrung mit solchen Hörprojekten“, gab Forster zu. Insbesondere das Schreiben der Texte sei eine Herausforderung gewesen. Hinzu kam die Aufregung, als die Arbeiten in dieser Woche erstmals mit Medienpädagogin Julia Bierau vom Jenaer Radiosender Rabatz eingesprochen wurden. Herausgekommen sind Dialoge, in denen sich die Schüler in der Vergangenheit treffen und sich über die Kunstwerke austauschen. Manche halten ein klassisches Referat, andere haben Geräusche aufgenommen – etwa das Klopfen auf Marmor. Die 12- bis 13-jährigen Schüler hatten mit ihrer Lehrerin Heike Bajer bereits an einem Museumsprojekt zur Antike teilgenommen – aufgrund der guten Erfahrungen kam das Lindenau-Museum wieder auf sie zurück.

Am Donnerstag fuhr die Klasse nach Jena, um ihre Ideen und Aufnahmen professionell beim Bürgersender Rabatz zu vertonen. Die Schwierigkeiten bei der Entstehung schätzten die Schüler ähnlich wie Museumspädagogin Forster ein: „Wir hatten schnell Ideen beisammen und es war leicht, Informationen zu finden“, erzählte die 13-jährige Mariko. „Aber das Umschreiben und die Entscheidung, was man rein- oder rausnehmen sollte, die war schwer.“ Gelächter und Zustimmung fand zudem die Aussage, dass es komisch gewesen sei, die eigene Stimme zu hören.

Audioguide während Sanierung online abrufbar

Für den Medienpädagogen Mirko Pohl von der Thüringer Landesmedienanstalt machen solche Erfahrungen das Projekt aus: „Es gehört zur Medienbildung, mit Audio-Formaten umgehen zu können und sich Gedanken über ihren journalistischen Aufbau zu machen.“ Er sieht in dem Perspektivwechsel auch einen Erkenntnisgewinn für Museumsmacher, deren Bildungsangebote sich vornehmlich an Erwachsenen orientieren – wie der bereits existierende Audioguide im Lindenau-Museum. „Wie nehmen Kinder und Jugendliche die Exponate eigentlich ohne Hintergrundwissen wahr?“

Wann die Werke der Altenburger Schüler im Lindenau-Museum zu hören sein werden, steht noch nicht fest: Nach dem Einsprechen in Jena werden die Tracks dem Museum übermittelt. Während der Sanierung des Kunstmuseums von 2020 bis 2023 sollen die Stücke als Podcast auf der Webseite des Museums abrufbar sein.

Von Maximilian König

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