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Lindenau-Museum zeigt seine Ägypten-Schätze

Lindenau-Museum zeigt seine Ägypten-Schätze

Er war selbst nie in dem Land am Nil, aber auch Bernhard August von Lindenau ließ sich an der Wende zum 19. Jahrhundert von der Ägyptomanie in Europa anstecken.

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Lindenmuseum Altenburg Auge um Auge mit der Nofretete.

Quelle: Mario Jahn

Ausgelöst durch Napoleon Bonapartes Ägyptenfeldzug brach die Begeisterung aus, Forscher erkundeten das Land, Museen sammelten Fundstücke. "Wie viel Energie Lindenau investiert hat und wie viele Briefe er schreiben musste, um an ein Objekt zu gelangen, hat mich sehr beeindruckt", sagt Kunsthistorikerin Zita Ágota Pataki. "Das Besondere ist, dass er nicht nur Objekte gesammelt hat, sondern auch seine Bibliothek mit dieser Sammlertätigkeit verbunden hat." Welche Schätze das Altenburger Lindenau-Museum noch heute beherbergt, davon können sich Besucher ab Sonnabend in einer Sonderausstellung überzeugen.

 

Unter dem Titel "Ägypten in Altenburg" werden Teile der Sammlungen des Museums erstmals zusammen präsentiert. Anhand von 80 Objekten wollen die Kuratorinnen Alina Grams und Zita Ágota Pataki einen Eindruck von der Lebens- und Glaubenswelt des Alten Ägyptens vermitteln - aber auch zeigen, wie sich typische Bilder von Ägypten über die Jahrhunderte hinweg gehalten haben. "Bestimmte Motive und Schlaglichter gehören noch heute zum Kanon, wenn es um Ägypten geht. Sie tauchten aber auch schon vor 100 oder 150 Jahren auf", so Pataki.

 

Nofretete ist eines dieser Ägyptenbilder. In der Ausstellung wird deshalb eine Gipsbüste von ihr an einem zentralen Platz präsentiert. Sie gehörte zwar noch nicht zu Lindenaus Zeiten zur Sammlung, vervollständigte aber im 20. Jahrhundert die Kollektion der Gipsabgüsse, die nun einen der drei Schwerpunkte in der Schau bilden. Die 52 Zentimeter hohe Plastik ist eine Kopie von einer der drei Kunststein-Nachbildungen, die zwischen 1913 und 1920 angefertigt wurden. Ein Abguss der Original-Büste, die heute im Besitz des Ägyptischen Museums in Berlin ist, war zur damaligen Zeit nicht möglich, da sie sonst beschädigt worden wäre.

 

Doch nicht nur Nofretete vermittelt diese typischen Ägypten-Bilder. Auch Reliefs, die Architektur von Kairo, Pyramiden oder Hieroglyphen sind solche Motive, die im Laufe der Zeit immer wieder auftauchen. Das sieht der Besucher in der Schau zum einen an den historischen Fotografien, die als Leihgabe gezeigt werden können. Um 1900 hatte ein deutscher Tourist ein Album mit Fotos von archäologischen Sehenswürdigkeiten und Alltagsgeschehen zusammengestellt. Zum anderen sind es die prachtvoll illustrierten Publikationen zu Ägypten, die Lindenau einst für seine Kunstbibliothek zusammentrug, die diesen Eindruck vermitteln.

 

Die Monumentalwerke, die zum Teil nur noch in einer handvoll Bibliotheken in dieser vollständigen Form vorhanden sind, bildeten eine Art Bestandsaufnahme von Architektur, Reliefs und Malerei in Ägypten im 19. Jahrhundert. "Die Besucher können in der Schau Querverbindungen zwischen den Gemälden, Büchern und Gipsadrücken ziehen", verspricht Museumsdirektorin Julia M. Nauhaus. Besonders freut sie sich, dass dank eines Restaurierungspaten Friedrich Otto Georgis "Blick über die Stadt Kairo" in neuem Glanz zu sehen ist.

 

Die Ausstellung wird Sonnabend um 16 Uhr eröffnet. Dabei werden die beiden Kuratorinnen eine Einführung geben, zudem gibt es orientalischen Tanz und kleine orientalische Köstlichkeiten. In der Zeit der Ausstellung bietet das Lindenau-Museum zudem museumspädagogische Führungen für Schulen und Bildungseinrichtungen an. Unter dem Titel "Götter fürs Volk, ein Mistkäfer als Glücksbringer und der Weg in die Ewigkeit" sollen die Schüler dabei eine Reise in das Land am Nil machen. © Kommentar Seite 11

Jenifer Hochaus

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