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Altenburg Lob und Schelte - Kreissportbund zwischen guten Leistungen, Millionen-Wertschöpfung, Mitgliederschwund und Kostenbeteiligung
Region Altenburg Lob und Schelte - Kreissportbund zwischen guten Leistungen, Millionen-Wertschöpfung, Mitgliederschwund und Kostenbeteiligung
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19:22 30.12.2014
KSB-Chef Harald Moritz Quelle: Mario Jahn

Galt sein Dank vor allem den Tausenden Ehrenamtlichen im Sport des Altenburger Landes und den starken Leistungen vieler Athleten, wies der 74-Jährige auch auf den Mitgliederschwund hin und sparte nicht mit Kritik an Bewirtschaftungskosten für Sportanlagen und sportlichen Defiziten bei Kindern und Jugendlichen.

Die Leistung der über 1000 Übungsleiter und der reichlich 2500 Ehrenamtlichen kann laut Moritz gar nicht hoch genug bewertet werden. Was sie tun, illustrierte KSB-Schatzmeister Robert Streu mit eindrucksvollen Zahlen. "Jeder der fast 3000 Ehrenamtlichen leistet durchschnittlich 18 Stunden im Monat für seinen Verein", sagte der Rechtsanwalt. Das ergebe 648 000 Stunden im Jahr , was wiederum eine jährliche Wertschöpfung von rund neun Millionen Euro darstelle. "Das ist ein Wert, den keine Kommune und kein Landkreis je aufbringen könnte."

Vor diesem Hintergrund rügte Harald Moritz die Pläne zu Entgeld- und Gebührenordnungen in einigen Kommunen und zum Teil bereits beschlossene Beteiligungen an Betriebskosten. "Es muss Einigkeit darüber bestehen, dass kommunale Sportförderung unabdingbare Voraussetzung für die Erfüllung der Aufgaben der Sportvereine ist", so der KSB-Vorsitzende. "Gerade diese unentgeldliche Bereitstellung der Sportanlagen bietet Gewähr dafür, dass die Vereine auch mit geringer finanzieller Unterstützung und Förderung weiterhin Viele und Vieles bewegen können." Grundsätzlich gehe der KSB davon aus, dass Kommunen und Vereine bei schwierigen Haushaltssituationen gemeinsam auf die Suche nach Einsparpotenzialen und Prioritäten bei der Sportförderung suchen. "Nicht am Sport, sondern mit dem Sport sparen." Denn man sei grundsätzlich bereit, seinen Beitrag zu leisten.

Daher geißelte Moritz auch die aktuelle Situation in Meuselwitz. "Die Forderung zur Beteiligung an Bewirtschaftungskosten mit Stadtratsbeschluss bildet keine rechtliche Grundlage", erklärte der seit 20 Jahren amtierende KSB-Chef. "Für die Umlegung bedarf es einer vertraglichen Vereinbarung, die nicht existiert." Schlechtere Rahmenbedingungen für den organisierten Vereinssport könne man nicht zulassen, "weil sie die Existenz unserer Vereine bedroht".

134 Klubs mit 15 682 Mitgliedern sind derzeit im KSB organisiert. Doch auch wenn der Kreissportbund damit nach wie vor der größte Dachverband im Altenburger Land ist, kann das doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass man im Vergleich zum zurückliegenden Jahr 576 Mitglieder verloren hat. Dieser Schwund erklärt sich maßgeblich mit dem Austritt von Sporting Leipzig Altenburg (-331 Mitglieder). Diesem Austritt standen mit dem Turn- und Kegelclub Altenburg und der Hundessportgruppe Gößnitz zwei Neuaufnahmen gegenüber. Dennoch sank der Organisationsgrad um 0,1 Prozent leicht auf 16,7 Prozent. Während der KSB im Bereich der 15- bis 18-Jährigen einen Anstieg von fast 100 auf 914 Mitglieder verzeichnete, bereiten 187 Sieben- bis 14-Jährige weniger Sorgen. "Unser Ziel, jedes zweite Kind in diesem Altersbereich im Sportverein zu bewegen, konnte nicht erreicht werden", bedauerte Moritz. Das habe man bei den Fünf- und Sechsjährigen mit 49,5 Prozent hingegen erneut geschafft.

Angesichts der schwindenden Sportler im Altenburger Land ist es dennoch erstaunlich, dass die starken Leitungen auf nationaler wie internationaler Ebene kaum abreißen. "80 Einzelerfolge, acht Mannschafts- und fünf Paarerfolge an Landesmeisterschaft bis zu Welt- und Europameisterschaften unterstreichen das", sagte Moritz nicht ohne Stolz und verwies in diesem Zusammenhang insbesondere auf Sportarten wie Gewichtheben, Radball, Leichtathletik, Sportschießen, Karate, Ringen, Tanzen, Fechten, Motorsport, Tischtennis, Seesport, Judo und Kunstradfahren.

Thomas Haegeler

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