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Linkspartei will mit Michaele Sojka das Landratsamt erobern und rechnet mit Amtsinhaber ab

Linkspartei will mit Michaele Sojka das Landratsamt erobern und rechnet mit Amtsinhaber ab

Mit Michaele Sojka könnte erstmals eine Frau Landrätin des Altenburger Landes werden. Die 48-jährige Landtagsabgeordnete wurde am Sonnabend von ihrer Partei, Die Linke, als Kandidatin nominiert.

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Altenburg. Bei der Wahl im alten Eisenbahnerheim stimmten 53 Mitglieder mit Ja und eines mit Nein, drei enthielten sich.

Die Veranstaltung war gewürzt mit Angriffen auf den parteilosen Amtsinhaber Sieghardt Rydzewski, jedoch auch auf CDU und SPD. So müssten deren Mitglieder im Altenburger Land eigentlich gegen ihre eigenen Parteien Sturm laufen, wenn die Kommunen finanziell ausgetrocknet werden, wie es die CDU-SPD-geführte Landesregierung vorhabe, meinte Linken-Kreischef Frank Tempel. Der Landrat zerschlage haufenweise Porzellan in Erfurt, betrachte den Kreistag als Hemmnis und zeige mit seiner Geheimniskrämerei ein merkwürdiges Demokratieverständnis. Seine scheibchenweise herausgegebenen Informationen und die Unterrichtung von ihm ausgewählter Gremien werde es mit einer linken Landrätin Michaele Sojka nicht geben, kündigte Tempel an. Er hob den Mut und die Fähigkeiten der Kandidatin hervor, mit der die Linke die selbst hoch gesteckten Ansprüche erfüllen wolle. Michaele Sojka beherrsche die Kunst, zwischen den Zwängen der Verwaltung, den politischen Verhältnissen im Kreistag und den Bedürfnissen der Bevölkerung vermitteln zu können.

Auch von anderen Parteifreunden erhielt die Kandidatin Zuspruch. So attestierte ihr Landes-Vize Jörg Kubitzki Glaubwürdigkeit und Kompetenz. Sie sei authentisch und nehme kein Blatt vor den Mund, meinte Gewerkschafts-Sekretär Sandro Witt.

"Diesmal ist es zu schaffen, und es ist an der Zeit, dass die Linke in Thüringen erstmals ein Landratsamt erobert", sagte Michaele Sojka. Dieses Ziel bezeichnete sie als große Herausforderung, aber auch als Chance. Denn so sei es möglich, linke Politik umzusetzen. Im Unterschied zum Amtsinhaber stehe sie für Vertrauen, Berechenbarkeit und Transparenz bei der Entscheidungsfindung. Konkret kündigte sie an, beispielsweise die Schulnetzplanung oder die Pläne für den Ausbau der Kreisstraßen ins Internet zu stellen, womit die Bevölkerung beizeiten informiert werde und darüber diskutieren könne. Mit ihr werde kein kommunales Tafelsilber verkauft, wie es beim Klinikum geplant war und beim Pflegeheim in Meuselwitz getan wurde. Michaele Sojka kündigte eine tarifliche Entlohnung in kreiseigenen Betrieben sowie eine bessere Bezahlung und die Beendigung der halben Stellen für Hortnerinnen an. Außerdem werde sie mit der Unsitte Schluss machen, Neueinstellungen, wie im Klinikum, zu befristen. Bei einer möglichen Gebietsreform wolle sie dafür sorgen, dass das Altenburger Land auch in einem neuen Kreis eine entscheidende Rolle spiele.

Schützenhilfe und Zuspruch bekam die Kandidatin von ihrer Parteifreundin Simone Luedke, der Bornaer Oberbürgermeisterin. Mit Michaele Sojka seien zwei wichtige Voraussetzungen erfüllt. Sie sei bekannt und habe Themen, die die Menschen bewegen. Luedke rief dazu auf, ebenso die dritte zu erfüllen: Eine großes Wahlkampfteam, das sich auch von Rückschlägen nicht beirren lässt. Denn es wird Attacken der Gegner geben, weiß Luedke aus eigener Erfahrung, die bis ins persönliche gehen. Jens Rosenkranz

 

 

 

Durch zehn Jahre Erfahrung im Landtag und viele Kontakte in Erfurt sei sie gut vorbereitet auf den Job als Landrätin, meint Michaele Sojka. Sie will im Wahlkampf auf eine Wechselstimmung setzen und rechnet bereits mit scharfen Angriffen ihrer Gegner. Dennoch fühlt sich die 48-Jährige durch viele Gespräche in ihrer Kandidatur gestärkt und bestätigt.

Die Altenburgerin arbeitete viele Jahre als Lehrerin für Mathe und Physik und sitzt seit 1994 für ihre Partei auch im Kreistag. Michaele Sojka ist geschieden und hat zwei Söhne.

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