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Luckaerin empört: Fuchs zu Ausbildungszwecken eingesperrt

Tierquälerei? Luckaerin empört: Fuchs zu Ausbildungszwecken eingesperrt

Einen gefangen gehaltenen Fuchs in einem doppelt gesicherten Gehege entdeckte jetzt eine Luckaerin bei einem Spaziergang. Nun vermutet sie Tierquälerei. Der Fuchs wird in einer sogenannten Schliefanlage gehalten und dient der Ausbildung von Jagdhunden. Diese unterliegt strengen Normen.

Kaum zu sehen in seinem Gehege: der Fuchs im Luckaer Forst.

Quelle: P. Geier

Lucka. Einen Fuchs, eingesperrt in einem doppelt gesicherten Gehege, entdeckte Ina Olschewski vor wenigen Tagen bei einem Spaziergang mitten im Luckaer Forst. Die Anlage befindet sich am nordwestlichen Rand der Halde des ehemaligen Tagebaus Phönix Ost II, links eines Sackweges in Richtung Wintersdorf. In der Öffentlichkeit war sie bisher kaum bekannt.

„Dass der Fuchs überhaupt zu sehen war, lag an dem nicht über die gesamte Fläche des Käfigs angebrachten Sichtschutz. Ich wunderte mich darüber, warum hier ein Fuchs gefangen gehalten wird. Deshalb recherchierte ich im Internet und stieß auf sogenannte Schliefanlagen. Darin werden Jagdhunde an lebenden Füchsen abgerichtet.

Der Fuchs hat hierbei denkbar schlechte Karten. In freier Natur wird er dann, nachdem er von den Hunden aus seinem Gang verjagt wurde, vom Jäger abgeschossen. Wobei zu bemerken ist, dass sich der Fuchs nur zur Aufzucht seiner Jungen im Bau aufhält. Dass es sich bei dem Gelände um eine solche Anlage handelt, bestätigte mir das Veterinäramt des Ladratsamtes auf Nachfrage“, teilte Olschewski der Osterländer Volkszeitung (OVZ) voller Empörung mit.

Fuchs stammt aus privater Zucht

Der Nabu, bei dem sie ebenfalls nachfragte, habe von der Anlage nicht einmal Kenntnis gehabt. „Ich sehe in der Anlage eine nutzlose Tierquälerei“, bringt sie ihren Unmut zum Ausdruck. In einigen Bundesländern seien derartige Schliefanlagen bereits verboten, habe sie in Erfahrung gebracht. „Aber vielleicht kann die Kreisjägerschaft oder der Förster akzeptable Gründe nennen, der den Betrieb einer solchen Anlage rechtfertigt.

Zunächst fragte die OVZ aber in der Unteren Jagdbehörde des Landratsamtes nach. „Für den Fuchs ist das nichts Schlimmes. Denn er wird in der Anlage regelmäßig versorgt und betreut“, sagt Behördenmitarbeiterin Annett Kügler. „Ein ordentlicher Jagdhund braucht nun mal eine fachgerechte Ausbildung. Und wenn er auf Fuchsjagd gehen soll, muss er auch Duftstoffe und Laute eines Fuchses kennen“, merkt sie an. Um das zu trainieren, brauche es einen Fuchs für die Ausbildung. Die für die Entenjagd erfolge ebenfalls mit lebenden Enten.

Mit der Empörung der Luckaerin über die Unterbringung des Fuchses in dem bisher nicht öffentlich bekannten Gehege konfrontierte die OVZ auch Gunter Höser, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes, und Revierförster Jens Becher. „Diese Schliefanlage, in der Erdhunde tierschutzgerecht ausgebildet werden, gibt es bereits 15 Jahre. Der Fuchs, der dort lebt, war nie in freier Wildbahn unterwegs. Er stammt aus einer privaten Zucht.“

Areal mit nachgebildetem Fuchsbau

„Unser Moritz ist schon 13 Jahre alt. In freier Wildbahn werden Füchse nur halb so alt. Unserem Tier geht es also gut und es fühlt sich wohl. Der Auslauf ist doppelt bis dreifach so groß wie vorgeschrieben. Vom Tierarzt wird der Fuchs einmal im Jahr immunisiert“, berichtet Jens Becher. Er kümmert sich seit Jahren mit drei weiteren Leuten um die tägliche Versorgung des Tiers.

Die Anlage, die von allen zuständigen Behörden, vom Gesundheitsministerium über das Veterinäramt bis hin zur Unteren Jagdbehörde, genehmigt wurde, gehöre mehreren Partnern, die sich an der Errichtung der Anlage beteiligt hätten. Deshalb laufe hier nicht nur die Ausbildung für Thüringer Hunde, sondern auch für Jagdhunde aus Sachsen und Sachsen-Anhalt.

„Für solche Anlage gelten strenge Auflagen, die den Tierschutz, die Tierhygiene, den Wildschutz oder die bauliche Beschaffenheit betreffen“, betont Höser. „Für die Ausbildung gibt es auf dem Areal einen nachgebildeten Fuchsbau, der sichtbar und mit Klappen versehen ist. Darin sucht der Hund nach dem Fuchs. Beide Tiere kommen aber nie miteinander in Berührung. Der Hund verbellt den Fuchs und drückt ihn somit aus dem Bau. Für bemitleidenswert halte ich unseren Fuchs deshalb nicht “, meint Becher.

Weniger Stress als im Zoo

„In seinem Gehege hat der Fuchs weniger Stress als in einem Zoo, den gibt es lediglich, wenn bei der Ausbildung Hunde in der Röhre sind“, sagt Höser. Die Bauhundejagd werde in der Region aber inzwischen immer weniger betrieben. Sie ist auch nicht die einzige Art der Jagd auf Füchse. Er wisse, dass es zur Bauhundejagd selbst unter Jägern unterschiedliche Auffassung gebe. „Im Kreisjagdverband reden wir darüber und lassen auch andere Meinungen zu“, so der Chef des Verbandes.

Revierförster Becher vertritt zudem die Ansicht, dass nicht jeder Fuchs in der freien Wildbahn gejagt werden muss. Schließlich sei er ein guter Mäusefänger. „Meister Reineke gehört nun mal in die Natur. Doch sein Bestand muss in Grenzen gehalten werden.“

Von Marlies Neumann

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