Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Luckas Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn blickt positiv in Zukunft
Region Altenburg Luckas Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn blickt positiv in Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:11 13.01.2018
Kathrin Backmann-Eichhorn, Bürgermeisterin von Lucka, blickt optimistisch aufs neue Jahr. Quelle: Bastian Fischer
Lucka

Gebietsreform und Heizkraftwerk: Es waren große Themen, die Bürger und Verwaltung in Lucka 2017 auf Trab hielten. Auch von schlechten Nachrichten blieb man nicht verschont. Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn (parteilos) zieht trotzdem ein zufriedenes Jahresfazit – und kündigt weitere Investitionen an.

Wie bewerten sie das vergangene Jahr in der Rückschau?

Insgesamt war es ein gutes Jahr für die Stadt Lucka. Allerdings lag Gutes und Schlechtes nah beieinander, wir mussten auch Schicksalsschläge verkraften. Zum einen ist das die schwere Erkrankung unseres Ehrenbürgers Hans Taube, der uns nicht mehr im gewohnten Maße zur Verfügung steht, zum anderen natürlich der Tod von Wellpappenwerk-Geschäftsführer Uwe Eikemeier, der uns tief getroffen hat. Ansonsten sind wir jedoch zufrieden. Die Gebietsreform ist vorerst vom Tisch, unsere Eigenständigkeit bleibt uns erhalten. Wir können den erfolgreichen Kurs, etwa bei Straßenbau, Kita- und Fußwegesanierung, fortführen.

Welches Thema hat Sie 2017 am meisten beschäftigt?

Ganz klar die Gebietsreform, gleich gefolgt von der Debatte um das Heizkraftwerk Meuselwitz-Lucka. Beides hat mir teils schlaflose Nächte bereitet. Letzteres hatte für mich persönlich sogar fast noch größeren Stellenwert. Im Zuge der Gebietsreform hätten wir zwar die Eigenständigkeit verloren, aber mit einer faktischen Müllverbrennung vor den Toren der Stadt hätten wir massiv an Attraktivität eingebüßt. Froh bin ich jedoch über das große Engagement der Bürger in beiden Fällen. Für die Unterschriftensammlung gegen die Reform hatten wir etwa Vereine angesprochen, Menschen, die sich für Lucka engagieren. Die Resonanz war sehr gut. Wir hatten über 1000 Unterschriften – bei knapp 3800 Einwohnern eine stolze Zahl.

Auch Lucka muss angesichts von demografischem Wandel neue Bürger hinzugewinnen. Warum sollten sich Interessenten für einen Umzug entscheiden?

Wir haben hier insgesamt 33 Vereine, eine gut ausgerüstete Feuerwehr, verfügen über Schule, Kindergarten, Einkaufsmöglichkeiten und das Naherholungsgebiet „Prößdorfer See“ direkt vor der Tür. Auch die Verwaltung ist auf neue Bürger eingestellt. Wenn jemand Interesse bekundet, nehmen wir ihn an die Hand, halten viele Informationen für junge Familien vor, die hier neu- oder ausbauen wollen und beraten zu Fördermöglichkeiten.

Gibt es darüber hinaus Ansätze, die Attraktivität der Stadt weiter zu steigern?

In jedem Fall soll weiter Kraft in den Straßenbau gesteckt werden, sowohl an der Oberfläche als auch im Untergrund, bei Wasser- und Abwasserleitungen. Darüber hinaus ist der Fußwegebau wichtig. Hier müssen Bordsteine und Gehwege saniert werden, gerade mit Blick auf die älteren Bürger, die ja inzwischen in der Mehrzahl sind, aber auch für Kinderwagen. Auch zusätzliche Bushaltestellen sind geplant. Hierfür sind bereits Fördermittel beantragt, Gespräche mit der Thüsac laufen. Mittelfristig sollen drei neue Haltestellen entstehen – je eine in der Altstadt, der Neustadt und Breitenhain. Die Leute sollen nicht über einen Kilometer von der Wohnung zum Bus laufen müssen.

Bei allem Fokus auf die ältere Bevölkerung: Wie wollen Sie gerade jungen Leuten Lucka schmackhaft machen?

