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Altenburg Linkes Listen-Gerangel
Region Altenburg Linkes Listen-Gerangel
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21:04 05.12.2012
Altenburg/Erfurt

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Von Robert Büssow

Die 58-Jährige hält sich mit öffentlichen Freudenausbrüchen allerdings zurück, denn die Nominierung muss im März vom Parteitag noch bestätigt werden (OVZ berichtete). Und hier könnte es brenzlig werden. Denn ihre Kandidatur war nicht unumstritten: Zum einen hatte die jetzige Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen (76) aus Hessen, die 2009 auf dem Thüringer Listenplatz eins ins Parlament einzog, angekündigt, sie wolle gern eine weitere Runde in Berlin drehen. Sie ist wie Klaubert eine versierte Kulturpolitikerin - das beißt sich bei der Listenplatzvergabe. Außerdem sitzt mit Frank Tempel bereits einer aus dem Altenburger Land im Bundestag. Auch er würde gern seinen Platz behalten, und vom Kreisverband aufgestellt ist er schon.

Das Problem ist, die Thüringer Linke kann nicht allzu viele Abgeordnete nach Berlin schicken. Derzeit sind es gerade einmal fünf. Gleichzeitig pocht jede Region im Freistaat aus Proporzgründen verbissen auf ihren eigenen Vertreter. Zwei Parlamentarier aus dem Altenburger Land - das wird für Diskussionen sorgen.

"Da streiten sich sicherlich die Geister", räumt Tempel (43) ein. Zurückstecken will er allerdings nicht. "Ich bleibe der Ostthüringer Kandidat", sagt er selbstbewusst. Da er bei der vorigen Wahl ebenfalls über die Liste und nicht als Direktkandidat in den Bundestag rutschte, hofft er auf Listenplatz zwei oder vier - denn nur die geraden Plätze sind bei der Linken für Männer zu haben.

Funktionieren soll dies angeblich durch Arbeitsteilung. "Ich trete nicht in einem Wahlkreis an. Ich trete für das ganze Land an", bekräftigt Klaubert. Tempel wiederum ist Direktkandidat im Wahlkreis, will für die Landesliste aber in seiner Rolle als "Fachexot" punkten. Denn mit Drogenpolitik und Polizei besetzt er ein Spezialthema. "Ich hoffe, dass fachliche Aspekte vor regionalen den Vorzug erhalten."

Von Klauberts Ambitionen habe er bereits seit ein paar Wochen gewusst, es sei keine Überraschung gewesen. Auch Klaubert will dies nicht als Kampfkandidatur verstanden wissen - weder gegen Tempel noch gegen Jochimsen. Die bekannte Ex-Journalistin will inzwischen nicht mehr antreten, im Streit sei man nicht auseinander gegangen, versichert Klaubert. Gleichzeitig verspricht sie Tempel, "alles zu tun, dass er den nötigen Aufwind kriegt."

Dass es sie jetzt nach Berlin ziehe, habe mehrere Gründe: Erstens sei sie angesprochen worden, zweitens verweist sie auf lange Erfahrungen als Kulturpolitikerin sowie im Bundesparteirat der Linken, und drittens: "Ich bin in einem Alter, wenn man noch einmal etwas Neues anfangen will, dann jetzt."

Seit 1994 ist sie Mitglied des Thüringer Landtags, war bereits Fraktionsvorsitzende, seit 2009 ist sie stellvertretende Landtagspräsidentin.

Der Wähler hat zwei Stimmen bei der Bundestagswahl: für eine Partei und für einen Direktkandidaten. Entscheidend ist die erste Stimme. Daraus errechnet sich die Zahl der Sitze im Bundestag.

Jede Partei bestimmt ihre Abgeordneten im Vorfeld über eine Landesliste, die dann von oben abgearbeitet wird. Allerdings erst nach Abzug der direkt gewählten Parlamentarier, die ein Vorrecht haben. Viele fahren deshalb zur Sicherheit zweigleisig und lassen sich parallel auf die Liste setzen, falls die Direktwahl im heimatlichen Wahlkreis scheitern sollte.

Bei der vorigen Bundestagswahl gewann die Linke in Thüringen nur zwei Direktmandate: Suhl und Gera. Da der gesamte Stimmenanteil aber für fünf Abgeordnete reichte, blieben noch drei Kandidaten der Liste. Wiederholt sich die Geschichte, bräuchte Tempel also Platz zwei. Bis auf die Spitzenkandidatur von Klaubert sind die übrigen Plätze noch offen. rbü

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