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Liqueurfabrik erweitert Sortiment: Destille hat große Pläne in Altenburg

Unternehmen Liqueurfabrik erweitert Sortiment: Destille hat große Pläne in Altenburg

Der neuen Inhaber der Altenburger Destillerie- und Liqueurfabrik, Michael Schenk, ist ein Mann der Tat. Kurz nach der Übernahme der Firma beginnt er Nägel mit Köpfen zu machen und das Unternehmen, das zu den Top drei Steuerzahlern in Thüringen gehört, umzustrukturieren. Dazu gehören neue Produkte, eine touristische Nutzung sowie eine Produktionssteigerung.

Diana Ducke überwacht an der Abfüllanlage die Befüllung von Handflaschen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Das Altenburger Whisky-Land soll in wenigen Jahren in ganz Deutschland ein Begriff sein. Liebhaber des Getreidebrandes sollen damit sofort eine der besten Adressen in Sachen Whisky assoziieren. Das ist nur eine Entwicklung, die der neue Inhaber der Altenburger Destillerie- und Liqueurfabrik, Michael Schenk, für die Zukunft plant. Ein Flotte von Food-Trucks, Erlebnisgastronomie in der Destille, neue Produkte, sowohl alkoholische als auch alkoholfreie, und die Erweiterung der Massenproduktion gehören ebenfalls dazu.

Was Schenk vorhat, ist bereits weit gediehen. Erste Verträge, etwa mit einem der führenden Whisky-Experten der Republik, sind bereits unterzeichnet, und Handwerker bauen die Räumlichkeiten fürs Whisky-Land. Darüber hinaus wird dieser Tage der Aufbau einer komplett neuen Produktionsstrecke abgeschlossen, auf der fortan auch alkoholfreie Getränke hergestellt werden können. „Um den Standort zu erhalten, müssen wir uns auch Gedanken machen, was ist, wenn Alkohol nicht mehr so gefragt ist“, sagt Schenk und stellt eine Art Zauber-Energie-Trank auf den Tisch, der mit dem Leipziger Professor Rudhard Klaus Müller entwickelt wurde. In einigen Monaten kommt das Getränk in den Handel, es wird 10-fach stärker sein als der Marktführer.

Alle diese Aktivitäten dienen laut Schenk dazu, die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens speziell hier am Standort in Altenburg zu sichern. Dazu gehört auch und in erster Linie die Massenproduktion, weil sie mit rund 90 Prozent das Hauptstandbein des Unternehmens ist. Um dem peniblen Preisdiktat der Handelsketten gerecht zu werden, bei dem bisweilen ein Zehntelcent über Erfolg oder Nichterfolg entscheidet, müsse die hiesige Produktionskapazität unbedingt voll ausgelastet werden, erklärt der Geschäftsführer. Beispielsweise könnte in drei Schichten gearbeitet werden. Jedoch bremsen momentan die Lagerkapazitäten die Produktion aus.

Es gebe nur vier Möglichkeiten, dem zu begegnen, erläutert Schenk: Entweder müsste Lagerfläche dazugemietet werden, das würde aber die Preise der Spirituosen erhöhen. Oder es werde die Produktion ins Ausland verlegt, etwa noch Polen, wo die Altenburger Destillerie bereits eine sehr große Liegenschaft besitzt. Die Firma könnte drittens in ein anderes Bundesland wechseln, wo sie „mit offenen Armen empfangen wird“, wie sich Schenk ausdrückt und dabei darauf verweist, dass sein Unternehmen zu den Top drei Steuerzahlern im Freistaat zählt. Oder die Liqueurfabrik bekommt bestenfalls die Möglichkeit, in der Stadt zu expandieren, und zwar direkt neben dem Firmengelände „Am Anger“. Dort, aber auch nur dort, könnte die Produktion wirtschaftlich erweitert werden.

In etwa zwei bis drei Jahren sollte die notwendige Erweiterung nutzbar sein, um die Firma konkurrenzfähig zu halten. „Wir sind jetzt schon an der Grenze und geben den Druck, den wir von den Handelsketten bekommen, nach unten weiter und drücken selbst die Preise dort.“ Möglichst schnell müssten sich die Verantwortlichen in der Stadt und dem Stadtrat entscheiden, ob sie die Altenburger Destillerie & Liqueurfabrik bei ihren Plänen unterstützen und damit die Firma am Standort halten wollen.

Auch um den Entscheidungsträgern den Entschluss leichter zu machen, hat Schenk noch ein Ass im Ärmel. In Verbindung mit dem derzeit geschlossenen Hotel Altenburg Hof will er die Destille als touristischen Magneten ausbauen. Das Hotel müsste wieder eröffnet werden und solle dann als Gesamtkonzept, unter anderem mit Manufaktur-Besichtigungen, Brennerei-Führungen, dem Schnapsmuseumsbesuch und einer Erlebnisgastronomie unter dem Dach der Liqueurfabrik, vermarktet werden. Geht die Rechnung auf, hätte Altenburg wieder ein Hotel in der gehobenen Kategorie, was derzeit fehlt.

„Eines ist Fakt: Wir müssen wachsen, sonst gehen wir unter“, sagt Schenk mit allem Ernst. Am liebsten würde er in Altenburg wachsen und hier die weiteren Standbeine auf- und ausbauen, um mittelfristig – vielleicht in fünf-sechs Jahren – die Abhängigkeit von Aldi und Co. zurückzufahren. Dafür will Schenk die Eigenmarke „Altenburger“ in der Region stärken und weiter etablieren. Ein Flotte Food-Trucks – Restaurants auf Rädern – sollen dies unterstützen und werbewirksam bei Festen und Veranstaltungen auftreten.

Voraussetzung für all dies sei aber genügend Platz, um eine auf Jahre weiterhin konkurrenzfähige (Massen-)Produktion zu ermöglichen, so Schenk.

Von Jörg Reuter

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