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Altenburg Lucka erhält zweite Demenz-WG
Region Altenburg Lucka erhält zweite Demenz-WG
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00:18 16.07.2017
Maurer Patrick Habermann setzt einen Stein für den Neubau einer Demenz-WG in Lucka. Quelle: Mario Jahn
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Lucka

Es tut sich einiges auf dem Gelände der alten Grundschule in der Luckaer Pestalozzistraße. Auf dem Hinterhof der Einrichtung wird seit diesem Mai fleißig gewerkelt, wächst langsam, aber stetig ein Rohbau in die Höhe. Am Ende des Projekts soll hier einmal eine neue Wohngemeinschaft entstehen. Das Besondere: Als Bewohner sind ausschließlich Demenzkranke vorgesehen.

Bauherr und Eigentümer Frank Wirth erweitert damit das bereits bestehende Angebot. Schon seit 2014 ist eine ähnliche Einrichtung im Dachgeschoss des Grundschulgebäudes in Betrieb – und erfreut sich bei den Bewohnern großer Beliebtheit, wie auch Claudia Lesch, Geschäftsführerin des die Einrichtung betreuenden Pflegedienst Mahn, betont. „Wir bieten hier den Menschen die Möglichkeit, auch mit ihrem Krankheitsbild in einem normalen häuslichen Umfeld zu wohnen“, erklärt sie die Philosophie hinter dem Projekt. Die Senioren kochen gemeinsam, haben beständig Kontakt zu anderen, können sich aber natürlich auch für ein wenig Ruhe zurückziehen.

Genau so soll es auch im Neubau zugehen. „Die Bewohner erhalten hier wirklich eine richtige Wohnung“, betont Wirth im Gespräch. Oberstes Gebot sei es, den typischen Krankenhaus- oder Pflegeheimcharakter zu vermeiden. Statt langer, kühler Flure und zweckmäßiger Aufenthaltsräume soll im Neubau wohlige Gemütlichkeit herrschen. Die Mitte des Gebäudes beherrscht ein großer Gemeinschaftsraum, auch die Küche ist hier angesiedelt. Ein solcher Aufbau sei einerseits natürlich gerade für Demenzpatienten von Vorteil, so Claudia Lesch. „Das erleichtert ganz erheblich die Orientierung“. Aber auch die Gemeinschaft und das Gefühl von Geborgenheit werde so gestärkt.„Sobald die Menschen aus ihren Zimmern treten, sind sie dann mitten im Leben“, erklärt sie das Konzept. Nicht nur seien die Bewohner so stets von anderen umgeben – auch die Betreuer könnten durch den Aufbau stets alles im Blick behalten.

Die Zimmer selbst, aber auch Küche und Aufenthaltsraum seien natürlich individuell einrichtbar, versichert Frank Wirth. „Wer seinen eigenen Sessel oder Tisch mitbringen möchte, kann dies gerne tun.“ Ansonsten seien die Räume dem Alter und den Ansprüchen ihrer Bewohner entsprechend ausgestattet, etwa mit ebenerdigen Duschgelegenheiten.

Im Zuge der Eröffnung werden laut Claudia Lesch auch zwischen 12 und 14 neue Mitarbeiter ihren Dienst antreten. Im Schichtbetrieb sollen sie den Bewohnern zur Seite stehen. „Wir kommen so am Ende auf einen Betreuungsschlüssel von eins zu fünf“, bilanziert sie. Der sei damit besser als in so manchem anderen Pflegeheim.

Insgesamt 10 Personen sollen am Ende auf den rund 300 Quadratmetern ein neues Zuhause finden, rechnet Wirth vor. Für weitere Wohnlichkeit sorgen darüber hinaus noch eine große Terrasse und das angrenzende Gartenareal. Die Kosten für das Bauvorhaben – rund 500 000 Euro – trägt der Investor dabei komplett aus eigener Tasche. Interessenten können sich ab Herbst in der Einrichtung melden.

Von Bastian Fischer

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