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Altenburg Lumpzig: Modernes Crowdfunding für alte Mühle
Region Altenburg Lumpzig: Modernes Crowdfunding für alte Mühle
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18:11 21.03.2017
Die Bockwindmühle in Lumpzig. Quelle: Mario Jahn
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Lumpzig

Ihrer Familie werde durch solche Entscheidungen die Geschäfts- und Lebensgrundlage entzogen, schimpfte schon im 19. Jahrhundert in Lumpzig die Gattin des Müllers der Bockwindmühle. Ihr Zorn richtet sich gegen den örtlichen Rittergutsbesitzer Heinrich von Einsiedel, der auch auf seinen Ländereien bei Dobraschütz eine Windmühle bauen ließ, was Anfang des 19. Jahrhunderts herzoglich genehmigt wurde. „Die Frau des Müller hatte keine Chance“, sagt Andreas Klöppel, der beim Recherchieren für ein Buch über die Lumpziger Windmühle im Staatsarchiv unter anderem auf den historischen Schriftverkehr stieß.

Seit Monaten arbeitet rund ein halbes Dutzend Autoren an diesem Werk. Veröffentlicht werden soll es zum Deutschen Mühlentag, dessen zentrale Eröffnungsveranstaltung zu Pfingsten erstmals in Lumpzig stattfindet (die OVZ berichtete). In dem Buch wird auf etwa 120 Seiten die Geschichte der Mühle von ihrer Errichtung 1732 bis zur heutigen Nutzung und Sanierung erzählt. Obwohl die Autoren, zu denen auch der Vorsitzende des Bauernhöfe-Vereins, Martin Burkhardt, zählt, noch über dem Feinschliff der Texte sitzen und die Druckmaschinen noch nicht angeworfen sind, kann die Lektüre jetzt bereits erworben werden: symbolisch dank einer Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung.

„Crowd... was? Noch nie gehört“, berichtet Brit Bäßler vom Org-Büro des Altenburger Bauernhöfe-Vereins über die erste Reaktion der Mitglieder zur Idee des Kamprad-Verlages, der das Buch auf diese Weise herausbringen will. Crowdfunding steht für Schwarmfinanzierung. „Das heißt, viele Leute spenden über das Internet einen Betrag X für ein Projekt wie unseres“, erläutert Bäßler und verweist auf die Website, wo die Aktion läuft. 4000 Euro sollen dort bis 30. April gesammelt werden, fügt Burkhardt hinzu. „Die Krux ist, wenn wir den Betrag nicht schaffen, gehen die bisher gesammelten Gelder an die Spender zurück“, beschreibt er das Verfahren.

Burkhardt ist gespannt und schaut jeden Tag auf der Seite vorbei. „Das ist ja Neuland für uns und sehr aufregend. Kürzlich hatten wir schon fast die 1000-Euro-Marke geknackt“, sagt Burkhardt und wirbt: Für alle die sich beteiligen, gebe es je nach Betrag auch ein Geschenk. Das reicht vom Mühlenbrot bis zum Paket aus persönlicher Führung, Buch und Urkunde.

www.startnext.com/bockwindmuehle-lumpzig

Von Jörg Reuter

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