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Altenburg Lindenau-Stipendiatin Marta Dal Sasso stellt im Garbisdorfer Quellenhof aus
Region Altenburg Lindenau-Stipendiatin Marta Dal Sasso stellt im Garbisdorfer Quellenhof aus
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05:25 12.07.2016
Marta Del Sasso zur Ausstellungseröffnung in der Galerie Pferdestall in Garbisdorf im Gespräch mit Günter Lichtenstein. Quelle: Klaus Peschel
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Garbisdorf

Künstler der malenden Zunft zieht es von Deutschland nach Italien. Es ist die Verlockung des südlichen Lichts. Es geht aber auch anders herum. Marta Dal Sasso aus dem italienischen Schio war 30 Jahre alt, da zog es sie 2009 gen Norden. Zunächst zum Kunststudium nach Brüssel, danach an die Hochschule in Dresden. „Dresden, das war gut für mich“, sagte die 37-Jährige am Freitag zur Eröffnung ihrer Ausstellung in der Galerie Pferdestall im Quellenhof Garbisdorf.

Heute ist Marta Dal Sasso an der Dresdener Hochschule der Bildenden Künste Meisterschülerin bei Professor Ralf Kerbach, und vor zwei Jahren wurde ihre Diplomarbeit in Altenburg mit dem Bernhard-von-Lindenau-Stipendium bedacht. Was das sechsköpfige Kuratorium damals bewog, Marta Dal Sasso das Lindenau-Stipendium zuzusprechen, das war die unangepasste Frische ihrer Diplomarbeit und die ungewohnte Farbigkeit in den Blättern sowie die Mischung von Malerei und Grafik.

Der Preis wird seit 2006 von der Sparkasse Altenburger Land, der Energie- und Wasserversorgung Altenburg, dem Sammler Günter Lichtenstein und dem Heimatverein Göpfersdorf gemeinsam mit dem Lindenau-Museum an einen Absolventen oder eine Absolventin einer Kunsthochschule in Mitteldeutschland vergeben. Das Stipendium ist verbunden mit einem Preisgeld von 10 000 Euro, einer Ausstellung mit Katalog im Altenburger Lindenau-Museum, einem dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in Garbisdorf sowie einer abschließenden Ausstellung in der Galerie Pferdestall.

Diese abschließende Ausstellung ist seit Freitag zu sehen und nennt sich „Klammer zu“. Sie zeigt Neues, greift dabei aber Themen auf, die schon in der Ausstellung im Lindenau-Museum dominierten. Im Ausstellungsgespräch mit Günter Lichtenstein blickte Marta Dal Sasso auf ihre Studienzeit in Brüssel und Dresden zurück. „In Brüssel gab es viel Theorie, in Dresden war mehr Zeit für die Malerei“, so die Künstlerin. Ihr Thema ist die menschliche Figur. Diese kommt nie allein daher. Es sind immer zwei, die sich berühren, gar handgreiflich werden. Tanzen sie oder kämpfen sie? Marta Dal Sasso lässt die Frage im Ausstellungsgespräch unbeantwortet. Ihre Arbeiten fertigt sie in Serien. Die nennen sich Herangehensweise, Staatenlose, Kontakte oder Welcome the uninvited.

Fest steht nur: Es geht um Beziehungen. Geht es dabei um Beziehungen zwischen menschlichen Figuren oder um Beziehungen zwischen Menschen? Auch das lässt die Künstlerin am Freitag offen. Es gehe ihr in ihren Arbeiten darum zu zeigen, dass es auf dem Weg zum Zueinanderfinden mitunter unausweichlich bleibt, etwas aufzugeben. „Meine ganze Arbeit ist eine Serie“, sagte Marta Dal Sasso im Galeriegespräch. „Denn jede Arbeit ist eine Weiterführung der vorhergehenden Arbeit.“ So nimmt es nicht Wunder, dass eine Reihe von elf Blättern, verschiedenen Serien entstammend, nebeneinander hängend, zueinander gehören, obwohl sie sich zum ersten Mal dem Betrachter so präsentieren.

Marta Dal Sasso scheint ihren Weg als Künstlerin gefunden zu haben. „Narrativ zu sein, Geschichten erzählen mit meinen Bildern, das will ich vermeiden“, erklärte die Malerin in Garbisdorf. Nach Vorbildern befragt, antwortete sie: „Das sind die Maler, die mit der Figur arbeiten.“ Und sie fügte sofort hinzu: „Ich versuche von denen aber immer Abstand zu nehmen.“ Sich mit anderen über Kunst und ihre Arbeit auszutauschen, das sei ihr jedoch ein Bedürfnis. „Meine Kommilitonen sind mir dabei genau so wichtig wie mein Professor“, so die Malerin. Und an einer Kunsthochschule habe sie auch deshalb studiert, weil sie sich dort eine eigene Meinung über Kunst machen wollte.

Wie wichtig das Bernhard-von-Lindenau-Stipendium für die junge italienische Malerin war, zeigte sich in den Worten des Dankes an den Heimatverein Göpfersdorf. In Garbisdorf habe sie gelernt, wie man als freischaffende Künstlerin arbeiten muss. Das Ergebnis daraus, die Ausstellung „Klammer zu“, ist noch bis zum 27. Juli in der Galerie Pferdestall im Kulturgut Quellenhof zu sehen.

Von Klaus Peschel

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