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Mäusezähne, Schmetterlingsflügel und Libellenaugen unter neuer Lupe

Altenburg Mäusezähne, Schmetterlingsflügel und Libellenaugen unter neuer Lupe

Das Kinderkolleg im Altenburger Mauritianum feiert zehnjähriges Bestehen – und zum Geburtstag gibt es natürlich Geschenke: Fünf nagelneue Mikroskope wurden ausgepackt und sogleich ausprobiert.

Geschenke für die kleinen Forscher: Kathrin Worschech (links) und Nils packen eines der neuen Mikroskope aus, die Anke Sonntag (rechts) gespendet hat.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Wie wichtig es ist, Kinder bereits im frühen Alter zu fördern, davon können Eltern ein Lied singen. Für den naturwissenschaftlich interessierten Nachwuchs gibt es in Altenburg seit zehn Jahren eine optimale Anlaufstelle: Das Kinderkolleg im Mauritianum. Die Einrichtung in der Parkstraße ist nicht nur bis zur Decke gefüllt mit tierischen Exponaten, sondern bietet Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren etwa einmal monatlich die Gelegenheit, sich in biologischen, chemischen, physikalischen und geologischen Experimenten auszuprobieren.

Während die Dritt- und Viertklässler Blutegel untersuchen oder auch schon mal Hammer und Meißel ergreifen dürfen, um eine fossile Schnecke freizulegen, geht es für die Kleineren vor allem ums Beobachten: Wie unterscheidet man Tierspuren? Welche Vogelarten kann man am häufigsten am Vogelhaus beobachten? Wie sehen Federn, Mäusezähne, Sand oder Wasserflöhe bei genauer Betrachtung aus? Wichtig dafür ist ein entscheidendes Instrument: das Mikroskop.

Das Kinderkolleg feiert nun sein zehnjähriges Bestehen – und zum Geburtstag gibt es selbstverständlich Geschenke. Die kamen in diesem Fall von Anke Sonntag, Inhaberin der Südostapotheke Altenburg. Fünf nagelneue Mikroskope im Gesamtwert von 1000 Euro spendete die Mutter zweier Kinder dem Kinderkolleg und sogleich wurden die neuen Vergrößerungsgeräte ausprobiert. Sonntag ist nicht nur als finanzielle Unterstützerin an Bord, sondern war auch an der Gründung des Kollegs beteiligt: „Vor zehn Jahren habe ich mit meinem Sohn eine Veranstaltung im Lindenaumuseum besucht – und er war davon begeistert. Da entstand dann die Idee, das Kinderkolleg zu gründen, damit die Kinder ihr Interesse an Naturwissenschaften ausleben können. Dass sich das Projekt so lange gehalten hat, ist ein echter Erfolg.“

Anfangs wurden nur Kurse für Vorschulkinder angeboten, das erste Jahr verlief auch äußerst erfolgreich: Die Anmeldungen waren so zahlreich, dass vier Gruppen gebildet werden mussten. Dann aber kam der großer Dämpfer für Eltern und Kinder: keine Kurse für Erst- und Zweitklässler? Da mussten dringend Folgekurse her. Gesagt, getan. Das Interesse hat seitdem nicht nachgelassen: Noch immer versammeln sich zu jedem Kurs knapp zehn Kinder, die unter Leitung der stellvertretenden Direktorin des Mauritianums, Kathrin Worschech, experimentieren und mikroskopieren. Auch Touren durch den angrenzenden Schlosspark gehören zum Programm.

„Das Kinderkolleg ist eine perfekte Vorbereitung und Ergänzung zum naturwissenschaftlichen Schulunterricht – zumal Biologie in den unteren Klassen in den vergangen Jahren ziemlich zurückgefahren wurde“, so Worschech. „Wir merken, dass die Kinder, die hier mitmachen, wirklich etwas für die Schule mitnehmen.“ Den einen oder anderen Teilnehmer sähe man auch Jahre später mal wieder – entweder bei „Jugend forscht“ oder als Praktikant im Mauritianum.

Die Diplom-Biologin betont aber, dass es nicht nur um reines Faktenwissen geht: Wichtig sei auch, dass die Kinder eine Beziehung zur Natur aufbauen – dass das gelingt, erlebe sie immer wieder. „In den Gruppen gibt es stets solche Kinder, die keine Scheu haben, beispielsweise vor lebenden Tieren – und andere, die anfangs noch vor Ekel auf die Stühle springen.“ Diese Berührungsängste aber verschwänden ganz schnell, wenn die Neugier erst einmal geweckt sei. „Das zu beobachten, ist das schönste am Kinderkolleg.“

Von Christian Neffe

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