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Machtwechsel: Schrade zieht ins Rathaus ein

Machtwechsel: Schrade zieht ins Rathaus ein

Von einem Erdbeben mochte er nicht sprechen, aber von einem Überraschungssieg. Sven Schrade (SPD) ist der neue Bürgermeister von Schmölln. Schon im ersten Wahlgang gestern holte der erst 30-jährige Sozialdemokrat, der von Linken und Neuem Forum unterstützt worden war, mit 53,6 Prozent die absolute Mehrheit.

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Sven Schrade zieht ins Schmöllner Rathaus.

Quelle: Jens Rosenkranz

Für die bisherige Amtsinhaberin Kathrin Lorenz (CDU) endete der Wahlsonntag mit einem Debakel. Sie erhielt nur jede vierte Stimme und wurde nach sechsjähriger Amtszeit mit 25,6 Prozent deutlich abgewählt. Unter den Erwartungen blieb auch der dritte Kandidat um den Chefstuhl im Rathaus. Der parteilose Gößnitzer Bauamtsleiter Gunther Kupfer, der auf dem Ticket der "Bürger für Schmölln" angetreten war, kam auf 20,8 Prozent Stimmenanteil. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,2 Prozent.

 

Auch wenn Schrade heute wieder nach Erfurt fährt, wo er (noch) als Referent im Finanzministerium arbeitet, dürfte es gestern ein langer Abend im Reußischen Hof geworden sein, wo SPD-Mitglieder ebenso mit ihm feierten wie Vertreter der Linken und des Neuen Forums. Die Linken hatten in der zweitgrößten Stadt des Landkreises auf einen eigenen Kandidaten verzichtet und so Schrade in den Sattel geholfen. Der nahm am Abend sogar die Glückwünsche von SPD-Landeschef Andreas Bausewein entgegen. Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Kathrin Lorenz.

 

"Ich bin noch wie geplättet", meinte Schrade kurz nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Er habe das so nicht erwartet und eher mit einer Stichwahl gerechnet. Außer im kleinen Großstöbnitz hatte der 30-Jährige gestern in allen Wahlbezirken die Nase vorn und holte 2961 der 5520 abgegebenen gültigen Stimmen (Lorenz: 1412; Kupfer: 1147). Der Wähler habe die sachliche Arbeit der letzten sechs Jahre honoriert, sagte Schrade mit Blick auf sich und seine Stadtratsfraktion. Er sei immer ehrlich aufgetreten, habe auch einen fairen Wahlkampf geführt und keine schmutzige Wäsche gewaschen. Schrade, der für die SPD auch im Kreistag sitzt, wird Anfang September ins Rathaus einziehen und will dann mit als erstes das Problem der stinkenden Biogasanlage angehen. Zudem müsse der 2016-er Haushalt vorbereitet werden.

 

Lorenz hat der Rückhalt durch die FDP nichts genutzt. Sie wünsche sich, dass Schmölln in sechs Jahren immer noch so finanz- und wirtschaftsstark dastehe wie jetzt. "Ich habe meine Arbeit gemacht, um die Stadt zu solchen Ergebnissen zu führen." Für die Bürger hätten aber offenbar andere Themen im Vordergrund gestanden, sagte die 45-Jährige mit Blick auf Bürgerservice, Drogeriemarkt und Kulturhalle. Ihr Ziel, in die Stichwahl zu gehen, habe sie nicht erreicht. Über ihre berufliche Zukunft mochte Lorenz gestern nicht spekulieren. "Das wäge ich erst einmal in der Familie ab."

 

Der Zuspruch in der Bevölkerung habe für ihn nicht ausgereicht, konstatierte der 55-jährige Kupfer. "Ich habe nichts verkehrt gemacht." Schmölln habe jetzt den Bürgermeister, den es sich gewünscht hat. "Jetzt werden wir sehen, was Herr Schrade leistet."

Frank Prenzel

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