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Altenburg Luckaer Wellpappenwerk feiert Jubiläum und Ideengeber Uwe Eikemeier mit Festakt
Region Altenburg Luckaer Wellpappenwerk feiert Jubiläum und Ideengeber Uwe Eikemeier mit Festakt
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05:00 26.06.2016
Familiengeschenk: Uwe Eikemeier im XXL-Porträt, gemalt von Sally Birkel nach den Wünschen von Sohn Christian Eikemeier (r.). Peggy Patzschke hilft beim Auspacken. Quelle: Mario Jahn
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Lucka

Bei gefühlten 40 Grad haben rund 300 Gäste aus Politik, Adel, Wirtschaft und Familie die 25-jährige Erfolgsgeschichte des Luckaer Wellpappenwerkes gefeiert. Gewürdigt hat man aber auch den großen Macher dieses Erfolgs, Uwe Eikemeier. Der hatte in seiner für ihn typischen Art den Männern gleich zu Beginn des Festaktes Marscherleichterung zustanden – Krawatten und Sakkos wurden dankend abgelegt.

Eikemeier selbst, der am Donnerstag seinen 72. Geburtstag feierte, hielt zumindest während seiner Rede im feinen Zwirn durch. Er selbst, der die Geschäfte vor wenigen Wochen an seine Tochter Cornelia Eikemeier und zwei weitere Geschäftsführer übergeben hatte (die OVZ berichtete), bezeichnet sich als einen der vielen Glücksritter, die nach der Wende in den Osten kamen. „Bei den Fahrten auf der Autobahn habe ich oft Radio gehört. Die Stimme von Peggy Patzschke fand ich immer erfrischend“, erinnert er sich. „Damals habe ich mir gesagt: Die muss du mal kennenlernen“, so der Unternehmer, der da noch nicht musste, dass die Moderatorin in Lucka aufgewachsen ist. Und weil der Macher Eikemeier umsetzt, was er sich vorgenommen hat, konnte er Peggy Patzschke als Moderatorin für den gestrigen Tag gewinnen.

An dem wollte er nicht über Geldsummen reden, die in das Wellpappenwerk investiert wurden, sondern lieber über die Menschen, die in der „Welle“ die Erfolgsgeschichte mitgeschrieben haben. Ohne sie wäre das Unternehmen nicht dort, wo es heute steht. Der aus Langenhagen stammende Eikemeier erinnerte an die Hinterlassenschaften der Planwirtschaft, mit denen er und die anfangs 60 Mitarbeiter in der Marktwirtschaft zu kämpfen hatten. „Bis heute konnte die Produktion von Wellpappe verzwanzigfacht werden und die Zahl der Mitarbeiter liegt heute bei 280“, so die graue Eminenz, die in einem neu gegründeten Beirat nach wie vor seine schützende und helfende Hand über den Betrieb hält. „Mittlerweiler gibt es die Eikemeier Unternehmensgruppe, zu der acht Werke gehören. Die sind alle nach einer Philosophie aufgebaut und ticken im gleichen Takt“, weist er auf sein Lebenswerk hin. Das wäre ohne seine Mitarbeiter, seine Frau und seine Familie nicht möglich gewesen.

Im Grußwort von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), das Landrätin Michael Sojka (Linke) verlas, bezeichnete Ramelow das Wellpappenwerk als wirtschaftlichen Motor im Dreiländereck. Er hob hervor, dass die Luckaer als weltweit erstes Unternehmen über ein vollautomatisches Papierrollenlager verfügten. Weiter hieß es, private und staatliche Gelder seien hier angelegt.

Und das sind insgesamt 80 Millionen Euro, wie Sojka dann in ihrer Rede erwähnte. Eikemeier habe nach der Wende den Menschen in Lucka und im Umland eine berufliche und damit auch private Perspektive gegeben. Er habe die Ärmel hochgekrempelt, auch wenn die Aufgaben und Herausforderungen oftmals nicht einfach zu meistern gewesen seien. Dafür, dass er als Investor dem Standort Lucka die Treue gehalten habe, trotz mancher Querelen im Stadtrat, dankte sie dem 72-Jährigen.

Sojka würdigte zudem das große soziale Engagement in Lucka und im Landkreis. Der engagierte und bodenständige Unternehmer sei für all sein Tun mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Mittelstands-Oskar der Oskar-Patzelt-Stiftung geehrt worden. Vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft habe er die Auszeichnung für sein Lebenswerk erhalten, so Sojka. Sie selbst ehrte Eikemeier dann mit der „Medaille für besondere Verdienste des Landkreises Altenburger Land“.

Als einen denkwürdigen Tag für ihre Stadt bezeichnete Luckas Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn den Tag vor 25 Jahren, als Uwe Eikemeier das Wellpappenwerk entdeckte, und sich entschied, es zu einem Wirtschaftsstandort zu entwickeln. „Dieser Tag ist ein Meilenstein in der Geschichte des Wellpappenwerkes, das seit 116 Jahren besteht. Gleichzeitig ist er der Beginn einer Erfolgsgeschichte“, betonte sie. „Ideen wurden geboren und Probleme gelöst. Es galt aber auch, manchen Rückschlag zu verkraften und Kräfte neu zu bündeln.“ Sie verwies aber auch darauf, dass es in Lucka Stadträte gab, die den Visionen und dem Aufbauwillen des Unternehmers nicht folgen wollten und es bis heutige nicht tun. „Ich bin stolz auf das Unternehmen und die Person Eikemeier, die aus einer Vision Wirklichkeit werden ließ.“

Von Marlies Neumann

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