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Altenburg Mächtig in die Pedale getreten
Region Altenburg Mächtig in die Pedale getreten
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21:06 21.07.2013

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Hunderte Fans jubelten dem hochkarätig besetzten Feld der 78 Fahrerinnen zu (OVZ berichtete). Bei aller Begeisterung war aber eines nicht übersehbar: Die Resonanz der Zuschauer war deutlich geringer als in früheren Jahren.

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) war dennoch zufrieden. "Die Kulisse stimmt doch für einen Freitagabend bei bestem Sommerwetter und angesichts der Ferienzeit. Wir sind eine Sportstadt, und dies beweisen wir heute wieder", sagte das Stadtoberhaupt. Pünktlich 16.30 Uhr hob Wolf die Startpistole und schickte das Feld auf die vier zu fahrenden Runden über eine Gesamtdistanz von 98 Kilometern. "Es war zwar etwas schwierig, die notwendigen Vorbereitungen vor allem finanzieller Art zu treffen. Aber so ein sportlicher Höhepunkt ist für uns sehr wichtig - vor allem für die Jugend. Und als Stadt haben wir unter anderem einen tollen Sportverein an der Seite, auf den Verlass ist", lobte Wolf speziell den SV Aufbau, der wieder als Partner aktiv war - und zwar auch finanziell.

"Aber der komplette Betrag wird durch einen Großsponsor gedeckt. Keinen Cent muss der Verein aus dem eigenen Budget aufbringen, das für unsere eigentliche Arbeit gedacht ist", betonte Aufbau-Chef Sten Wagner. Mit einer starken wie engagierten Radsportabteilung liege das Engagement für die Tour auf der Hand. "Die Thüringen-Rundfahrt soll vor allem unseren aktiven Kindern und Jugendlichen zeigen, wohin der Weg führen kann", meinte Wagner.

Schon eine Stunde vor dem Startschuss hatte sich der Markt in eine kleine Festmeile verwandelt - beim Beginn waren hunderte Fans dabei. So wie der Glauchauer Lothar Schwarz, der eingefleischter Radsportfan ist. "Es ist einfach ein Muss, vor Ort zu sein, wenn so ein hochkarätiges Event quasi vor der eigenen Haustür stattfindet." Vor allem die Idee der Rundkurse findet er toll: "Das Feld kann man gleich viermal erleben, das bleibt immer spannend." Ex-Brauereichefin Petra Haase ließ sich das Ereignis ebenfalls nicht entgehen. Noch im Vorjahr war die örtliche Brauerei einer der ganz großen Sponsoren der Rundfahrt, mittlerweile hat sich das Unternehmen aber komplett zurückgezogen. Es war nicht Haases Entscheidung. "Mein Herz hängt an dieser Tour. Deshalb ist es sehr schön, den Trubel heute wieder erleben zu können", sagte sie und fuhr dann in einem der Begleitfahrzeuge eine Runde mit. "Erstmals in fünf Jahren habe ich dazu Gelegenheit."

Auf dem Markt fiel derweil das Rahmenprogramm deutlich kleiner aus als in den vergangenen Jahren. Beim Ergometerwettbewerb galt es erneut, so viele Kilometer wie möglich zu schaffen. Schließlich wurde jeder davon mit einem Euro für ein städtisches Projekt belohnt. Auch Tino Scharschmidt, Wirtschaftsförderer im Rathaus und dortiger Organisationschef der Tour, strampelte für den guten Zweck acht Kilometer. "Ganz schön anstrengend bei dieser Hitze", meinte er wohl auch mit Blick auf die Frauen, die sogar 98 Kilometer in praller Sonne zu absolvieren hatten.

Doch das hinderte die Radsportlerinnen nicht: Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40,5 Stundenkilometern bei den Siegerzeiten war Altenburg die schnellste Etappe der diesjährigen Thüringenrundfahrt. Ansonsten herrschte ein wenig verkehrte Welt auf der Strecke. Nicht Ausreißer, für die die Gesamtwertung keine Bedeutung hatte, bildeten eine Spitzengruppe und wurden vom Feld mit den Spitzenreiterinnen des Gesamtklassements kontrolliert. Vielmehr waren fast alle Top 10 in einer Ausreißergruppe vertreten. Dabei blieb es weitgehend bis 19 Uhr, als die Spitzenreiterinnen zum finalen Spurt ansetzten. Und Emma Johansson aus Schweden siegte mit einer Zeit von 2:28,01 Stunden. "So, wie es lief, bin ich dann, ehrlich gesagt, auch von vorn gefahren, um die anderen zu entlasten. Für mich war heute Priorität, das Gelbe Trikot zu verteidigen. Das hat geklappt.Die Mannschaft ist gut drauf; ich fühle mich jeden Tag besser. Für uns ist das heute rundum positiv."

Und noch eine Fahrerin jubelte besonders: Hanka Kupfernagel aus Neustadt/Orla wurde als Siebente die beste Deutsche und riss beim Überfahren der Ziellinie die Faust hoch. "Ihr seid ein großartiges Publikum. Ich freue mich immer wieder, hier in Altenburg zu fahren", so die 39-Jährige. Bekannt ist, dass Hanka Kupfernagel intensiv ans Aufhören denkt. "Ich verspreche euch aber, dass ich immer in Altenburg bin, wenn die Tour stattfindet", sagte die achtfache Weltmeisterin.

"Alles ist reibungslos und ohne Zwischenfälle verlaufen. Wir sind zufrieden", zog Tino Scharschmidt ein Fazit. Ob die Tour auch nächstes Jahr wieder in Altenburg Station machen kann, hänge nicht allein von der Stadt ab. "Da brauchen wir unsere Partner." Mit dem SV Aufbau dürfte einer davon wieder im Boot sein. Und in diesem Sinn ein schöner Schlusspunkt: Thüringens Sozia-Staatssekretär Hartmut Schubert übergab dem Vereinschef Sten Wagner einen Zuwendungsbescheid des Ministeriums über 10 000 Euro, zu verwenden für die Co-Finanzierung der Tour.

© Kommentar Seite 13

Jörg Wolf

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