Fakt ist, dass wir das Geld für Schwimmbäder oder Kinos nicht haben. Durch stetige Senkung der Schlüsselzuweisung und Erhöhung der Kreisumlage ist die finanzielle Ausstattung der Kommunen unzureichend. Von der Idee, solche Einrichtungen in jeder Stadt vorzuhalten, müssen wir uns verabschieden. Wenn Altenburg als Kreisstadt hier ein Angebot hat, werden das die Luckaer mitnutzen. Unsere Aufgabe ist es, eine gute Anbindung zu gewährleisten. Wir sind in stetem Kontakt mit den Jugendlichen, fragen, was ihnen wichtig ist, auch wenn wir natürlich nicht alle Wünsche erfüllen können. Ich denke aber, dass wir mit Bibliothek und Vereinen durchaus Angebote parat haben. Von Fußball und Volleyball über Musik und Karneval bis zum Turnen und Kegeln ist alles da. Wer in seiner Freizeit etwas sinnvolles tun möchte, findet hier gute Möglichkeiten.

Stichwort Finanzen: Wie ist Lucka inzwischen hier aufgestellt?

Wir stehen stabil da, haben eine solide Haushaltsführung. Erst kürzlich haben wir zudem die Würdigung für den Haushalt 2018 erhalten, das Papier ist damit bereits genehmigt. Wir können nun Aufträge vergeben, schon in der ersten Stadtratssitzung sind erste Entscheidungen geplant. Die Investitionen in die Stadt gehen nahtlos weiter.

Dabei hatte es zur letzten Stadtratssitzung 2017 noch Kritik an der Haushaltsführung gegeben, von unverantwortlichen Entnahmen aus der Rücklage war die Rede. Wie gut ist Lucka finanziell abgesichert?

Gesetzlich ist für uns eine Mindestrücklage von 70 000 Euro vorgeschrieben. Derzeit stehen wir bei über 490 000 Euro, konnten im vergangenen Jahr statt einer Entnahme sogar 70 000 Euro zuführen. Wir haben die Rücklage stets im Auge, verfügen hier über einen guten Puffer. In den vergangenen sechs Jahren haben wir nur positive Jahresergebnisse erzielt, freie Finanzspitzen erwirtschaftet und konnten der Rücklage Mittel zuführen. Dahingehend sind solche Vorwürfe rein polemischer Natur und völlig unbegründet.

Angesichts dieser Ausstattung: Welche größeren Projekte sind 2018 geplant?

Die größte und wichtigste Maßnahme ist der grundhafte Ausbau der Pestalozzistraße zusammen mit dem ZAL. Die Fußwege sind bereits fertig, nun geht es an die Straße. Das ist gerade für das ringsum angesiedelte betreute Wohnen sehr wichtig. Ebenfalls angegangen werden soll die restliche Sanierung des Weges zwischen Kita und Netto-Markt in Richtung Schule. Auch hier ist der ZAL im Boot, der Weg bereits zur Hälfte fertig. Weiterhin ist geplant, an der Außenwand der Bibliothek zusammen mit Graffiti-Künstler Tino Schneider ein Bild aufzubringen. Fördermittel vom Land sind bereits eingeplant. Darüber hinaus soll der Innenraum der Turnhalle saniert werden. Und natürlich geht es an den dritten Bauabschnitt der Sanierung der Kita.

Was wünschen Sie sich persönlich für das neue Jahr?

Ein friedliches Miteinander in der Welt, in Europa und auch hier sowie genug Geld, um alle Investitionen durchführen zu können, damit Lucka weiter lebens- und liebenswert gestaltet werden kann. Und natürlich, dass auch das Heizkraftwerk endgültig vom Tisch kommt.

Von Bastian Fischer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kaffee, Roster, Tee und Bier – all das geht am Imbiss von Thomas Böse auf dem Altenburger Markt über den Tresen. Seit inzwischen 15 Jahren betreibt er dort seinen kleinen Imbiss, mit wachsendem Erfolg. Dabei war am Anfang eigentlich alles ganz anders geplant.

16.01.2018

Die Macher des Skatstadtmarathons haben ein weiteres ihrer Ziele erreicht. Bei der alljährlichen Abstimmung des Fachportals marathon4you.de machte die Altenburger Laufveranstaltung weitere Plätze gut und stieß bundesweit in die Top 20 vor. Das feiert das Organisationsteam als Aufstieg in die zweite Liga. Es gibt aber noch weitere Gründe zur Freude.

13.01.2018

Die Stadt Altenburg hat dieses Jahr den Sport in den Fokus des Neujahrsempfangs gestellt. Neben einem Großteil des aktionsreichen Rahmenprogramms, das Aktive gestalteten, zeichnete Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auch 14 Protagonisten aus den über 30 Vereinen der Skatstadt aus. Dabei fiel die Wahl auf Menschen, die sonst eher im Hintergrund agieren.

12.01.2018